Maschinerie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Maschinerie · Nominativ Plural: Maschinerien
Aussprache
WorttrennungMa-schi-ne-rie
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Maschinerie‹ als Letztglied: ↗Amtsmaschinerie · ↗Gerichtsmaschinerie · ↗Gesetzesmaschinerie · ↗Kriegsmaschinerie · ↗Militärmaschinerie · ↗Propagandamaschinerie · ↗Tötungsmaschinerie · ↗Vernichtungsmaschinerie
eWDG, 1974

Bedeutung

maschinelle Einrichtung, Gruppe zusammenarbeitender Maschinen
Beispiele:
eine sehr komplizierte, empfindliche, einfache Maschinerie
die Modernisierung, Rekonstruktion der Maschinerie
die Maschinerie des Theaters war veraltet, entsprach nicht mehr modernen Erfordernissen (= die maschinelle Einrichtung der Bühne des Theaters war veraltet, entsprach nicht mehr modernen Erfordernissen)
bildlich Räderwerk, Getriebe
Beispiele:
Eine ausgezeichnet geregelte und im Frieden tadellos funktionierende Maschinerie war diese Armee [ZuchardtSpießrutenlauf166]
Sie hatten nun einmal das Pech gehabt, in die Maschinerie der französischen Militärbürokraten hineinzugeraten [Feuchtw.Teufel43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maschine · maschinell · Maschinist · Maschinerie
Maschine f. technischer Apparat zur Übertragung von Kraft und zur Ausführung von Arbeitsgängen. Im 17. Jh. wird frz. machine als Bezeichnung für militärische Werkzeuge und Apparate in Festungsbau und Belagerungskunst (zuerst in frz. Schreibweise, ältere dafür übliche Ausdrücke wie Handwerk, Rüstzeug, Kunst sowie in dt. Texten gebrauchtes lat. māchina verdrängend) übernommen. Mfrz. frz. machine ist entlehnt aus lat. māchina ‘technisches Gerät (im Bau-, Kriegs- und Transportwesen), Gerüst, Bühne, Kunstgriff, List’, übertragen auch ‘Weltgebäude’, aus griech. (dor.) māchanā́ (μαχανά), (att.) mēchanḗ (μηχανή) ‘Mittel, Hilfsmittel, Erfindung, Apparat, Kunstgriff’ (s. ↗Mechanik). Im 18. Jh. gilt Maschine auch für die durch eine mechanische Vorrichtung auf die Szene gebrachte Göttererscheinung im Theater, die in die Handlung eingreift und Verwicklungen löst (vgl. nlat. deus ex machina ‘der Gott aus der Maschine’), dann auch (in Epik und Dramatik) ‘gewollt erscheinende, zufällige Lösung von Verwicklungen, unerwartet und unmotiviert eintretende Hilfe’. Maschine steht seit dem 18. Jh. häufig als Grundwort in Bezeichnungen für technische Neuerungen: Dampfmaschine f., Rechenmaschine f., Schreibmaschine f., Waschmaschine f., Nähmaschine (Mitte 19. Jh.). maschinell Adj. ‘mit Hilfe einer Maschine, auf einer Maschine beruhend’ (19. Jh.), mit Suffixaustausch nach frz. machinal ‘maschinenmäßig, mechanisch’. Maschinist m. ‘Maschinenwärter’ (19. Jh.), zuvor ‘wer im Theater die technischen Einrichtungen bedient’ (18. Jh.), frz. machiniste. Maschinerie f. ‘maschinelle Einrichtung, Gesamtheit der Maschinen eines Betriebes’ (18. Jh.), anfangs häufig von Theatermaschinen, mit französierender Endung (gleichbed. frz. machinerie erst seit 1805).

Thesaurus

Synonymgruppe
Arbeitsmittel · Maschinerie · ↗Produktionsmittel · ↗Produktivkapital
Synonymgruppe
Apparate · Apparaturen · Maschinen · ↗Maschinenpark · Maschinerie
Assoziationen
Synonymgruppe
Getriebe · Maschinerie · ↗Räderwerk
Assoziationen
  • Apparate · Apparaturen · Maschinen · ↗Maschinenpark · Maschinerie
  • Ganghebel · Gangwahlhebel · Gangwahlschalter · Handschalthebel · ↗Schalthebel · Schaltknauf · ↗Schaltknüppel · Wählhebel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anhängsel Getriebe Hochtour Konstrukteur Rad Räderwerk Schwerfälligkeit Zahnrad administrativ anlaufen anwerfen biochemisch bürokratisch eingespielt einspeisen funktionierend geschmiert gewaltig geölt gigantisch hochkomplex knirschen kompliziert molekular neuronal schmieren schwerfällig seelenlos teuflisch zellulär

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Maschinerie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sie sind Teil dieser Maschinerie, und natürlich machen sie mit.
Süddeutsche Zeitung, 24.12.2001
Sie bringt einige der Probleme mit einer intelligenten Maschinerie zum Verschwinden.
C't, 1999, Nr. 18
Diese Räte waren eine schwerfällige bürokratische Maschinerie, unfähig zu klugen und schnellen Reformen.
Tapié, Victor-Lucien: Das Zeitalter Ludwigs XIV. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1998
Warum muß dieser Lalli der bayrischen Politik in ihre Maschinerie hineintapsen?
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 65
Ob er will oder nicht, er hält inne auf dem Wege ins Verderben, lauscht unwillkürlich der mahnenden Stimme seiner eigenen mißbrauchten Maschinerie!
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 9347
Zitationshilfe
„Maschinerie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Maschinerie>, abgerufen am 19.07.2019.

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