Medienhype, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Medienhypes · Nominativ Plural: Medienhypes · wird meist im Singular verwendet
WorttrennungMe-di-en-hype
WortzerlegungMediumHype
ZDL-Verweisartikel, 2019

Bedeutung

Beispiele:
Kaum hat Müntefering das Kanzleramt verlassen, bricht der Medienhype los. Die »Berliner Zeitung« meldet als erste den Rückzug des Vizekanzlers aus »rein familiären Gründen«. Eilmeldungen, Bestätigungen, Stellungnahmen jagen einander, um 16.30 Uhr, so eine Ankündigung, wird sich Müntefering vor der Bundespressekonferenz erklären. [Welt am Sonntag, 16.03.2008, Nr. 11]
Nach dem Medienhype um das Outing von Thomas Hitzelsperger ebbte das öffentliche Interesse am Schwul-Sein von Bundeliga-Profis ab. [Moderatorin Isabella Müller-Reinhardt: »Blickpunkt Sport war der größte Fehler meines Lebens«, Blog meedia.de]
Der Medienhype um Glutamat ist alt und kam schon 1968 so richtig in Fahrt: Damals veröffentlichte Dr. Robert Ho Man Kwok im »New England Journal of Medicine« einen Bericht über das Auftreten von hochrotem Gesicht, Nackenschweiß, Kopfschmerzen und Übelkeit nach dem Besuch eines chinesischen Restaurants. Andere Wissenschaftler griffen gierig nach dem vermeintlich neuen Leiden, gab es ihnen doch die Möglichkeit, Forschungsgelder zu akquirieren. [Die Welt, 10.11.2011]
Viele Zeitgenossen glaubten, der Medienhype ums deutsche Team, die schwarzrotgoldenen Fähnchen an den Autos, die gutbesuchten Fußballparties würden schon irgendwie ausreichen zum Sieg der WM – da käme es auf die Performance am Platz nicht an. [six-to-nine, 04.07.2006, aufgerufen am 15.09.2018]
Der Bau der ersten Bahnlinien, Schiffskanäle und Telegrafenleitungen […] läuft auch in meinem Wörterbuch der Geschichte, Berlin/DDR 1986, unter »Industrielle Revolution«. Die damit verbundenen Börsenspekulationen, Regierungsprogramme und Medienhypes sind schon Stoff für Romane und Filme gewesen. Sie sind geradezu charakteristisch für technische Revolutionen im Kapitalismus, und genau in diesem Sinne ist das Internet Teil einer Revolution. [konkret, 2000. Zitiert nach: konkret, 1997.] ungewöhnl. Pl.

Thesaurus

Synonymgruppe
Medienhype · ↗Medienrummel · ↗Medienwirbel  ●  Rauschen im Blätterwald  fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(inszenierte) Begeisterung · ↗(künstliche) Aufregung · ↗Masseneuphorie · ↗Massenhysterie · Medienhype · ↗Medienrummel (um jemand oder eine Sache) · ↗Reklamerummel  ●  ↗Hype  engl. · ↗Hysterie  fig. · ↗Ballyhoo  fachspr., engl., Jargon · der heiße Scheiß  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So verhält es sich jetzt wohl auch mit dem Medienhype.
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2003
Ohnehin, sagt er, mache er sich nichts aus dem Medienhype.
Süddeutsche Zeitung, 28.07.2004
Als jüngster Günstling eines Medienhypes möchte er sich dann doch nicht verstanden wissen.
Der Tagesspiegel, 13.04.2004
Die Regeln dienen dazu, die offene Atmosphäre im olympischen Dorf zu schützen, auch und gerade vor dem ganzen Medienhype.
Die Zeit, 11.08.2008, Nr. 32
Das war ein Medienhype in Thüringen wie seit der Weihe des neuen Hauses vor drei Jahren nicht.
Die Welt, 14.09.2005
Zitationshilfe
„Medienhype“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Medienhype>, abgerufen am 21.10.2019.

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