Meißel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Meißels · Nominativ Plural: Meißel
Aussprache
WorttrennungMei-ßel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Meißel‹ als Letztglied: ↗Flachmeißel · ↗Kreuzmeißel · ↗Schrotmeißel · ↗Stoßmeißel
eWDG, 1974

Bedeutung

keilförmig zugespitztes, scharfes Werkzeug besonders zur Bearbeitung von Stein und Metall
Beispiele:
den Meißel mit dem Hammer schlagen
einen Steinblock mit dem Meißel bearbeiten
mit dem Meißel ein Loch in die Betonwand stemmen
der Pressluftbohrer ist mit einem Meißel ausgerüstet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Meißel · meißeln
Meißel m. ‘keilartig zugespitztes Werkzeug’, ahd. meiʒil (9. Jh.), mhd. meiʒel, anord. meitill, norw. (mundartlich) meitel ist mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- zu einem (im Nhd. ausgestorbenen) starken Verb ahd. meiʒan ‘(ein-, zer)schneiden’ (9. Jh.; vgl. gimeiʒan, um 800), mhd. meiʒen ‘hauen, schneiden, ab-, einschneiden’, got. maitan ‘hauen, schneiden’ gebildet (germ. *maitan, wozu auch ↗Ameise, s. d.). Erschließbar ist eine d-Erweiterung der Wurzel ie. *mai- ‘hauen, abhauen, mit einem scharfen Werkzeug bearbeiten’, wozu auch air. māel ‘kahl, stumpf, ohne Hörner’ und (als t-Erweiterung) griech. mítylos (μίτυλος) ‘verstümmelt, ohne Hörner’ gehören. Ie. *mai- ist vielleicht als s-lose Ablautform der unter ↗Schmied (s. d.) angeführten Wurzel ie. *smēi- bzw. *sməi- ‘schnitzen, mit einem scharfen Werkzeug arbeiten’ aufzufassen. meißeln Vb. mhd. meiʒeln.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Axt Beil Bildhauer Bohrer Dolch Dynamit Feile Hacke Hammer Messer Pinsel Schwert Schälmesser Spur Stein Steinmetz Stichel Säge Werkzeug Zange ansetzen bearbeiten befreien greifen hantieren hauen schlagen verwandeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Meißel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn er noch zwei Meter auf diesem Band nach außen hielt, kam er mit dem Meißel heran.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 268
Schließlich hatten sie drei davon mit dem Meißel entzweischlagen müssen.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 42
Bei vielen unserer Betriebe werden sie so selbstverständlich eingesetzt wie früher etwa Hammer und Meißel.
Süddeutsche Zeitung, 06.03.1998
Von Rechts wegen müßten also die von links mit Hammer und Meißel kommen.
konkret, 1986
Dann erst wird die so gewonnene kleinere Platte mit Hilfe des breiten Meißels weitergespalten.
Welt und Wissen, 1927, Nr. 2, Bd. 16
Zitationshilfe
„Meißel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Meißel>, abgerufen am 20.08.2019.

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