Lyriker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lyrikers · Nominativ Plural: Lyriker
Aussprache
WorttrennungLy-ri-ker (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
WortzerlegungLyrik-er
Wortbildung mit ›Lyriker‹ als Erstglied: ↗Lyrikerin
eWDG, 1969

Bedeutung

Verfasser von Lyrik
Beispiel:
der junge Lyriker wurde zu einer Dichterlesung eingeladen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lyrik · lyrisch · Lyriker
Lyrik f. Dichtungsart im Rhythmus, oft mit Reim, in Versen und Strophen, die unmittelbar Stimmungen, Gefühle, Gedanken ausdrückt und ein subjektiv bestimmtes Erlebnis vermittelt, entlehnt und substantiviert (1. Hälfte 19. Jh.) aus dem Adjektiv frz. lyrique in frz. poésie lyrique, wofür im Dt. zuvor lyrische Poesie (18. Jh.); vgl. jüngeres frz. lyrique m., heute auch f. Mfrz. frz. lyrique, aus lat. lyricus, griech. lyrikós (λυρικός) ‘zur Lyra, zum Spiel der Lyra gehörig’, von griech. lýra (λύρα) ‘Lyra, Leier’ abgeleitet (s. ↗Leier), bezieht sich anfangs entsprechend antiker Vorstellung auf zur Leier zu singende Dichtungen (Oden, Hymnen), danach (18. Jh.) allgemein auf empfindungsvolle Dichtung, wobei der Bezug zur Musik allmählich schwindet (vgl. Batteux’ Gliederung der Dichtung in poésie épique, dramatique, lyrique, 1750); die heutige Ausprägung des Begriffs entsteht in Frankreich um 1810. In dt. Texten begegnet zuvor lat. lyrica Plur. ‘lyrische Gesänge, Oden’, vgl. Die Lyrica oder getichte, die man zur Music sonderlich gebrauchen kan (Opitz, Poeterey 1624). lyrisch Adj. ‘die Lyrik betreffend, zu ihr gehörend, stimmungsvoll, empfindsam’ (1. Hälfte 18. Jh.), aus frz. lyrique (s. oben). Lyriker m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gedichteschreiber · Lyriker · ↗Musensohn · ↗Poet · Reimeschmied (leicht iron.) · ↗Spielmann · ↗Versemacher · Versschreiber  ●  ↗Barde  fig. · ↗Dichter  Hauptform · ↗Dichterling  abwertend · ↗Minnesänger  fig. · ↗Verseschmied  ironisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dramatiker Epiker Erzähler Essayist Gedicht Gedichtband Hörspielautor Kinderbuchautor Liedermacher Literaturkritiker Literaturwissenschaftler Lyrikerin Novellist Prosaautor Prosaist Romanautor Romancier Satiriker Stückeschreiber Theaterautor Tranströmer bedeutend begabt deutschsprachig expressionistisch geboren gestorben lebend zeitgenössisch Übersetzer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lyriker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An drei Abenden lesen fast 20 Lyriker aus ihren Texten.
Der Tagesspiegel, 17.09.2002
Der Lyriker, der es in Versen verströmt, weiß das sowieso aus der Abrechnung seines Verlegers.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 46
Schriftsteller, vor allem Lyriker, behaupten zuweilen, er interessiere sie nicht und sie schrieben nicht für ihn.
Die Zeit, 10.10.1957, Nr. 41
Aber wir sind wohl Lyriker unser Leben lang, und die andern haben »recht«.
Tucholsky, Kurt: An Walter Hasenclever, 15.12.1934. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1934], S. 16347
Denn noch ist in der Persönlichkeit des Lyrikers die Einheit von politischer Tat und musischem Ausdruck ungebrochen.
Wegner, Max: Alkaios. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 22564
Zitationshilfe
„Lyriker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Lyriker>, abgerufen am 24.04.2019.

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