Marginalie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Marginalie · Nominativ Plural: Marginalien · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungMar-gi-na-lie (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

Wissenschaft Notiz auf dem Rand einer Seite, Randbemerkung
Beispiele:
einen Text mit Marginalien versehen
Diese Feststellung habe Ich vorhin als Marginalie an den Rand geschrieben [ZuchardtStunde450]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

marginal · Marginale · Marge
marginal Adj. ‘am Rande befindlich, nebensächlich’, Entlehnung (16. Jh.) von frz. marginal (oder nlat. marginalis?) ‘an den Rand geschrieben’. Zu lat. margo (Genitiv marginis) ‘erhöhte Einfassung, Rand’ (einer Handschrift, eines Buches), ‘Grenzgebiet’ (s. ↗Mark). Marginale n. ‘Randbemerkung’, aus gleichbed. nlat. marginale, Plur. marginalia, substantiviertem Neutrum von nlat. marginalis ‘den Rand betreffend, am Rand notiert’ (vgl. gleichbed. mfrz. marginal Adj.), eine Bildung zu lat. margo (s. oben). Als geläufiges Wort der Buchdrucker erscheint es seit dem 16. Jh. in lat., seit Anfang des 18. Jhs. in dt. Flexion, und zwar meist im Plural Marginalien; später belegt sind singularische Formen wie Marginal n. (2. Hälfte 19. Jh.), Marginale n. (1. Hälfte 20. Jh.) und (aus dem Plur. rückgebildet) Marginalie f. (Mitte 20. Jh.?). Marge f. ‘(Handels)panne, Spielraum, Differenz’, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. frz. marge, eigentl. ‘Rand, Saum’, aus lat. margo (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bagatelle · ↗Banalität · ↗Belanglosigkeit · ↗Geringfügigkeit · ↗Kleinigkeit · ↗Lappalie · ↗Nebensache · ↗Nebensächlichkeit · ↗Nichtigkeit · ↗Petitesse · Unwichtiges · ↗Unwichtigkeit · keine große Geschichte · keine große Sache  ●  Sturm im Wasserglas  fig. · ↗Fliegenschiss  derb, fig. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kinkerlitzchen  ugs. · ↗Kleckerkram  ugs. · Kleinkleckerkram  ugs. · ↗Kleinkram  ugs. · Marginalie  geh. · ↗Peanuts  ugs., engl. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quisquilien (Plur., lat.)  geh. · Schnullibulli  ugs. · Tüddelkram  ugs., norddeutsch, variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Rand Schrift Theorie abtun schrumpfen verkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Marginalie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In ihren Marginalien sind sie vorübergehend vom Zwang zur Größe, die man ihnen längst abkauft, befreit.
Die Zeit, 01.07.2002, Nr. 26
Damit aber ist keineswegs eine Flucht in die Marginalien angetreten.
Die Welt, 27.11.1999
Wenn es ihm notwendig erschien, befaßte sich Kohl sogar mit scheinbaren Marginalien.
Der Tagesspiegel, 05.06.1998
Sie werden also in Zukunft, besonders die für die Reisezeit bestimmten Marginalien direkt bekommen.
Tucholsky, Kurt: An Carl von Ossietzky, 05.03.1932. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1932], S. 9862
Sie blieben fest und gingen über die Marginalien und Zettel ihres Königs hinweg.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 938
Zitationshilfe
„Marginalie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Marginalie>, abgerufen am 22.05.2019.

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