Mord, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mord(e)s · Nominativ Plural: Morde
Aussprache
Wortbildung mit ›Mord‹ als Erstglied: ↗Mordaffäre · ↗Mordanklage · ↗Mordanschlag · ↗Mordbrenner · ↗Mordbrennerei · ↗Mordbube · ↗Morddrohung · ↗Mordfabrik · ↗Mordfall · ↗Mordgeschichte · ↗Mordgeselle · ↗Mordgier · ↗Mordkommission · ↗Mordkomplott · ↗Mordlust · ↗Mordnacht · ↗Mordplan · ↗Mordprozess · ↗Mordsache · ↗Mordtat · ↗Morduntersuchungskommission · ↗Mordverdacht · ↗Mordversuch · ↗Mordwaffe · ↗mordbegierig · ↗mordlustig
 ·  mit ›Mord‹ als Letztglied: ↗Auftragsmord · ↗Brudermord · ↗Doppelmord · ↗Drohnenmord · ↗Dönermord · ↗Ehrenmord · ↗Fememord · ↗Gattenmord · ↗Giftmord · ↗Judenmord · ↗Justizmord · ↗Kindermord · ↗Kindesmord · ↗Kindsmord · ↗Lustmord · ↗Lynchmord · ↗Massenmord · ↗Meuchelmord · ↗Muttermord · ↗Raubmord · ↗Ritualmord · ↗Rufmord · ↗Selbstmord · ↗Sexualmord · ↗Tyrannenmord · ↗Vatermord · ↗Verdeckungsmord · ↗Völkermord
eWDG, 1974

Bedeutung

vorsätzliche, mit Überlegung ausgeführte Tötung eines Menschen
Beispiele:
ein grausamer, bestialischer, heimlicher, hinterhältiger, perfekter Mord
ein politischer Mord
jmdn. des Mordes verdächtigen, beschuldigen, anklagen
das Gericht erhob Anklage auf Mord, wegen Mord(es), sprach ihn des Mordes schuldig
einen Mord (an jmdm.) planen, begehen, verüben, verhindern, auf dem Gewissen haben
(auf) Mord sinnen
jmdn. zum Mord anstiften
Beihilfe zum Mord leisten
Was ich gesehen habe ... war hundertfacher Mord [A. ZweigErziehung186]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich dann gibt es, das gibt Mord und Totschlag (= große Aufregung, heftigen Streit)
umgangssprachlich in ihrer Ehe herrscht Mord und Totschlag
übertragen
Beispiel:
salopp das ist ja (reiner) Mord, ist der rein(st)e Mord! (= das ist ja fürchterlich!)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mord · morden · Mörder · mörderisch · Mördergrube
Mord m. ‘vorsätzliche (heimliche) Tötung’, ahd. mord (9. Jh.), mhd. mort, asächs. morð, aengl. morþ, mnd. mōrt, mnl. moort, mort, nl. moord, afries. morth, anord. morð, schwed. mord (germ. *murþa-) und aind. mṛta- ‘Tod’ sind Bildungen mit ie. to-Suffix zur Schwundstufe der Wurzel ie. *mer(ə)- ‘sterben’, einer semantischen Weiterentwicklung im Sinne von ‘aufgerieben werden’ der unter ↗mürbe (s. d.) angeführten Wurzel ie. *mer(ə)- ‘aufreiben, reiben’ (wozu auch ↗morsch, s. d.). Zur gleichen Wurzel gehören aind. mriyátē ‘stirbt’, lat. morī, aslaw. mrěti, russ. merét’ (мереть), lit. mir̃ti ‘sterben’, lat. mors (Genitiv mortis) ‘Tod’ sowie mit ie. tro-Suffix got. maúrþr, aengl. morþor, engl. murder ‘Mord’ (germ. *murþra-). Im Gegensatz zum (im germanischen Recht sühnbaren) öffentlichen Totschlag bezeichnet Mord von Anfang an die heimliche, vorsätzliche Tötung, die mit dem Tod des Mörders geahndet wird. Im Nhd. steht Mord häufig als erstes Kompositionsglied in einem das Grundwort verstärkenden, steigernden Sinne, vgl. Mord(s)hunger, -kerl, -spektakel (alle 19. Jh.), zuvor ohne Fugen-s wie in Vorbildern wie Mordgeist (Luther), -dolch (17. Jh.), -bube (18. Jh.). morden Vb. ‘jmdn. (heimlich) vorsätzlich töten’, ahd. murdren, murden (8. Jh.), morden (Hs. 12. Jh.), mhd. mürden, mörden, morden. Mörder m. ‘wer einen Mord begeht’, mhd. mordære, auch ‘Verbrecher, Missetäter’. mörderisch Adj. ‘wie ein Mörder, grausam’ (15. Jh.), seit dem 19. Jh. auch nur verstärkend im Sinne von ‘sehr, unglaublich’; vgl. mhd. mordisch, mördisch. Mördergrube f. ‘Behausung, Schlupfwinkel von Mördern’ (15. Jh.), durch Luthers Bibelübersetzung (lat. spēlunca latrōnum) verbreitet; vgl. mhd. mortgruobe. Heute nur noch in der Wendung aus seinem Herzen keine Mördergrube machen ‘ohne Umschweife, offen reden’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ermordung · Mord
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anklage Anstiftung Aufklärung Beihilfe Brandstiftung Entführung Folter Haft Haftbefehl Jude Körperverletzung Mord Mordversuch Raub Selbstmord Totschlag Vergewaltigung anklagen aufklären begangen begehen brutal dreifach gemeinschaftlich gestehen verantworten versucht verurteilen verüben zweifach

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mord‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu diesem Zeitpunkt geht es darum, Geld zu beschaffen, die späteren Morde vorzubereiten.
Die Zeit, 31.05.2013, Nr. 16
Damit verhindert man vielleicht den Mord, aber nicht den Tod.
Schulz, Johannes u. Vogel, Karl Michael: Thesen zur Funktionsfähigkeit der Bundeswehr. In: Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert (Hgg.) Kriegsdienstverweigerer - Gegen die Militarisierung der Gesellschaft, Frankfurt a. M.: Fischer 1971, S. 45
Ich muß offen gestehen, ich traue Berger den Mord nicht zu.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung der achtjährigen Lucie Berlin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 6454
Wie sind Sie dazu gekommen, einen solch furchtbaren Mord zu begehen?
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Oberstleutnants Roos. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 992
Wäre es nicht tapferer gewesen zu desertieren, als sich immer weiter am Morden zu beteiligen?
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 76
Zitationshilfe
„Mord“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mord>, abgerufen am 14.10.2019.

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