Mal, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mal(e)s · Nominativ Plural: Male
Grammatikselten Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mal(e)s · Nominativ Plural: Mäler
Aussprache
Wortbildung mit ›Mal‹ als Letztglied: ↗Brandmal · ↗Denkmal · ↗Ehrenmal · ↗Erinnerungsmal · ↗Feuermal · ↗Gedächtnismal · ↗Grabmal · ↗Hautmal · ↗Kainsmal · ↗Mahnmal · ↗Merkmal · ↗Muttermal · ↗Nägelmal · ↗Schandmal · ↗Steinmal · ↗Wundmal · ↗Würgemal · ↗Würgmal
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Zeichen, Fleck auf der Haut, am Körper
a)
Beispiele:
er trug ein Mal auf der Stirn
Mäler von dem grünlichen Safte waren [an der Hand] verblieben [RinserRinge27]
b)
Wundmal
Beispiele:
ein blutiges Mal
die dicken ... Blutstropfen, die aus den Malen quollen [EulenbergSonderbare Geschichten22]
c)
Muttermal
Beispiel:
sie hat ein kleines, rotes, feuriges Mal im Gesicht
2.
Monument, Mahnmal, Denkstein
Beispiel:
sahen wir in der Ferne etwas, was einem Mal glich, das sich jemand aufgerichtet hat [NossackSpirale357]
3.
Sport markierter Punkt für den Beginn und das Ziel, besonders beim Schlagballspiel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mal1 · zumal · allzumal · dazumal
Mal1 n. ‘Zeitpunkt’, ahd. (um 1000), mhd. mnd. māl ‘ausgezeichneter Punkt, Zielpunkt, Grenzzeichen, Zeitpunkt, festgesetzte Zeit’, nhd. Mal ‘Zeitpunkt’ und (davon nur orthographisch geschiedenes) ↗Mahl ‘Mahlzeit, Essen’ (s. d.), mnl. mael, nl. maal ‘Zeit(punkt), Mahlzeit’, afries. mēl, aengl. mǣl ‘Maß, Zeitpunkt, Jahreszeit, Mahlzeit’, engl. meal ‘Mahlzeit, Essen’, anord. māl ‘Zeit(punkt), Mahlzeit, Maß’, schwed. mål ‘Mahlzeit, Essen’, got. mēl ‘Zeit, Stunde’ (germ. *mēla-) geht mit mnd. mēle ‘Trog, Mulde, (Butter)maß’, aengl. mēle, mæle ‘Napf’, anord. mælir ‘Maß, Köcher’, got. mēla ‘Scheffel’ von einer Grundbedeutung ‘etw. Abgestecktes, Abgemessenes’ bzw. ‘Gefäß zum Abmessen, Maß’ aus und kann als Bildung mit l-Suffix an die Wurzel ie. *mē- ‘etw. abstecken, messen, abmessen’ angeschlossen werden. Mit t-Suffix sind vergleichbar aind. māti- ‘Maß, richtige Erkenntnis’, mímāti ‘mißt’, griech. métron (μέτρον) ‘(das rechte, volle) Maß, Ziel, Länge, Größe, Silben-, Versmaß’ (s. ↗Metrum), lat. mētīrī ‘(ab)messen’ und russ. métit’ (метить) ‘ein Zeichen machen, zielen, trachten’. Die im Germ. entstandene Bedeutung ‘Zeitpunkt’ entwickelt sich aus der räumlichen Auffassung ‘Punkt im Raum’. zumal Adv. Konj. ‘besonders, vor allem, weil’, mhd. ze māle, zemāl ‘auf einmal, zugleich, alsbald’, mnd. tō māle. Vgl. ahd. nū zi māle ‘für dieses Mal, jetzt’ (um 1000). Die Bedeutung geht aus von ‘zu diesem Zeitpunkt, zugleich’ und entwickelt sich über ‘zusammen (mit), auch’ zu ‘insbesondere’. Verstärkt allzumal Adv. ‘besonders, gänzlich, überhaupt, insgesamt’, spätmhd. alzemāle, mnd. altōmāle; s. ↗all. dazumal Adv. Konj. ‘damals, einst’, mhd. dō ze māle; s. ↗da.

