Missgunst, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungMiss-gunst
Wortzerlegungmiss-Gunst
Ungültige SchreibungMißgunst
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›Missgunst‹ als Erstglied: ↗missgünstig
eWDG, 1974

Bedeutung

das Missgönnen, der Neid
Beispiele:
jmds. Erfolge mit Missgunst betrachten
er litt unter der Missgunst seiner Kollegen
sich jmds. Missgunst zuziehen
übertragen
Beispiel:
die Missgunst (= Ungunst) der Verhältnisse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gunst · günstig · begünstigen · Günstling · Mißgunst · Ungunst · ungünstig
Gunst f. ‘Wohlwollen, Gewogenheit’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Substantiv mhd. mnd. gunst ‘Gewogenheit, Wohlwollen, Einwilligung, Erlaubnis’, mnl. gonst, gunst, jonst, gonste, nl. gunst ist Verbalabstraktum mit st-Formans zu dem unter ↗gönnen (s. d.) behandelten Verb; vgl. unpräfigiertes ahd. unst ‘Wohlwollen, Dank, Gnadengabe, Erlaubnis’ (9. Jh., abunst ‘Mißgunst, Neid’, 9. Jh.). In der Fügung zu jmds. Gunsten ‘zu jmds. Vorteil’ (15. Jh.) handelt es sich um einen alten, erstarrten Dativ Plur. günstig Adj. ‘wohlgesinnt, wohlwollend, vorteilhaft, passend’, mhd. günstic ‘wohlwollend, gewogen’. begünstigen Vb. ‘bevorzugen, fördern’ (1. Hälfte 16. Jh.). Günstling m. ‘wer bevorzugt wird, in Gunst steht’, gegen Ende des 17. Jhs. aufkommende Verdeutschung von frz. favori, ital. favorito (s. ↗Favorit). Mißgunst f. ‘das Mißgönnen, Neid’ (16. Jh.). Ungunst f. ‘das Ungünstigsein, Unwillen’, vor allem in der Fügung zu jmds. Ungunsten ‘zu jmds. Nachteil’, mhd. ungunst ‘Nichtbegünstigung, Mißgunst, Mißgeschick’, mnd. ungunst, nl. ongunst. ungünstig Adj. ‘nachteilig, schlecht’, mhd. ungunstec, ungunstic ‘mißgünstig, übelwollend, unglücklich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eifersucht · Missgunst · ↗Neid  ●  ↗Scheelsucht  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Argwohn Denunziation Diffamierung Eifersucht Eifersüchtelei Eitelkeit Gier Habgier Hader Haß Herrin Heuchelei Intrige Klatsch Klatschsucht Kleinmut Mißtrauen Nachrede Neid Neider Nährboden Rachsucht Rivalität Schadenfreude Verleumdung Zwietracht entgegenschlagen kleinlich schüren säen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Missgunst‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich schien auf der Mißgunst zu guter Letzt doch alles sehr in Ordnung.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 50
Wenn ein hervorragender Schriftsteller auf diese Weise angegriffen wird, dann geht es um mehr als die alltägliche Missgunst in der Welt der Bücher.
Die Welt, 13.10.1999
Der Mißgunst, die ihnen erwiesen wird, sind die französischen Politiker durchaus gewahr geworden.
Die Zeit, 06.02.1984, Nr. 06
Sie wähnte, unter der allgemeinen Mißgunst täglich häßlicher zu werden.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 417
Ob sie aus vereinzelten traurigen Erfahrungen entstanden ist oder nur den Ausdruck von Neid und Mißgunst darstellt, ist unwesentlich.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 35
Zitationshilfe
„Missgunst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Missgunst>, abgerufen am 22.04.2019.

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