Moos, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mooses · Nominativ Plural: Moose
Aussprache
Wortbildung mit ›Moos‹ als Erstglied: ↗Moosbeere · ↗Mooshütte · ↗Moospetersilie · ↗Moospolster · ↗Moosteppich · ↗moosbewachsen · ↗moosgrün
 ·  mit ›Moos‹ als Letztglied: ↗Bartmoos · ↗Torfmoos  ·  mit ›Moos‹ als Grundform: ↗vermoosen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
vorzugsweise an schattigen, feuchten Stellen wachsende und dichte, immergrüne Polster bildende Sporenpflanze
Beispiele:
grünes, weiches, kühles Moos
Moose und Flechten
mit Moos bewachsene, von wucherndem Moos überzogene Felsen, Steine, Mauerwände
mit Moos bedeckter Waldboden
sich ins, auf das Moos setzen, legen
über weiches Moos gehen
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich Moos ansetzen (= alt werden)
2.
süddeutsch, österreichisch sumpfiges Wiesengelände
Beispiel:
das Dachauer Moos
3.
nur im Singular
salopp Geld
Beispiele:
(viel, eine Menge) Moos haben
fünftausend Taler sind gar zu viel Moos [LortzingWildschützII 17]
In zirka acht Tagen / schickt mir der Alte wieder Moos [A. HolzBuch d. Zeit292]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moos1 · moosig · bemoosen · bemoost
Moos1 n. Name für kleine, dichte grüne Kissen bildende Sporenpflanzen, ahd. (8. Jh.), mhd. mos ‘Moos, Sumpf, Moor’, mnd. mos, mōs, aengl. mos, engl. moss ‘Moos, Moor’, mnl. nl. mos ‘Moos, Morast’, anord. mosi ‘Moos, Moor’, schwed. mossa (germ. *mosa(n)-), daneben (ablautend) ahd. mios m. n. (9. Jh.), mhd. mies, nhd. (bair. schwäb.) Mies (s. ↗Miesmuschel), aengl. méos und (mit grammatischem Wechsel) anord. mȳrr ‘Sumpf’, schwed. myr führen mit lit. mū̃sas ‘Schimmel auf saurer Milch’, aruss. mъchъ, russ. moch (мох) ‘Moos’ und (zusätzliches Gutturalsuffix aufweisendem) lat. muscus ‘Moos’, mnl. mosch ‘Sumpf, Moos’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *meu-, *mū̌ ‘feucht, modrig’. Dazu gehören auch Dentalbildungen wie ↗Moder und ↗Schmutz (s. d.). Moos ist der feuchte, sumpfige Grund und die darauf wachsende Pflanze. moosig Adj. ‘mit Moos bewachsen’, ahd. mosīg (Hs. 12. Jh.), mhd. mosec, mosic, auch ‘sumpfig, versumpft, morastig’. bemoosen Vb. ‘Moos ansetzen’ (Ende 17. Jh.); bemoost Part.adj. ‘mit Moos bewachsen’ (17. Jh.), zumeist übertragen ‘alt, betagt’ (19. Jh.), zumal in der Studentensprache bemooster Bursche, bemoostes Haupt ‘Student in hohem Semester’.

Moos2 · Mäuse
Moos2 n. ‘Geld’ (18. Jh.), Meß (16. Jh.), Mäß (15. Jh.). Der umgangssprachliche Ausdruck entstammt der Gaunersprache und ist über jidd. moo ‘Pfennig’, Plur. moos, mous ‘Geld’ auf hebr. mā‛ōth ‘kleinere Münzen, Geld’ (was in aschkenas. Aussprache schon wie moos klang) zurückzuführen. Wortspielerisch abgewandelt Mäuse Plur. ‘Geld’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geld  ●  klingende Münze  fig. · ↗Asche  ugs. · Bares  ugs. · Bimbes  ugs. · Chlübis  ugs., schweiz. · Flöhe  ugs. · ↗Heu  ugs. · ↗Kies  ugs. · ↗Knete  ugs. · ↗Kohle  ugs. · Kröten  ugs. · ↗Mammon  geh., abwertend, biblisch · ↗Moneten  ugs. · Moos  ugs. · Mäuse  ugs. · Ocken  ugs. · ↗Patte  ugs. · ↗Penunze  ugs. · ↗Piepen  ugs. · ↗Pulver  ugs. · ↗Rubel  ugs. · ↗Schotter  ugs. · Steine  ugs. · ↗Taler  ugs. · ↗Zaster  ugs. · Öcken  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Moos [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der heute achtzigjährige Mooser macht seit mehr als einem halben Jahrhundert Bilder.
Die Zeit, 20.04.2006, Nr. 17
Mooser interpretiert seine Zahlen im Hinblick auf das selbstformulierte Generalthema.
Die Zeit, 15.11.1985, Nr. 47
Mooser säuft, qualmt, vögelt auf Staatskosten, neigt zu unkonventionellen Fahndungsmethoden.
Süddeutsche Zeitung, 06.08.2003
Sieglinde Mooser hat selbst mit ihrem Schreibwarenladen in der Lerchenfeldstraße Probleme.
Süddeutsche Zeitung, 26.06.1997
Wer bei einer Prüfung mit einem angestelltem Handy erwischt wird, kriegt eine Sechs ", sagt Hans-Herbert Mooser, Geschäftsführer des Bayerischen Philologenverbandes.
Der Tagesspiegel, 21.04.2001
Zitationshilfe
„Moos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Moos>, abgerufen am 17.08.2019.

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