Minna, die

GrammatikEigenname (Femininum)
WorttrennungMin-na (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
scherzhaft
Beispiel:
die Grüne Minna (= Transportwagen für Verhaftete)
2.
salopp jmdn. zur Minna machenjmdn. gehörig zurechtweisen, grob tadeln
Beispiel:
der Chef hat ihn heute zur Minna gemacht
3.
veraltet, scherzhaft Hausangestellte
Beispiel:
unsere Minna hat heute Ausgang
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Minna f. Kurzform mit rufverstärkendem Endungs-a von Wilhelmine, Hermine, als häufig aufretender Personenname in scherzhafter Übertragung ‘Dienstmädchen’ (19. Jh.). Dazu jmdn. zur Minna machen ‘mit harten Worten zurechtweisen’ (wie eine Hausangestellte), auch ‘fertig machen’ (durch schlechte Behandlung), etw. zur Minna machen ‘kaputt machen’, zur Minna werden ‘zornig werden’. Ebenfalls in euphemistischer Übertragung Grüne Minna ‘Gefangenentransporter’ (um 1900), nach dessen (dunkel)grünem Anstrich. Jedoch dürfte Minna (vgl. Wolf Rotw. 141) sowohl in den genannten Redewendungen als auch in der Bezeichnung für das Polizeiauto aus rotw. Minne, Inne, jidd. inus, innes ‘Leiden, Qual, Schmerz’ (vgl. rotw. jmdm. inne antun ‘quälen, foltern, mißhandeln’, meanne sein ‘peinigen, foltern’, Manne ‘Tortur’) und aus rotw. grün ‘unangenehm’, daher auch farbliches Sinnbild für Polizei, zu erklären sein mit nachträglicher Angleichung an den Personennamen. Ähnlich auch Minna als Lockruf und Kosename für die Katze, hervorgegangen aus Minka und Minze (dazu s. ↗Mieze).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dienstmädchen · ↗Hausangestellte · ↗Hausdame · ↗Haushälterin · ↗Hausmädchen · ↗Haustochter · Hauswirtschaftshelferin (Ausbildungsberuf) · Hilfskraft im Haushalt · ↗Soubrette (Rollenfach bei Theater und Operette) · ↗Stubenmädchen  ●  ↗Haushaltshilfe  Hauptform · ↗Kammerzofe  veraltet · Minna  veraltet · ↗Zofe  veraltet · ↗Zugehfrau  veraltet · ↗Perle (halb-scherzhaft)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufführung Inszenierung Tellheim grün inszenieren lieb

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Minna‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat auch daran gedacht, sie nach dem Ableben Minnas zu heiraten.
Westernhagen, Curt von u. Strobel, Gertrud: Wagner (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 14665
Sie hat es sehr eilig, Minna fährt durch die Zeit.
Tucholsky, Kurt: Wenn kein Licht ist. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931]
Kurze Zeit später versuchte Minna wieder, ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Der Tagesspiegel, 17.12.2001
Minna hatte sich schon ausgezogen und lag in einem der Betten.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 56
Die Minna war immer ein braves und ordentliches Mädchen und schickte ihrer Mutter Geld, wenn sie etwas gespart hatte.
Friedländer, Hugo: Justizirrtümer. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 21850
Zitationshilfe
„Minna“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Minna>, abgerufen am 12.11.2019.

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