Mal2 · Denkmal · Mahnmal · Merkmal · Muttermal · Wundmal
Mal2 n. ‘Zeichen, Fleck, verfärbte Hautstelle’ (Wund-, Muttermal), hervorgegangen aus ahd. māl, vgl. ougmāl ‘Augenschminke’, anamāl(i) ‘Narbe’ (9. Jh.), mhd. mnd. māl ‘Zeichen, Merkmal, Fleck’, mnl. mael, nl. maal, got. mēla (Plur.) ‘Schrift’ (germ. *mēla-; zu Herkunft und Verwandtschaft s. ↗malen), mit dem ahd. (um 800), mhd. meil ‘Fleck, Zeichen, Befleckung, Sünde, Schande’ in frühnhd. mal ‘Zeichen, Fleck, Markierung’ zusammenfällt, wobei zugleich vielfach semantischer Einfluß von lautgleichem ↗Mal (s. d.) erkennbar ist. Die Herkunft von ahd. mhd. meil, mnd. mēl, aengl. māl, engl. mole ‘Muttermal’, got. mail ‘Runzel’ ist ungewiß. Vielleicht sind vergleichbar griech. miá͞inein (μιαίνειν) ‘beflecken, besudeln’ und lit. máiva ‘Sumpfboden’, so daß eine Wurzel ie. *mai- ‘beflecken, beschmutzen’ angenommen werden kann. Denkmal n. ‘Erinnerungszeichen’ (16. Jh.); seit dem 17. Jh. (wohl unter Einfluß von ↗Monument, s. d.) ‘gegenständliches Bauwerk, Standbild’. Mahnmal n. ‘zur Mahnung, Erinnerung gesetztes Zeichen oder Denkmal’ (20. Jh.). Merkmal n. ‘Kennzeichen’ (17. Jh.). Muttermal n. ‘von Geburt an vorhandener Fleck, Zeichen in der Haut’ (16. Jh.). Wundmal n. ‘Zeichen einer körperlichen Verletzung, frische oder vernarbte Wunde’, ahd. wuntmāli (um 1000), wuntmāl (11. Jh.), mhd. wuntmāl.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fleck · Mal · ↗Zeichen
Unterbegriffe
Zitationshilfe
„Mal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mal#1>, abgerufen am 26.05.2019.

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Mal, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mal(e)s · Nominativ Plural: Male
Aussprache
Wortbildung mit ›Mal‹ als Letztglied: ↗2-mal · ↗3-mal · ↗achtmal · ↗allemal · ↗andermal · ↗diesmal · ↗dreimal · ↗dutzendmal · ↗einmal · ↗hundertmal · ↗keinmal · ↗manchmal · ↗paarmal · ↗tausendmal · ↗vielmal · ↗x-mal · ↗zehnmal · ↗zigmal · ↗zumal · ↗zweimal
 ·  formal verwandt mit: ↗oftmals · ↗sintemal
eWDG, 1974

