Menetekel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Menetekels · Nominativ Plural: Menetekel
Aussprache
WorttrennungMe-ne-te-kel
HerkunftAramäisch
eWDG, 1974

Bedeutung

(geheimnisvolles) Anzeichen drohender Gefahr, Warnzeichen
Beispiel:
der Gedenkstein wurde zum Menetekel für den […] Untergang des »Tausendjährigen Reiches« [Tageszeitung1958]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Menetekel n. ‘Vorzeichen drohenden Unheils’. Der Ausdruck wird mit den ersten Bibelübersetzungen (15. Jh.) im Dt. bekannt. Zugrunde liegen die Anfangsworte einer durch das Alte Testament (Daniel 5, 25) überlieferten Inschrift aram. menē menē teqēl, gedeutet als ‘gezählt, gewogen’ (und zu leicht befunden), die Belsazar, dem König Babylons, bei einem Gastmahl an der Wand erscheint und seinen Sturz ankündigt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Menetekel · Vorboten kommenden Unheils · ↗Warnzeichen · Zeichen an der Wand · Zeichen drohenden Unheils · böses Omen · mahnendes Zeichen  ●  ↗Memento  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Desaster Hybris Katastrophe Landtagswahl Menschheit Niedergang Scheitern Substanzlosigkeit Untergang Vergänglichkeit Wahlergebnis Wand Zivilisation beschwören bös deuten drohend dräuen düster eigentlich empfinden entpuppen entziffern erblicken erscheinen hangen leuchten malen schweben wirken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Menetekel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und nun kommt ihr diese Technik als mythisches Menetekel, als tödlich modernes Schicksal wieder entgegen.
Die Zeit, 25.04.2011, Nr. 17
Auch unter dem atomaren Menetekel gehören zum Krieg mindestens zwei.
Der Spiegel, 28.11.1983
Nicht nur Goethe empfand dieses Ereignis als ein Menetekel des künftigen Schicksals der europäischen Aristokratie.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 232
Zu den weiteren Ausstrahlungen des Krieges gehörte das furchtbare Menetekel der Meuterei der anglo-indischen Truppen.
Forschungen und Fortschritte. Nachrichtenblatt der deutschen Wissenschaft und Technik, 1938, Nr. 20/21, Bd. 14
Selbst sein Pathos der freien Person wirkt wie ein Menetekel gegen jede Verwechslung oder Vermischung von Kollektivität mit Herde und Herdencharakter.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 104
Zitationshilfe
„Menetekel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Menetekel>, abgerufen am 19.04.2019.

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