Mangel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mangels · Nominativ Plural: Mängel
Aussprache
WorttrennungMan-gel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Mangel‹ als Erstglied: ↗Mangelberuf · ↗Mangelbeseitigung · ↗Mangelerkrankung · ↗Mangelernährung · ↗Mangelerscheinung · ↗Mangelexemplar · ↗Mangelkrankheit · ↗Mangelsituation · ↗Mangelware · ↗Mangelwesen · ↗Mängelanzeige · ↗Mängelbeseitigung · ↗Mängelexemplar · ↗Mängelhaftung · ↗Mängelrüge · ↗Mängelwesen · ↗mangelfrei · ↗mangelhaft · ↗mängelfrei
 ·  mit ›Mangel‹ als Letztglied: ↗Antriebsmangel · ↗Arbeitskräftemangel · ↗Arbeitsmangel · ↗Auftragmangel · ↗Auftragsmangel · ↗Bargeldmangel · ↗Baumangel · ↗Bewegungsmangel · ↗Blutmangel · ↗Brennstoffmangel · ↗Damenmangel · ↗Eiweißmangel · ↗Fachkräftemangel · ↗Futtermangel · ↗Geldmangel · ↗Hauptmangel · ↗Herrenmangel · ↗Informationsmangel · ↗Insulinmangel · ↗Kalkmangel · ↗Kapitalmangel · ↗Kohlemangel · ↗Kohlenmangel · ↗Kompetenzmangel · ↗Konditionsmangel · ↗Konzentrationsmangel · ↗Lehrermangel · ↗Lehrstellenmangel · ↗Lichtmangel · ↗Luftmangel · ↗Materialmangel · ↗Nachwuchsmangel · ↗Nahrungsmangel · ↗Platzmangel · ↗Priestermangel · ↗Qualitätsmangel · ↗Raummangel · ↗Rechtsmängel · ↗Sachmangel · ↗Sachmängel · ↗Sauerstoffmangel · ↗Vitaminmangel · ↗Wassermangel · ↗Wohnungsmangel · ↗Zeitmangel · ↗Ärztemangel
 ·  mit ›Mangel‹ als Grundform: ↗bemängeln
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
nur im Singular
das Fehlen, Nichtvorhandensein einer (dringend) benötigten Sache, Person
Beispiele:
Mangel an Erfolg, Menschenkenntnis, Entschlossenheit, Mut, Ausdauer, Selbstvertrauen, innerer Festigkeit, Verständnis
ein empfindlicher, fühlbarer Mangel an Arbeitskräften, Nachwuchskräften, Facharbeitern, Personal
er wurde wegen Mangels an Beweisen freigesprochen
er erkrankte aus Mangel an Vitaminen
an etw. Mangel (= Not, Entbehrung) leiden, haben, fühlen
2.
Singular selten
Fehler, Unvollkommenheit
Beispiele:
an einem Produkt ernsthafte technische Mängel feststellen
dem Käufer sind die Mängel nicht aufgefallen
etw. weist schwere Mängel auf
das sind nur kleine Mängel
Mängel, einen Mangel aufdecken, beseitigen, beheben
er hat manchen charakterlichen Mangel (= charakterliche Schwäche)
daß die Krankheit dieses Leidenden nicht auf irgendwelchen Mängeln (= Gebrechen) seiner Natur beruhe [HesseSteppenw.4,193]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mangel1 · Mange · mangeln1
Mangel1, auch (südd.) Mange f. ‘Glättrolle’ für Wäsche, früher auch für (gefärbte) Webwaren (15. Jh.). Mhd. mange ‘Kriegsmaschine, Steinschleuder’, mnd. mange, mnl. manghe sind Entlehnungen aus mlat. manga, mangana ‘Werkzeug, Wurfmaschine, Hebelgeschütz’, spätlat. manganum ‘Werkzeug, Maschine’, griech. mánganon (μάγγανον) ‘Achse oder Rolle im Flaschenzug, eiserner Pflock, Bolzen, Schleudermaschine’. Die mit (Spann)walzen versehene Schleudermaschine wird mit Hilfe niederschnellender, mit Steinen gefüllter Kästen ausgelöst. Die Bezeichnung Mange(l) wird auf die den Tuchen Glanz verleihenden Maschinen übertragen, die mit ihren Glättwalzen, durch steingefüllte Kisten beschwert, einer Wurfschleuder ähneln. Auslautendes -l tritt in Analogie zu anderen Gerätebezeichnungen auf -el an. mangeln1 Vb. ‘mit beschwerten Rollen glätten’ (15. Jh.).

