Los, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Loses · Nominativ Plural: Lose
Wortbildung mit ›Los‹ als Erstglied: ↗Losanteil · ↗Losbude · ↗Losentscheid · ↗Losglück · ↗Losgröße · ↗Loskauf2 · ↗Losnacht · ↗Losnummer · ↗Lospech · ↗Losschein · ↗Lostag · ↗Lostrommel · ↗Losverfahren
 ·  mit ›Los‹ als Letztglied: ↗Achtellos · ↗Baulos · ↗Emigrantenlos · ↗Erdenlos · ↗Freilos · ↗Gewinnlos · ↗Glückslos · ↗Lotterielos · ↗Menschenlos · ↗Rubbellos · ↗Seemannslos · ↗Spitzenlos · ↗Todeslos
 ·  mit ›Los‹ als Grundform: ↗losen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., besonders ein gekennzeichnetes Stück Papier, das in einem Personenkreis gezogen werden muss, wodurch eine Entscheidung herbeigeführt wird
Beispiele:
das Los ziehen
die Verteilung der Wohnungen wurde durch das Los entschieden
jmdn. trifft das Los, etw. tun zu müssen, den Küchendienst zu übernehmen
Fünf Wünsche will ich zulassen, und damit es gerecht zugeht, soll das Los entscheiden [KusenbergNicht zu glauben146]
2.
Anteilschein in der Lotterie
Beispiele:
ein Los (der Landeslotterie) ziehen, kaufen, erwerben
ein Los kostet einen Euro
jedes zweite Los gewinnt, ist ein Treffer
mein Los war eine Niete, ist als Niete herausgekommen
er hat auf sein Los 1 000 Euro gewonnen
jmd. hat das Große Los gezogen, gewonnen (= hat in der Lotterie den Hauptgewinn bekommen)
übertragen das große Los ziehengroßes Glück haben
Beispiel:
mit dieser Heirat, Entscheidung, der schönen Reise hatte sie das Große Los gezogen
3.
gehoben Schicksal, Geschick
Beispiele:
ein schweres, bitteres, tragisches, unsicheres, glückliches, beneidenswertes Los haben
in dieser Zeit, während des Krieges hatte sie kein leichtes Los
es war ihm ein hartes Los beschieden, zuteil
mit seinem Los zufrieden sein
auf ein besseres Los hoffen
sein Los mit Geduld, Ergebenheit tragen
es ist mein Los, dauernd auf andere Rücksicht nehmen zu müssen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Los · losen2 · Losung1 · auslosen · verlosen
Los n. ‘Schicksal, Geschick, verdeckt gekennzeichneter Gegenstand oder Zettel, durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden soll, Lotterieanteilschein’, ahd. (h)lōʒ ‘Spruch, Schicksal, Anteil’ (8. Jh.), mhd. lōʒ ‘Werfen des Loses, Aus-, Verlosung, Schicksal, Weissagung, gerichtliche Teilung, Erbteilung, altes Herkommen, Losungswort’, asächs. hlōt, mnd. lōt, aengl. hlīet, hlȳt, hlēt, anord. hlautr, got. hlauts ‘Los, Erbschaft’ (germ. *hlauta-, *hlauti-). Daneben ablautend (im Nhd. sich nicht fortsetzend) ahd. (h)luʒ ‘Schicksal’ (8. Jh.), mnd. lot, aengl. hlot ‘Anteil, Erbteil, Entscheidung’, engl. lot ‘Los, Posten’, mnl. nl. lot (s. ↗Lotterie), anord. hlutr ‘Los, Teil, Stück, Ding, Sache’, hluti ‘Losstab, zugefallenes Los, Teil, Stück’, schwed. lott ‘Los, Anteil’. Alle Bildungen sind Verbalabstrakta zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (h)lioʒan ‘losen, Wahrzeichen deuten’ (8. Jh.), mhd. lieʒen ‘losen, als Los zuteilen’, asächs. hliotan ‘erlosen, erlangen’, aengl. hlēotan ‘losen, durch Los erhalten’, anord. hljōta ‘(er)losen’, schwed. ljuta. Die Germanen versuchten, aus der Lage geworfener Runenstäbe zu weissagen. Geht man daher für das germ. Verb von einer Bedeutung ‘an-, festhaken’ (von einem geworfenen Stäbchen) aus und vergleicht lit. kliū́ti ‘hängenbleiben, anstoßen, hindern, in den Bereich von etw. kommen’, so ist Verwandtschaft mit den unter ↗schließen und ↗Schloß (s. d.) genannten Formen und Anschluß an die dort genannte Wurzel ie. *klē̌u-, *klāu- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ möglich. losen2 Vb. ‘durch Los ermitteln, ein Los ziehen’, mhd. lōʒen ‘das Los werfen, durchs Los bestimmen’, transitiv ‘(durch Los) verteilen’, schwach flektierende Neubildung zum Substantiv. Losung1 f. ‘Leitwort, Wahlspruch, Erkennungszeichen, Parole’ (16. Jh.), wohl eine Neubildung und nicht anknüpfend an ahd. (h)lōʒunga ‘Los, das Loswerfen’ (11. Jh.), mhd. lōʒunge ‘das Loswerfen, Teilung’. auslosen Vb. ‘durch das Los ermitteln’ (16. Jh.). verlosen Vb. ‘durch das Los verteilen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bestimmung · ↗Fatum · ↗Fügung · ↗Geschick · ↗Karma (buddh.) · ↗Kismet (islam.) · Los · ↗Prädestination · ↗Schicksal · ↗Schickung · ↗Vorbestimmung · ↗Vorherbestimmung · ↗Vorsehung · ↗Zufall
Assoziationen
Synonymgruppe
Lieferung · ↗Partie · ↗Posten  ●  ↗Charge  franz. · ↗Konvolut  geh., bildungssprachlich · Los  fachspr. · ↗Lot  fachspr. · ↗Schwung  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

ARD-Fernsehlotterie Auktion Glücksspirale Klassenlotterie Lotterie Offerte Schätzwert Tombola Versteigerung angeboten attraktiv bessern bitter dreihundert entscheiden ereilen erleichtern erwischen hart herausragend höchsttaxiert lindern mexikanisch schwer taxiert teuer traurig verkauft vierhundert ziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Los‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie waren besiegt worden und mußten nun das selbstverständliche Los eines geschlagenen Volksstammes tragen.
Petersen, Jes: Erde und Mensch, Berlin: Columbus-Verl. [1935] [1925], S. 120
Daß man in Wien schon seit langem trachtet, auch Lose werbegerecht herzustellen, zeigt ein Los der Armenlotterie.
Mitteilungen des Vereins Deutscher Reklamefachleute, 1915, Nr. 12
Denn das war unser schmerzlichstes Los, daß wir immer nur eine Heimat hatten, niemals aber ein Vaterland!
Dwinger, Edwin Erich: Die letzten Reiter, Jena: Eugen Diederichs 1935, S. 47
Im vorigen Jahr hatte sie vierzehn Lose gehabt und einen Rasierapparat gewonnen.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 164
Auf die Entscheidung durch das Los wollte man es bei diesem wichtigen Amt nicht ankommen lassen.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 974
Zitationshilfe
„Los“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Los>, abgerufen am 19.10.2019.

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