Markstein, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungMark-stein (computergeneriert)
WortzerlegungMark3Stein
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
veraltet Grenzstein
2.
wichtiges, entscheidendes Ereignis in einer Entwicklung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mark1 · Markgraf · Markstein · Markscheide · Markscheider · Markscheidekunst
Mark1 f. ‘Grenze, Grenzland, Randgebiet’, ahd. marka ‘Grenze, Ende, Grenzland, Zeichen’ (8./9. Jh.), marc ‘Abgrenzung, Bestimmung’ (9. Jh.), ‘Zeichen, Beweis’ (11. Jh.), ‘Ziel, Grenze’ (Hs. 12. Jh.), mhd. marke, mark, march, auch ‘Gau, Bezirk, Gesamteigentum einer Gemeinde an Grund und Boden, Wald’, asächs. marka, mnd. mnl. marke, nl. mark, aengl. (angl.) merc, (westsächs.) mearc, engl. mark ‘Grenze’, anord. mǫrk ‘Wald, Grenzland’, schwed. mark ‘Landstück, Erde’, got. marka ‘Grenze’ (germ. *markō) führen mit lat. margo ‘Rand, Grenze’ und den unter ↗Bruch, ↗Bruch (s. d.) angeführten kelt. Formen auf ie. *mereg̑-, *morg̑- bzw. *mrō̌g̑- ‘Rand, Grenze’ (wozu auch ↗Mark, ↗Marke, ↗merken, s. d.). Die Bedeutung ‘Rand, Grenze’ entwickelt sich über ‘Grenzland’ zu ‘abgegrenztes Gebiet, Bezirk’. Aus der alten Bedeutung ‘Grenzland’ erklären sich Bezeichnungen wie Mark Brandenburg, Mark Meißen (ursprünglich ‘Grenzgebiet’ gegen die Slawen), während sonst aus dem Slaw. entlehntes ↗Grenze (s. d.) vorgedrungen ist. Aus dem Germ. entlehnt ist afrz. frz. marche ‘Grenze, Grenzland’ (s. ↗Markise). Markgraf m. (in feudalistischer Zeit) ‘Verwalter, Richter eines Grenzlandes’, ahd. marcgrāvo (Hs. 12. Jh.), mhd. marcgrāve. Markstein m. ‘wichtiger, hervorragender Punkt’, ahd. (10./11. Jh.), mhd. marcstein ‘Grenzstein’. Markscheide f. ‘Grenze, Grenzlinie (einer Bergbaugrube)’, mhd. marcscheide ‘Bestimmung der Grenze, der abgegrenzte Raum’; Markscheider m. ‘bergbaulicher Vermessungsingenieur’, mhd. marcscheider ‘Beamter, der die Berge vermißt und die Grenzen der Berge und Stollen absteckt’ (14. Jh.); Markscheidekunst f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abmarkung · Bannstein · ↗Grenzstein · Markstein
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausstellung Beziehung Entwicklung Filmgeschichte Fortschritt Geschichte Karriere Moderne Nachkriegsgeschichte Schaffen Weg bedeuten bedeutend bedeutsam bezeichnen bilden darstellen geschichtlich historisch setzen wichtig würdigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Markstein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch für die Industrie ist der Fonds in jedem Fall ein Markstein.
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2003
Er wurde zum sichtbaren Zeichen, zum Markstein der Überlegenheit Frankreichs.
Kölnische Zeitung (Morgenblatt), 01.01.1924
Sie befaßt sich mit Problemen der Notation und bezeichnet einen Markstein in der Entwicklung der mittelalterlichen Musik.
o. A.: V. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 15788
Auch das Marienleben bildet einen Markstein in der Geschichte des neueren Liedes.
Gudewill, Kurt u. a.: Lied. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 40947
Die Gewinnung von Kommunalrechten durch die Städte ist der erste Markstein auf diesem Wege.
Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 247
Zitationshilfe
„Markstein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Markstein>, abgerufen am 27.06.2019.

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