Miene, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Miene · Nominativ Plural: Mienen
Aussprache
WorttrennungMie-ne
Wortbildung mit ›Miene‹ als Erstglied: ↗Mienenspiel  ·  mit ›Miene‹ als Letztglied: ↗Amtsmiene · ↗Armesündermiene · ↗Armsündermiene · ↗Beamtenmiene · ↗Biedermannsmiene · ↗Duldermiene · ↗Feldherrnmiene · ↗Gönnermiene · ↗Jammermiene · ↗Kennermiene · ↗Leidensmiene · ↗Siegermiene · ↗Trauermiene · ↗Unschuldsmiene
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Züge des Gesichts, Gesichtsausdruck
Beispiele:
eine strahlende, heitere, freundliche, sorglose Miene ziehen, machen
eine strenge, spöttische, saure, drohende, finstere, amtliche, feierliche Miene aufsetzen
er hat eine verschlossene, gleichgültige, stolze, ernste, nachdenkliche Miene
er folgte dem Vortrag mit kritischer, andächtiger, unbewegter Miene
jmds. Miene verdüstert sich, hellt sich auf, wird gespannt, erstarrt
seine Miene war voller Ekel
gehoben in ihren Mienen malte sich Entsetzen
Das bleiche Antlitz des Priesters Francesco verriet durch keine Miene, inwieweit die Erzählung Sor Domenicos ihn berührt hatte [G. Hauptm.Ketzer4,94]
Seine Augen lesen lebhaft ... in Bertins Mienen [A. ZweigErziehung36]
keine Miene verziehenein unbewegtes Gesicht behalten
Beispiele:
ohne eine Miene zu verziehen, nahm er die Auszeichnung entgegen
die verzögen keine Miene, wenn du Erbsensuppe mit den Fingern essen würdest [BöllBillard211]
bildlich
Beispiele:
gute Miene zum bösen Spiel machen (= widerwillig einverstanden sein)
so scharfzüngig und spöttisch übertrieben [sprach sie], daß es fast weh tat und man nur mühsam gute Miene machte [Th. MannKönigl. Hoheit7,221]
2.
Miene machen, etw. zu tunetw. tun wollen, sich zu etw. anschicken
Beispiele:
die Gäste machten keine Miene zu gehen, aufzubrechen
niemand machte Miene zu antworten, sich zu erheben
Die sächsische Regierung machte auch Miene, dem Verlangen stattzugeben [BebelAus meinem Leben369]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Miene f. ‘Gesichtsausdruck’, Übernahme (17. Jh.) von gleichbed. frz. mine, das aus bret. min ‘Schnabel, Mund, Schnauze’ entlehnt ist. Die Schreibweise Miene setzt sich (zur Unterscheidung von ↗Mine, s. d.) im 18. Jh. durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gesichtsausdruck · Miene · ↗Mienenspiel  ●  ↗Mimik  lat.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (den) Mund spitzen · (die) Lippen aufwerfen · (die) Lippen spitzen · (die) Lippen vorstülpen · (eine Art) Kussmund machen  ●  (die) Lippen schürzen  selten
  • Flunsch · ↗Gesicht · ↗Schmollmund · vorgeschobene Unterlippe  ●  ↗Schnute  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

aufhellen aufsetzen ausdruckslos besorgt betreten düster eisig entschlossen ernst finster grimmig heiter mürrisch sauer sorgenvoll starr steinern stoisch strahlend säuerlich todernst unbewegt undurchdringlich verdüstern verfinstern verkniffen versteinern versteinert verzeihen verziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Miene‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie redete sich um Kopf und Kragen und ihre sonst meist unbekümmerte Miene wurde zunehmend ernst.
Der Tagesspiegel, 15.12.2001
Da hätte er wahrscheinlich gute Miene zum bösen Spiel gemacht.
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2001
Als er die drei Daten hatte, war er sichtlich erleichtert, und seine Miene, die sehr bestürzt war, erhellte sich.
o. A.: Neunter Tag. Freitag, 30. November 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 24461
Das verraten auch ihre Mienen, der vorsichtige Gang, die umständliche Art des Denkens.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 261
Als ich wieder zu ihm kam, meinte er mit der unschuldigsten Miene, es sei wohl Zeit, ein Stück Brot zu essen.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Zitationshilfe
„Miene“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Miene>, abgerufen am 21.06.2019.

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