Mikrokosmos, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungMi-kro-kos-mos · Mik-ro-kos-mos
Wortzerlegungmikro-1Kosmos
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Welt der Mikroorganismen
2.
die kleine Welt des Menschen und seiner Umgebung als verkleinertes Abbild des Universums, besonders in der antiken und mittelalterlichen Philosophie
Gegenwort zu Makrokosmos
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mikro- · Mikrokosmos · Mikrophon · Mikroskop · Mikroskopie · mikroskopisch
mikro- Bestimmungswort in vorwiegend naturwissenschaftlichen Termini mit der Bedeutung ‘klein’. Zugrunde liegt griech. mīkrós (μικρός) ‘klein, kurz, gering’, das bereits im Griech. häufig als erstes Glied in Komposita erscheint, vgl. griech. mīkrodosía (μικροδοσία) ‘kleine Gabe’, mīkrópsȳchos (μικρόψυχος) ‘kleinmütig’, mīkrókarpos (μικρόκαρπος) ‘mit kleinen Früchten’, mīkróspermos (μικρόσπερμος) ‘mit kleinen oder mit wenig Samen’. Nach diesem Vorbild entstehen in der Wissenschaftssprache (19./20. Jh.) zahlreiche Neubildungen, vgl. Mikroklima ‘Klima kleinster Bereiche’, Mikrographie ‘Beschreibung kleiner, mit dem Vergrößerungsglas beobachteter Körper’, Mikrometrie ‘Kleinmessung’, mikrophyllisch ‘kleinblättrig’, Mikroorganismus ‘Kleinlebewesen’ (s. ↗Mikrobe). Mikrokosmos m. ‘der Mensch als verkleinertes Abbild des Universums, Welt der Kleinlebewesen’, Mikrokosmus (Paracelsus), Gegenwort ↗Makrokosmos (s. d.), Übernahme (16. Jh.) von lat. mīcrocosmus, griech. mīkrókosmos (μικρόκοσμος) ‘kleine Welt’, zu griech. kósmos (κόσμος) ‘Ordnung, Anstand, Schmuck, Weltordnung, Welt’ (s. ↗Kosmos). Mikrophon n. Gerät zur Umwandlung von Schallschwingungen in elektrische Stromschwankungen (19. Jh.), Übernahme von engl. frz. microphone (18. Jh.), gelehrte Bildung zu griech. phōnḗ (φονή) ‘Laut, Ton, Schall’. Mikroskop n. ‘optisches Vergrößerungsgerät’ (17. Jh.), vgl. engl. frz. microskope (17. Jh.), alle nach nlat. mīcroscopium (1618); s. ↗-skop. Dazu Mikroskopie f. (17. Jh.) und mikroskopisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Mikrokosmos · kleine Welt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abbild Analogie Atom Einblick Elementarteilchen Entsprechung Erforschung Kleinstadt Kosmos Makrokosmos Teilchen Universum abbilden abgeschlossen akademisch ansiedeln brodelnd dörflich eintauchen entfalten familiär faszinierend geschlossen gesellschaftlich ländlich musikalisch spiegeln touristisch urban überschaubar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mikrokosmos‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn der Mikrokosmos ist beileibe nicht so einfach strukturiert, wie es manche Wissenschaftler zunächst geglaubt hatten.
Der Tagesspiegel, 19.12.1999
Für das Spiel werden mehrere Server angeboten und auf jedem hat sich ein eigener Mikrokosmos entwickelt.
C't, 1998, Nr. 5
Das Individuum steht bei ihm als der Mikrokosmos dem Makrokosmos gegenüber.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 5204
Jeder ist also in diesem doppelten Betracht die ganze Welt selbst, der Mikrokosmos, findet beide Seiten derselben ganz und vollständig in sich selbst.
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe - M. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 24345
Durch ihre extrem große Tiefenschärfe, ihre Plastik und gute Auflösung vermitteln sie neue Einblicke in den Mikrokosmos.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 111
Zitationshilfe
„Mikrokosmos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mikrokosmos>, abgerufen am 15.10.2019.

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