mangeln2 · Mangel2 · mangelhaft · bemängeln
mangeln2 Vb. ‘nicht ausreichend vorhanden sein, fehlen’, ahd. mangalōn (9. Jh.), mhd. mnd. mangelen, mangeln ‘Mangel haben, leiden, entbehren müssen’ ist wie mhd. mangen entlehnt aus spätlat. mancāre ‘verstümmeln, zum Krüppel machen, mangeln, fehlen’, das über Italien (vgl. ital. mancare ‘mangeln, fehlen’) nach dem Norden vermittelt wird; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 312 ff. Zugrunde liegt lat. mancus ‘gebrechlich, unvollständig, mangelhaft’, eigentlich ‘verstümmelt, verkrüppelt’, woraus (über Gallien) entlehntes mnl. manc, nl. mank ‘hinkend, lahm’. Mangel2 m. ‘Entbehrung, Knappheit, Fehler, Unzulänglichkeit’, Rückbildung aus dem Verb, mhd. mangel ‘Mangel, Gebrechen’; vgl. ahd. mangalunga ‘Mangel, Verlust’ (11. Jh.). mangelhaft Adj. ‘ungenügend, notdürftig, unvollständig, fehlerhaft’ (15. Jh.). bemängeln Vb. ‘beanstanden, auszusetzen haben’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Fehlen (von) · ↗Knappheit · ↗Seltenheit · ↗Unterversorgung (mit) · ↗Verknappung  ●  ↗Engpass  fig. · Mangel (an)  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Mangel (an)  Hauptform
Synonymgruppe
Abwesenheit (von) · ↗Ermangelung (von) · Fehlen (von) · Mangel (an)
Assoziationen
Synonymgruppe
Mangel · ↗Not
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Einbuße · ↗Einschränkung · ↗Entbehrung · Mangel · ↗Opfer · ↗Schmälerung
Assoziationen
Synonymgruppe
Abwesenheit · ↗Defizit · Fehlen · Mangel  ●  ↗Absenz  österr., schweiz.
Synonymgruppe
Defekt · ↗Defizit · Mangel · ↗Manko · ↗Minuspunkt · ↗Schaden · ↗Schwäche · ↗Unzulänglichkeit  ●  ↗Insuffizienz  fachspr. · ↗Macke  ugs.
Unterbegriffe
  • Wettlaufsituation · kritischer Wettlauf
Assoziationen
Antonyme
  • Mangel
Technik
Synonymgruppe
Mangel · ↗Wäschemangel
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Armseligkeit · ↗Armut · ↗Dürftigkeit · ↗Entbehrung · ↗Kargheit · Mangel · ↗Not
Oberbegriffe
  • Mangel · ↗Not
Assoziationen
  • (sich) nichts zu essen kaufen können · arm sein  ●  (bei jemandem) ist Schmalhans Küchenmeister  ugs. · (den) Kitt aus den Fenstern fressen (müssen)  derb, fig. · am Hungertuch nagen  ugs. · nichts zu beißen haben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitskraft Beseitigung Beweis Fachkraft abhelfen akut aufweisen ausgleichen baulich beheben beklagen beseitigen eklatant erheblich festgestellt feststellen freisprechen gravierend handwerklich herrschen klagen kompensieren leiden offenbaren offensichtlich organisatorisch schwerwiegend strukturell technisch verwalten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mangel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es habe sich um kleinere technische Mängel gehandelt, hieß es.
Die Zeit, 15.03.2012, Nr. 12
Mängel im Wissen sind bis zu einem gewissen Grad behebbar.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 437
Dem damaligen Mangel an Arbeit stehe heute bereits ein Mangel an Arbeitern gegenüber.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1938]
Er charakterisiert die Mängel, die vor allem in seinen Augen den beiden ersten Richtungen anhaften, viel weniger der Art Rankes.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 150
Und noch ein anderer wesentlicher Mangel haftet dieser Bezeichnung an.
Cassirer, Ernst: Philosophie der symbolischen Formen, Darmstadt: Wiss. Buchges. 1994 [1923], S. 31
Zitationshilfe
„Mangel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mangel#1>, abgerufen am 21.05.2019.

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Mangel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mangel · Nominativ Plural: Mangeln
WorttrennungMan-gel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Mangel‹ als Erstglied: ↗Mangelwäsche
eWDG, 1974

Bedeutung

Vorrichtung zum Glätten der Wäsche, bei der die Wäschestücke meist durch zwei gegenläufige Walzen geführt und glattgepresst werden, Rolle
Beispiele:
eine elektrische, mit Gas beheizte Mangel
die Wäsche durch die Mangel geben
übertragen
Beispiel:
salopp jmdn. in die Mangel nehmen, kriegen (= jmdm. hart zusetzen, stark auf jmdn. einwirken)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mangel1 · Mange · mangeln1
Mangel1, auch (südd.) Mange f. ‘Glättrolle’ für Wäsche, früher auch für (gefärbte) Webwaren (15. Jh.). Mhd. mange ‘Kriegsmaschine, Steinschleuder’, mnd. mange, mnl. manghe sind Entlehnungen aus mlat. manga, mangana ‘Werkzeug, Wurfmaschine, Hebelgeschütz’, spätlat. manganum ‘Werkzeug, Maschine’, griech. mánganon (μάγγανον) ‘Achse oder Rolle im Flaschenzug, eiserner Pflock, Bolzen, Schleudermaschine’. Die mit (Spann)walzen versehene Schleudermaschine wird mit Hilfe niederschnellender, mit Steinen gefüllter Kästen ausgelöst. Die Bezeichnung Mange(l) wird auf die den Tuchen Glanz verleihenden Maschinen übertragen, die mit ihren Glättwalzen, durch steingefüllte Kisten beschwert, einer Wurfschleuder ähneln. Auslautendes -l tritt in Analogie zu anderen Gerätebezeichnungen auf -el an. mangeln1 Vb. ‘mit beschwerten Rollen glätten’ (15. Jh.).

