Mission, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mission · Nominativ Plural: Missionen
Aussprache
WorttrennungMis-si-on
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Mission‹ als Erstglied: ↗Missionsanstalt · ↗Missionschef · ↗Missionsfest · ↗Missionsgottesdienst · ↗Missionshaus · ↗Missionspfarrer · ↗Missionsschule · ↗Missionsstation · ↗Missionstätigkeit
 ·  mit ›Mission‹ als Letztglied: ↗Bahnhofsmission · ↗Beobachtermission · ↗Handelsmission · ↗Heidenmission · ↗Militärmission · ↗Seemannsmission · ↗UN-Mission
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
ehrenvoller Auftrag, verpflichtende Aufgabe
Beispiele:
eine hohe, historische, nationale, humanistische, kulturelle Mission haben
jmdn. in besonderer, geheimer, politischer, amtlicher Mission ins Ausland schicken
jmdn. mit einer unangenehmen, besonderen Mission betrauen
eine delikate Mission übernehmen
meine Mission ist damit erfüllt, beendet
2.
von einer Regierung mit besonderem (diplomatischem) Auftrag ins Ausland entsandte Person, Gruppe von Personen
Beispiel:
eine Mission nach K senden
3.
meist unter der Leitung eines Gesandten oder Geschäftsträgers stehende diplomatische Vertretung eines Staates im Ausland (und deren Sitz)
Beispiele:
die Errichtung einer Mission in Warschau
der Austausch diplomatischer Missionen
auf die, zur Mission gehen
4.
nur im Singular
Religion die (Äußere) MissionVerbreitung einer religiösen Lehre unter Andersgläubigen durch Missionare
Beispiele:
Mission treiben
Religion die Innere Mission (= karitative kirchliche Organisation)
Er hatte eine Schule der französischen Mission besucht [Kultur im Heim1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mission · Missionar · missionieren
Mission f. ‘Sendung, Botschaft, Aufgabe, Auftrag’ wird im 16. Jh. aus lat. missio (Genitiv missiōnis) ‘das Absenden, Entlassung’ entlehnt, einem Verbalsubstantiv zu lat. mittere (missum) ‘schicken, senden’. Der zunächst dem lat. Wortinhalt folgende Gebrauch nimmt zusätzlich im 17. Jh., kirchensprachlichem mlat. missio entsprechend, die Bedeutung ‘Aussendung im Namen Christi, Bekehrung der Heiden’ an. Den besondere zwischenstaatliche Beziehungen bezeichnenden Sinn ‘diplomatischer Auftrag, zu bestimmten Aufgaben entsandte Personengruppe, Gesandtschaft (eines Staates)’ vermittelt im 18. und 19. Jh. frz. mission. Aus den genannten Verwendungsweisen entwickelt der allgemeine Sprachgebrauch die Bedeutung ‘gottgewollter bzw. ernster, bedeutsamer Auftrag, Sendung, Bestimmung’. Missionar m. ‘beauftragter Verkünder der christlichen Religion bei Ungläubigen’ (17. Jh.), nlat. missionarius. missionieren Vb. ‘zur christlichen Religion bekehren’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auslandsvertretung · ↗Botschaft · ↗Gesandtschaft · ↗Konsulat · Mission · diplomatische Vertretung · ständige Vertretung
Assoziationen
  • Konsulargerichtsbarkeit · Konsularjurisdiktion · konsularische Rechtsprechung
  • Verbalnote · diplomatische Note
Synonymgruppe
Berufung · ↗Bestimmung · ↗Daseinszweck · ↗Endzweck · Existenzgrund · ↗Lebensinhalt · ↗Lebenssinn · ↗Lebenszweck · Mission · ↗Sendung · ↗Sinn · ↗Zweck  ●  Raison d'être  geh., franz.
Assoziationen

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man rief französische Protestanten herbei, und seither hat die Société des Missions Evangéliques de Paris einen bedeutenden Teil der Arbeit im Norden der Insel übernommen.
Birkeli, F.: Madagaskar. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 24186
Zitationshilfe
„Mission“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mission>, abgerufen am 19.08.2019.

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