Lumperei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lumperei · Nominativ Plural: Lumpereien
Aussprache
WorttrennungLum-pe-rei
Wortzerlegunglumpen-erei
Wortbildung mit ›Lumperei‹ als Letztglied: ↗Gesinnungslumperei
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
abwertend nichtswürdige, schäbige Handlungsweise
Beispiele:
das ist eine Lumperei!
dahinter verbirgt sich eine große Lumperei
er ließ sich immer wieder zu Lumpereien verführen
daß es in Ihrer Klasse sehr wohl einen Ehrenkodex gibt, Begriffe von Anständigkeit und Lumperei [NollHolt2,454]
2.
salopp lächerliche Kleinigkeit
Beispiel:
streitet euch doch nicht wegen dieser Lumperei
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lump · lumpen · Lumperei
Lump m. ‘gesinnungsloser Mensch, Gauner, Landstreicher’, eigentlich ‘Mensch in schlechter, zerschlissener Kleidung’, im 17. Jh. mit Bedeutungsdifferenzierung gekürzt aus ↗Lumpen (s. d.), noch im 18. Jh. gelegentlich Lumpe. Dazu gehört die Wendung sich nicht lumpen lassen ‘sich großzügig, freigebig zeigen’, eigentlich ‘sich nicht für einen Lump halten lassen, nicht einen Lump nennen lassen’, vgl. lumpen Vb. ‘schlaff herabhängen, wie ein Lump einhergehen, verlottert leben’ (16. Jh.). Dazu auch Lumperei f. ‘Betrügerei, üble Handlungsweise’ (16. Jh.), auch ‘armselige Nichtigkeit’ (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen haben sich die „christlichen Herren“ wieder eine Lumperei ausgedacht.
Die Zeit, 02.06.1989, Nr. 23
Kein Parlament beschäftigt sich so viel mit solchen Lumpereien wie gerade der deutsche Reichstag.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 04.03.1911
Jeder will am Ende gewinnen und versucht deshalb, durch eine Lumperei das Wahlergebnis zu manipulieren.
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2000
Zum Wahltag kann sich keiner von beiden des Sieges sicher sein - also wird dem Ergebnis mit der einen oder anderen Lumperei auf die Sprünge geholfen.
Süddeutsche Zeitung, 11.10.1996
Mit ihrer drastischen Gegenüberstellung von echter Religiosität und religiösem Konjunkturgeschäft, von sauberem Menschentum und menschlicher Lumperei entbehrt sie keineswegs einer gewissen Aktualität.
Die Zeit, 11.09.1959, Nr. 37
Zitationshilfe
„Lumperei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Lumperei>, abgerufen am 24.08.2019.

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