Melodie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Melodie · Nominativ Plural: Melodien
WorttrennungMe-lo-die (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Melodie‹ als Erstglied: ↗Melodiebogen · ↗Melodienfolge · ↗Melodienreigen · ↗Melodienstrauß
 ·  mit ›Melodie‹ als Letztglied: ↗Choralmelodie · ↗Marschmelodie · ↗Operettenmelodie · ↗Opernmelodie · ↗Satzmelodie · ↗Schlagermelodie · ↗Sprachmelodie · ↗Sprechmelodie · ↗Tanzmelodie · ↗Walzermelodie · ↗Wortmelodie
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
künstlerisch geformte, ein sangliches Ganzes ergebende Folge von Tönen, Weise
Beispiele:
Text und Melodie eines Liedes
eine Melodie spielen, summen, trällern
es erklingen flotte, vertraute Melodien
Melodien aus Opern und Operetten
2.
Sprachwissenschaft Folge unterschiedlicher Tonhöhen in der Rede, Satzmelodie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Melodie · melodisch
Melodie f. ‘in sich geschlossene, wohlklingende Folge von Tönen’. Aus spätlat. melōdia, griech. melōdía (μελῳδία) ‘Singweise, Gesang’, einem Kompositum aus griech. mélos (μέλος) ‘Lied, Gesang’ und -ōdía (-ῳδία), Abstraktbildung zu griech. ōdós (ᾠδός) ‘Sänger’, aeídein (ἀείδειν) ‘singen’, wird mhd. mēlodīe entlehnt. Daraus entwickelt sich lautgerecht frühnhd. Melodei, eine Form, die in der Dichtung bis ins 19. Jh. erhalten bleibt. Daneben erfolgt im 16. Jh. erneut Anlehnung an das griech.-lat. Vorbild sowie an mfrz. frz. mélodie, so daß sich im Nhd. Melodie durchsetzt. Der bereits mit dem gregorianischen Kirchengesang in der lat. Klostersprache bekannte Ausdruck wird vor seiner Entlehnung mit ahd. suoʒsanc ‘wohltönender Gesang’ (Hs. 12. Jh.) wiedergegeben. melodisch Adj. ‘wohlklingend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
(Ton-) Linie · Melodie · ↗Tonfolge · ↗Weise  ●  ↗Melodei  poetisch, altertümelnd
Assoziationen
Synonymgruppe
Hauptstimme · Leitstimme · Melodie · führende Stimme  ●  Melodiestimme  Hauptform · Lead Vocal  fachspr., engl., Jargon
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akkord Arrangement Harmonie Harmonium Klang Lied Nationalhymne Rhythmus Takt Text anstimmen eingängig einprägsam erklingen ertönen gesungen gregorianisch intonieren komponieren melancholisch pfeifen schlicht singen summen süß unendlich unterlegen volkstümlich vorspielen überliefern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Melodie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hoffe, es gibt bei uns keine Melodie, die genauso auf einer afrikanischen Platte erschienen ist.
Die Zeit, 25.02.2008, Nr. 08
Da gibt es praktisch keine Melodie zum Mitsingen, kaum einen Part zum Mittanzen.
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2004
In der Folge ging die allgemeine Tendenz auf eine Verminderung der Texte, aber eine Vermehrung der Melodien.
Hucke, Helmut u. Calo, José López: Responsorium. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 42897
Auf eine Melodie können mehrere Texte, zu einem Text mehrere Melodien gesungen werden.
Schlötterer, R.: Hymnus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 15451
Gegen 8 Uhr tönte durch die stille Nacht die weiche Melodie "Stille Nacht".
Brief von Martin Müller vom 25.12.1914. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1914], S. 173
Zitationshilfe
„Melodie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Melodie>, abgerufen am 21.10.2019.

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