Menage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Menage · Nominativ Plural: Menagen
Aussprache
WorttrennungMe-na-ge
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Menage‹ als Erstglied: ↗Menagekosten · ↗Menageschale
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
auf dem Esstisch stehender kleiner Ständer mit Gefäßen für Gewürze, Essig und Öl
2.
österreichisch, Militär, veraltend Verpflegung
Beispiel:
Wie is denn die Menage? [SaikoinÖsterr. Erzähler1,276]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Menage · Menagerie
Menage f. ‘Ständer für Essig, Öl und Gewürze’, auch ‘Behälter mit Einsätzen zum Transport von Speisen’. Frz. ménage m. ‘Haushaltung, Hausgerät, Familie, Sparsamkeit, Zurückhaltung’ wird Anfang des 18. Jhs. als Femininum ins Dt. entlehnt. Im 18./19. Jh. lebt es, dem frz. Gebrauch folgend, in jetzt nicht mehr geläufigen Verwendungen wie ‘Haushalt, Sparsamkeit, Rücksichtnahme’ und ‘Truppenverpflegung’ (so im Öst. noch in jüngster Zeit). Die ebenfalls schon dem 18. Jh. angehörende Bedeutung ‘Speisenträger, Speisenkorb’ setzt sich bis in die Gegenwart fort. Sie liegt aber wohl nicht dem heute üblichen Menage ‘Gewürzständer’ (2. Hälfte 19. Jh.) zugrunde; dieses scheint vielmehr aus älterem Plat(t)menage (Campe 1801) gekürzt zu sein, das wiederum eingedeutscht ist aus Plat de Menage, einer seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. nachzuweisende Bezeichnung (frz. plat de ménage ist in diesem Sinne nicht gebräuchlich, statt dessen frz. huilier, surtout, auch ménagère). Nach FEW 6, 1, 194 f. ist in frz. ménage ein Deverbativum (afrz. manage ‘Wohnung, Haus, Hauswesen’, 12. Jh.) von afrz. maneir, manoir ‘wohnen’ (aus lat. manēre ‘bleiben, übernachten’, spätlat. ‘wohnen’, s. auch ↗permanent) zu sehen, das im 13. Jh. lautlich und semantisch unter den Einfluß von afrz. maison ‘Haus’ (aus lat. mānsio ‘das Bleiben, Nachtlager, Wohnung, Haus’, von lat. manēre), maisnede, maisniee ‘Hauswesen, Familie, Gesinde’ (aus vlat. *mānsiōnāta ‘was zum Haus gehört’, Ableitung von lat. mānsio, vgl. die Entlehnung mhd. massenīe ‘Gesinde, Gefolge’) gerät und zu afrz. maisnage, mesnage ‘Hauswesen, Gesinde, Gefolge’ umgestaltet wird. Menagerie f. ‘auf Jahrmärkten gezeigte Sammlung seltener Tiere, Tierschau’. Das von frz. ménage (s. oben) abgeleitete frz. ménagerie ‘voneinem Fürsten angelegte Sammlung fremder und seltener Tiere, Park mit Tiergehegen’ (ursprünglich ‘ländliches Anwesen mit Haustierhaltung’) wird Anfang des 18. Jhs. ins Dt. übernommen. Mit dem Aufkommen zoologischer Gärten entwickelt sich seit Mitte des 19. Jhs. die heutige eingeschränkte Bedeutung.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach diesem Prinzip werden auch die Menagen - Gewürzständer - raumsparend eingereiht.
Neumann, Heinz u. Scharfe, Adolf: Gekonnt serviert, Berlin: Verl. Die Wirtschaft 1967, S. 7
Über den Salzstreuer und die Menage wurde bereits im vorigen Kapitel das Notwendige gesagt.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 55
Menage lehnte Stellungnahmen mit Hinweis auf Geheimhaltung in Staatsschutzangelegenheiten ab.
Süddeutsche Zeitung, 12.12.1994
Die beiden Restaurantfachleute haben geübt, wie schnell sie Tische für 166 Abgeordnete eindecken können - mit Wäsche ordern, Servietten knicken, Blumenvasen, Menagen, Kerzenlicht.
Bild, 12.04.1999
Am Freitag vergangener Woche stellte er sich in einer monatlichen Talk-Show in der „Menage“ genannten Kantine des Krupp-Stahlwerks den Rheinhausenern zum zweiten Mal.
Die Zeit, 13.10.1989, Nr. 42
Zitationshilfe
„Menage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Menage>, abgerufen am 23.07.2019.

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