Bedeutung

besonders in Verbindung mit Ordinalzahlen, Indef.pron.
weist darauf hin, wie oft oder wann sich etwas ereignet (hat)   Zeitpunkt unter mehreren
Beispiele:
es war das erste, zweite, letzte, einzige Mal, dass ...
dies war das erste und das letzte Mal, dass ich ihm geglaubt habe
er läutete zum zweiten Male
zum hundertsten Male hat sich das ereignet
voriges, letztes Mal
die letzten Male ging es besser
nächstes, ein anderes Mal setzen wir unsere Unterhaltung fort
(so) manches (liebe) Mal haben wir zusammengesessen
ich bin ein einziges Mal dort gewesen
das eine Mal hättest du zu Hause bleiben können
ein zweites Mal soll es nicht wieder vorkommen
er hat schon Dutzende von Malen teilgenommen
zu wiederholten Malen, zu Dutzenden von Malen habe ich es ihm schon gesagt
beide, mehrere, einige Male ist er gesehen worden
von Mal zu Mal hat er sich verändert, verbessert
er hat mich von Mal zu Mal vertröstet
es gelang ihm beim ersten, zum ersten Mal
ein ums, um das andere Mal, ein übers, über das andere Mal ist er an der Reihe
ein für alle Mal (= für immer) ist jetzt Schluss
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mal1 · zumal · allzumal · dazumal
Mal1 n. ‘Zeitpunkt’, ahd. (um 1000), mhd. mnd. māl ‘ausgezeichneter Punkt, Zielpunkt, Grenzzeichen, Zeitpunkt, festgesetzte Zeit’, nhd. Mal ‘Zeitpunkt’ und (davon nur orthographisch geschiedenes) ↗Mahl ‘Mahlzeit, Essen’ (s. d.), mnl. mael, nl. maal ‘Zeit(punkt), Mahlzeit’, afries. mēl, aengl. mǣl ‘Maß, Zeitpunkt, Jahreszeit, Mahlzeit’, engl. meal ‘Mahlzeit, Essen’, anord. māl ‘Zeit(punkt), Mahlzeit, Maß’, schwed. mål ‘Mahlzeit, Essen’, got. mēl ‘Zeit, Stunde’ (germ. *mēla-) geht mit mnd. mēle ‘Trog, Mulde, (Butter)maß’, aengl. mēle, mæle ‘Napf’, anord. mælir ‘Maß, Köcher’, got. mēla ‘Scheffel’ von einer Grundbedeutung ‘etw. Abgestecktes, Abgemessenes’ bzw. ‘Gefäß zum Abmessen, Maß’ aus und kann als Bildung mit l-Suffix an die Wurzel ie. *mē- ‘etw. abstecken, messen, abmessen’ angeschlossen werden. Mit t-Suffix sind vergleichbar aind. māti- ‘Maß, richtige Erkenntnis’, mímāti ‘mißt’, griech. métron (μέτρον) ‘(das rechte, volle) Maß, Ziel, Länge, Größe, Silben-, Versmaß’ (s. ↗Metrum), lat. mētīrī ‘(ab)messen’ und russ. métit’ (метить) ‘ein Zeichen machen, zielen, trachten’. Die im Germ. entstandene Bedeutung ‘Zeitpunkt’ entwickelt sich aus der räumlichen Auffassung ‘Punkt im Raum’. zumal Adv. Konj. ‘besonders, vor allem, weil’, mhd. ze māle, zemāl ‘auf einmal, zugleich, alsbald’, mnd. tō māle. Vgl. ahd. nū zi māle ‘für dieses Mal, jetzt’ (um 1000). Die Bedeutung geht aus von ‘zu diesem Zeitpunkt, zugleich’ und entwickelt sich über ‘zusammen (mit), auch’ zu ‘insbesondere’. Verstärkt allzumal Adv. ‘besonders, gänzlich, überhaupt, insgesamt’, spätmhd. alzemāle, mnd. altōmāle; s. ↗all. dazumal Adv. Konj. ‘damals, einst’, mhd. dō ze māle; s. ↗da.

Mal2 · Denkmal · Mahnmal · Merkmal · Muttermal · Wundmal
Mal2 n. ‘Zeichen, Fleck, verfärbte Hautstelle’ (Wund-, Muttermal), hervorgegangen aus ahd. māl, vgl. ougmāl ‘Augenschminke’, anamāl(i) ‘Narbe’ (9. Jh.), mhd. mnd. māl ‘Zeichen, Merkmal, Fleck’, mnl. mael, nl. maal, got. mēla (Plur.) ‘Schrift’ (germ. *mēla-; zu Herkunft und Verwandtschaft s. ↗malen), mit dem ahd. (um 800), mhd. meil ‘Fleck, Zeichen, Befleckung, Sünde, Schande’ in frühnhd. mal ‘Zeichen, Fleck, Markierung’ zusammenfällt, wobei zugleich vielfach semantischer Einfluß von lautgleichem ↗Mal (s. d.) erkennbar ist. Die Herkunft von ahd. mhd. meil, mnd. mēl, aengl. māl, engl. mole ‘Muttermal’, got. mail ‘Runzel’ ist ungewiß. Vielleicht sind vergleichbar griech. miá͞inein (μιαίνειν) ‘beflecken, besudeln’ und lit. máiva ‘Sumpfboden’, so daß eine Wurzel ie. *mai- ‘beflecken, beschmutzen’ angenommen werden kann. Denkmal n. ‘Erinnerungszeichen’ (16. Jh.); seit dem 17. Jh. (wohl unter Einfluß von ↗Monument, s. d.) ‘gegenständliches Bauwerk, Standbild’. Mahnmal n. ‘zur Mahnung, Erinnerung gesetztes Zeichen oder Denkmal’ (20. Jh.). Merkmal n. ‘Kennzeichen’ (17. Jh.). Muttermal n. ‘von Geburt an vorhandener Fleck, Zeichen in der Haut’ (16. Jh.). Wundmal n. ‘Zeichen einer körperlichen Verletzung, frische oder vernarbte Wunde’, ahd. wuntmāli (um 1000), wuntmāl (11. Jh.), mhd. wuntmāl.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fleck · Mal · ↗Zeichen
Unterbegriffe
Zitationshilfe
„Mal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mal#2>, abgerufen am 26.05.2019.

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