mangeln2 · Mangel2 · mangelhaft · bemängeln
mangeln2 Vb. ‘nicht ausreichend vorhanden sein, fehlen’, ahd. mangalōn (9. Jh.), mhd. mnd. mangelen, mangeln ‘Mangel haben, leiden, entbehren müssen’ ist wie mhd. mangen entlehnt aus spätlat. mancāre ‘verstümmeln, zum Krüppel machen, mangeln, fehlen’, das über Italien (vgl. ital. mancare ‘mangeln, fehlen’) nach dem Norden vermittelt wird; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 312 ff. Zugrunde liegt lat. mancus ‘gebrechlich, unvollständig, mangelhaft’, eigentlich ‘verstümmelt, verkrüppelt’, woraus (über Gallien) entlehntes mnl. manc, nl. mank ‘hinkend, lahm’. Mangel2 m. ‘Entbehrung, Knappheit, Fehler, Unzulänglichkeit’, Rückbildung aus dem Verb, mhd. mangel ‘Mangel, Gebrechen’; vgl. ahd. mangalunga ‘Mangel, Verlust’ (11. Jh.). mangelhaft Adj. ‘ungenügend, notdürftig, unvollständig, fehlerhaft’ (15. Jh.). bemängeln Vb. ‘beanstanden, auszusetzen haben’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Fehlen (von) · ↗Knappheit · ↗Seltenheit · ↗Unterversorgung (mit) · ↗Verknappung  ●  ↗Engpass  fig. · Mangel (an)  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Mangel (an)  Hauptform
Synonymgruppe
Abwesenheit (von) · ↗Ermangelung (von) · Fehlen (von) · Mangel (an)
Assoziationen
Synonymgruppe
Mangel · ↗Not
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Einbuße · ↗Einschränkung · ↗Entbehrung · Mangel · ↗Opfer · ↗Schmälerung
Assoziationen
Synonymgruppe
Abwesenheit · ↗Defizit · Fehlen · Mangel  ●  ↗Absenz  österr., schweiz.
Synonymgruppe
Defekt · ↗Defizit · Mangel · ↗Manko · ↗Minuspunkt · ↗Schaden · ↗Schwäche · ↗Unzulänglichkeit  ●  ↗Insuffizienz  fachspr. · ↗Macke  ugs.
Unterbegriffe
  • Wettlaufsituation · kritischer Wettlauf
Assoziationen
Antonyme
  • Mangel
Technik
Synonymgruppe
Mangel · ↗Wäschemangel
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Armseligkeit · ↗Armut · ↗Dürftigkeit · ↗Entbehrung · ↗Kargheit · Mangel · ↗Not
Oberbegriffe
  • Mangel · ↗Not
Assoziationen
  • (sich) nichts zu essen kaufen können · arm sein  ●  (bei jemandem) ist Schmalhans Küchenmeister  ugs. · (den) Kitt aus den Fenstern fressen (müssen)  derb, fig. · am Hungertuch nagen  ugs. · nichts zu beißen haben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitskraft Beseitigung Beweis Fachkraft abhelfen akut aufweisen ausgleichen baulich beheben beklagen beseitigen eklatant erheblich festgestellt feststellen freisprechen gravierend handwerklich herrschen klagen kompensieren leiden offenbaren offensichtlich organisatorisch schwerwiegend strukturell technisch verwalten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mangel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es habe sich um kleinere technische Mängel gehandelt, hieß es.
Die Zeit, 15.03.2012, Nr. 12
Mängel im Wissen sind bis zu einem gewissen Grad behebbar.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 437
Dem damaligen Mangel an Arbeit stehe heute bereits ein Mangel an Arbeitern gegenüber.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1938]
Er charakterisiert die Mängel, die vor allem in seinen Augen den beiden ersten Richtungen anhaften, viel weniger der Art Rankes.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 150
Und noch ein anderer wesentlicher Mangel haftet dieser Bezeichnung an.
Cassirer, Ernst: Philosophie der symbolischen Formen, Darmstadt: Wiss. Buchges. 1994 [1923], S. 31
Zitationshilfe
„Mangel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mangel#2>, abgerufen am 21.05.2019.

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