Materie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Materie · Nominativ Plural: Materien
Aussprache [maˈteːʀi̯ə]
WorttrennungMa-te-rie
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Materie‹ als Erstglied: ↗Materiestrom · ↗Materiezustand · ↗materiell
 ·  mit ›Materie‹ als Letztglied: ↗Rechtsmaterie
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
nur im Singular
objektive Realität
Beispiel:
Bewegung, Raum und Zeit sind grundlegende Eigenschaften der Materie
Wissenschaft Stoff, Substanz
Beispiele:
die organische, lebende, tote Materie
die Materie im Weltraum, im Erdinneren, auf dem Mond
der Bildhauer hat die tote Materie (= das Material) belebt
Er hat in Mathematik geglänzt und in allen der Materie verbundenen Fächern [H. KantAula179]
2.
meist im Singular
Gegenstand, Inhalt, Thema (eines Gesprächs, einer Schrift), Stoffgebiet
Beispiele:
in dieser Materie bin ich nicht bewandert
mit dieser Materie bin ich vertraut
sich in eine unbekannte Materie einarbeiten
mit seinen Forschungen in eine neue, interessante Materie eindringen
die Materie beherrschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Materie · materiell
Materie f. ‘objektive Realität, stoffliche Substanz, Masseteilchen, Gegenstand, Inhalt, Thema’, mhd. materje, materge ‘Stoff, Körper, Gegenstand, Flüssigkeit im Körper (besonders Eiter)’ ist entlehnt aus lat. māteria ‘Stamm und Schößlinge von Fruchtbäumen und Weinreben, Bauholz, Nutzholz, (Grund)stoff, Aufgabe, Anlage, Ursache’, einer Ableitung von lat. māter ‘Mutter’ (s. ↗Mutter). Materie entwickelt sich in zwei Bedeutungssträngen: einerseits bezeichnet es den ‘Stoff, aus dem etw. gefertigt ist’ (im 18. Jh. abgelöst durch ↗Material, s. d.), andererseits gilt es in der Sprache der Philosophie als die ‘stoffliche Seite eines Naturkörpers’ (14. Jh.), als ‘Möglichkeit des Seins’, das seine Bestimmung erst durch die Form erhält. materiell Adj. ‘die Materie betreffend, stofflich, körperlich, wirtschaftlich’ (18. Jh.), von frz. matériel, entlehnt aus lat. māteriālis ‘zur Materie gehörig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Angelegenheit · ↗Aufgabenstellung · ↗Fall · ↗Gegenstand · Materie · ↗Problemstellung · ↗Thematik · ↗Themengebiet · ↗Themenstellung  ●  ↗Sujet  geh.
Unterbegriffe
  • BAB-Rätsel · YOGTZE-Fall
Assoziationen
Physik
Synonymgruppe
Materie [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Assoziationen
Synonymgruppe
Material · Materie · ↗Werkstoff
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antimaterie Baustein Energie Geist Grundbaustein Kenner Komplexität Kompliziertheit Universum Wechselwirkung auskennen belebt dunkel durchdringen einarbeiten heikel interstellar komplex komplizieren kompliziert kondensiert kosmisch leblos organisch schwierig spröd tot trocken unbelebt unsichtbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Materie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und in dieser komplexen Materie ist eine Vereinfachung letztlich nur begrenzt möglich.
Die Welt, 08.08.2005
Ganz neu ist das für Kenner der komplizierten Materie nicht.
Der Tagesspiegel, 16.05.2001
In zehn Jahren werde ich mit der Materie so verwachsen sein, daß ich viele Dinge gar nicht mehr wahrnehmen werde.
Der Spiegel, 17.08.1992
Die Materie, aus der die Welt gestaltet ist, fällt bei P. so ziemlich mit dem leeren Raum zusammen.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13455
Jetzt habe man gar aus der Materie einen Gott gemacht, da man ehedem bloß die Welt aus ihr gebildet hätte.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26880
Zitationshilfe
„Materie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Materie>, abgerufen am 22.10.2019.

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