Missmut, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungMiss-mut (computergeneriert)
Wortzerlegungmiss-Mut
Ungültige SchreibungMißmut
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›Missmut‹ als Erstglied: ↗missmutig
eWDG, 1974

Bedeutung

schlechte Stimmung, Verdrossenheit
Beispiele:
bei allen breitete sich Missmut aus
keiner kannte die Ursache ihres Missmuts
So trollte er sich denn mit Mißmut [DodererLederbeutelchen28]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

miß- · mißachten · mißbehagen · Mißbehagen · mißbilligen · Mißerfolg · Mißernte · Mißgeburt · mißhellig · Mißhelligkeit · mißliebig · mißmutig · Mißmut · Mißstand · Mißstimmung · Missetat · Mißtrauen · mißtrauen · mißtrauisch
miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen. Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter ↗missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. ↗gemein, ↗Meineid, ↗meiden, ↗missen. mißachten Vb. ‘nicht (be)achten’, mhd. misseahten. mißbehagen Vb. ‘nicht behagen, nicht gefallen’ (15. Jh.), vgl. mhd. missehagen; substantiviert Mißbehagen n. (17. Jh.). mißbilligen Vb. ‘tadeln, ablehnen’ (17. Jh.). Mißerfolg m. ‘Fehlschlag’ (19. Jh.). Mißernte f. ‘schlechte Ernte’ (19. Jh.). Mißgeburt f. ‘mißgebildetes Neugeborenes’ (16. Jh.). Mißgunst f., s. ↗Gunst. mißhellig Adj. ‘voneinander abweichend, uneins’, mhd. missehellec; vgl. ahd. missihel, missahel ‘uneinig’ (um 1000), mhd. missehel (zu ahd. missihellan ‘im Mißklang stehen, nicht zusammenstimmen’, 9. Jh., vgl. ahd. hellan ‘ertönen’, s. ↗Hall); s. auch ↗einhellig; Mißhelligkeit f. ‘Unstimmigkeit’ (15. Jh.). mißliebig Adj. ‘unbeliebt’ (19. Jh.), älter mißbeliebig (18. Jh.). mißmutig Adj. ‘verdrießlich’ (17. Jh.), älter mißmütig (16. Jh.); vgl. ahd. missimuoti ‘kleinlich’ (11. Jh.), mhd. missemüete ‘uneinig, übel gesinnt’; Mißmut m. ‘Unmut, Ärger’ (17. Jh.); im Anschluß an das Adjektiv neu gebildet nach voraufgegangenem ahd. missimuotī ‘Verstimmung, Feindseligkeit’ (um 900), missimuot ‘Kleinmut’ (10. Jh.). Mißstand m. ‘schlechter, ärgerlicher Zustand, Übelstand’ (16. Jh.). Mißstimmung f. ‘gereizte Stimmung, schlechte Laune’ (18. Jh.). Missetat f. ‘Verbrechen, Sünde’, ahd. missatāt, missitāt, mistāt (8. Jh.), mhd. missetāt, got. missadēþs ‘Sünde’. Mißtrauen n. ‘Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit (einer Person), an der Richtigkeit (einer Sache)’, spätmhd. missetrūwen, substantivierter Infinitiv von mißtrauen Vb. ‘nicht trauen, Argwohn hegen’, ahd. missatrūēn (9. Jh.), mhd. missetrūwen, -triuwen; mißtrauisch Adj. ‘nicht vertrauend, argwöhnisch’, mhd. missetrūwic.

Thesaurus

Synonymgruppe
Groll · ↗Leidwesen · ↗Missfallen · Missmut · ↗Missvergnügen · ↗Unmut · ↗Verdruss · ↗Verstimmung · ↗Verärgerung · ↗Ärger  ●  ↗Grant  ugs., österr., bair.
Assoziationen
  • gereizte Atmosphäre · schlechte Stimmung  ●  (die) Stimmung ist am Boden  ugs., fig. · (die) Stimmung ist im Keller  ugs., fig. · der Haussegen hängt schief  ugs., Redensart · dicke Luft  ugs., fig.
  • Beschwernisse · Unannehmlichkeiten · ↗Unbilden · Unerfreulichkeiten · Ungelegenheiten · Widrigkeiten · unangenehme Begleiterscheinungen · unangenehme Folgen · Ärgerlichkeiten · Ärgernisse  ●  ↗Unbill  geh. · Unerquicklichkeiten  geh. · ↗Ungemach  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anflug Argwohn Enttäuschung Langeweile Laune Lethargie Melancholie Mißtrauen Mut Müdigkeit Skepsis Unbehagen Unzufriedenheit Verdrossenheit Verdruß Verzweiflung aufgestaut ausdrücken ernten erregen erzeugen herrschen hervorrufen regen registrieren umschlagen verbreitet vorherrschen wachsend Ärger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Missmut‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sie macht sich auch nicht gemein mit dem verbreiteten Missmut.
Die Zeit, 01.07.2008, Nr. 27
Zu groß war der Missmut über korrupte Minister, die bleiben durften.
Der Tagesspiegel, 12.09.2002
Hoff sah auf und starrte die Frau mit seinem ganzen Mißmut an.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 34
Jeder hatte in den letzten Wochen seinen Mißmut gründlich aus sich herausgeschimpft, nun verlangte man danach, die Leere zu füllen, die in einem entstanden war.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 85
Neben aller Teilnahme regte sich bei ihm wachsend der Mißmut.
Sapper, Agnes: Werden und Wachsen, Hannover: Gundert 1967 [1910], S. 212
Zitationshilfe
„Missmut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Missmut>, abgerufen am 25.08.2019.

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