Mördergrube, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungMör-der-gru-be (computergeneriert)
WortzerlegungMörderGrube
eWDG, 1974

Bedeutung

Behausung, Schlupfwinkel von Mördern
Beispiel:
hier ist ja die reinste Mördergrube
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich aus seinem Herzen keine Mördergrube machen (= ehrlich seine Meinung sagen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mord · morden · Mörder · mörderisch · Mördergrube
Mord m. ‘vorsätzliche (heimliche) Tötung’, ahd. mord (9. Jh.), mhd. mort, asächs. morð, aengl. morþ, mnd. mōrt, mnl. moort, mort, nl. moord, afries. morth, anord. morð, schwed. mord (germ. *murþa-) und aind. mṛta- ‘Tod’ sind Bildungen mit ie. to-Suffix zur Schwundstufe der Wurzel ie. *mer(ə)- ‘sterben’, einer semantischen Weiterentwicklung im Sinne von ‘aufgerieben werden’ der unter ↗mürbe (s. d.) angeführten Wurzel ie. *mer(ə)- ‘aufreiben, reiben’ (wozu auch ↗morsch, s. d.). Zur gleichen Wurzel gehören aind. mriyátē ‘stirbt’, lat. morī, aslaw. mrěti, russ. merét’ (мереть), lit. mir̃ti ‘sterben’, lat. mors (Genitiv mortis) ‘Tod’ sowie mit ie. tro-Suffix got. maúrþr, aengl. morþor, engl. murder ‘Mord’ (germ. *murþra-). Im Gegensatz zum (im germanischen Recht sühnbaren) öffentlichen Totschlag bezeichnet Mord von Anfang an die heimliche, vorsätzliche Tötung, die mit dem Tod des Mörders geahndet wird. Im Nhd. steht Mord häufig als erstes Kompositionsglied in einem das Grundwort verstärkenden, steigernden Sinne, vgl. Mord(s)hunger, -kerl, -spektakel (alle 19. Jh.), zuvor ohne Fugen-s wie in Vorbildern wie Mordgeist (Luther), -dolch (17. Jh.), -bube (18. Jh.). morden Vb. ‘jmdn. (heimlich) vorsätzlich töten’, ahd. murdren, murden (8. Jh.), morden (Hs. 12. Jh.), mhd. mürden, mörden, morden. Mörder m. ‘wer einen Mord begeht’, mhd. mordære, auch ‘Verbrecher, Missetäter’. mörderisch Adj. ‘wie ein Mörder, grausam’ (15. Jh.), seit dem 19. Jh. auch nur verstärkend im Sinne von ‘sehr, unglaublich’; vgl. mhd. mordisch, mördisch. Mördergrube f. ‘Behausung, Schlupfwinkel von Mördern’ (15. Jh.), durch Luthers Bibelübersetzung (lat. spēlunca latrōnum) verbreitet; vgl. mhd. mortgruobe. Heute nur noch in der Wendung aus seinem Herzen keine Mördergrube machen ‘ohne Umschweife, offen reden’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Herz machen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mördergrube‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Viertel von einigen hunderttausend überlebte die »Mördergrube« allerdings nicht.
Die Zeit, 01.05.2006, Nr. 18
Er ist ein Mann der Kirche, er will und kann aus seinem Herzen keine Mördergrube machen.
Die Welt, 29.04.2004
Wie die Situation heute ist, muß die temperamentvolle, von Natur hingebende Frau es lernen, aus ihrem Herzen künstlich eine Mördergrube zu machen.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Den Vorschlag, sich zu wehren, der in einer entlegenen Mördergrube seines Herzens gemacht wurde, lehnte er ab.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 151
Man nenne die Sommerwohnung, in deren Garten man sich während der Visite einen Schnupfen geholt zu haben glaubt, nicht gleich Mördergrube.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 9946
Zitationshilfe
„Mördergrube“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Mördergrube>, abgerufen am 21.10.2019.

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