Mentalität, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mentalität · Nominativ Plural: Mentalitäten
Aussprache
WorttrennungMen-ta-li-tät (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

Gemütsart, Denkweise, Anschauungsweise und Verhaltensweise eines Menschen, einer Menschengruppe oder eines Volkes
Beispiele:
die Mentalität der Norddeutschen, Italiener
wir lernten bald seine Mentalität kennen
diese Völker haben eine unterschiedliche, ganz andere Mentalität
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mentalität · mental
Mentalität f. ‘Denkart, Geisteshaltung, Auffassungsweise’, Entlehnung (Anfang 20. Jh.) aus gleichbed. engl. mentality (im späten 17. Jh. bezeugt, aber erst Ende des 19. Jhs. geläufig), daraus im 19. Jh. auch frz. mentalité, das das Eindringen des Ausdrucks ins Dt. ebenfalls befördert haben mag. Engl. mentality ist eine Substantivbildung zu engl. mental Adj. ‘geistig’, das ebenso wie gleichbed. dt. mental Adj. (Ende 18. Jh.) auf spätlat. mentālis ‘auf den Geist bezüglich, mit Geist, Vernunft ausgestattet, vernünftig’ beruht, einer Ableitung von lat. mēns (Genitiv mentis) ‘Denktätigkeit, Verstand, Denkart, Gesinnung, Gedanke, Vorstellung’. Im Dt. erfolgt Relatinisierung in Analogie zu ähnlichen Bildungen (z. B. Aktualität).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auffassung vom Leben · ↗Einstellung (zu) · ↗Grundeinstellung · ↗Haltung · Mentalität  ●  ↗Philosophie  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Frage der inneren Haltung  ●  ↗Einstellungssache  ugs.
  • (eine) Frage der Persönlichkeit (sein) · (eine) Mentalitätsfrage (sein) · (eine) Typfrage (sein) · davon abhängen, was für ein Typ man ist  ●  darauf ankommen, wie jemand drauf ist  ugs., salopp
Synonymgruppe
(innere) Einstellung · ↗Denkweise · ↗Geisteshaltung · ↗Gesinnung · ↗Haltung · ↗Lebenseinstellung · Mentalität · ↗Position · ↗Selbstverständnis · Werte · innere Haltung · ↗Überzeugung  ●  Mindset  engl. · ↗Ethos  geh., bildungssprachlich
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussehen Denkweise Einblick Kultur Landsleute Lebensform Lebensweise Skinhead Verhaltensweise Wandel aufeinanderprallen einfühlen entsprechen fremd geprägt hiesig kleinbürgerlich kollektiv norddeutsch orientalisch prägen rheinisch schwäbisch südländisch unterschiedlich verbreitet verinnerlichen verändern vorherrschend ändern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mentalität‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber vielleicht muss ein Trainer mit der Mentalität der Spieler vertraut sein.
Der Tagesspiegel, 03.07.2004
Wie gestaltet man ein neues Land, wie eine neue Mentalität?
Die Welt, 30.04.2004
Sie muß auf eine Änderung der Mentalitäten hoffen, die man aber nicht verordnen kann, nicht einmal auf Papier.
Der Spiegel, 02.12.1991
Außerdem seien die Polen von der Mentalität her anders als die Deutschen.
Nr. 257: 55. Deutsch-französische Konsultationen vom 26. April 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 18016
Nur eine hochbezahlte korrupte Mentalität läßt sich für solches Spiel lange benutzen.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 934
Zitationshilfe
„Mentalität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mentalität>, abgerufen am 19.10.2019.

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