Loch, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Loch(e)s · Nominativ Plural: Löcher
Aussprache
Wortbildung mit ›Loch‹ als Erstglied: ↗Lochband · ↗Lochfraß · ↗Lochkamera · ↗Lochkarte · ↗Lochlehre · ↗Lochotter · ↗Lochstickerei · ↗Lochstreifen · ↗Lochzange · ↗Löchlein · ↗löcherig · ↗löchrig
 ·  mit ›Loch‹ als Letztglied: ↗Ablaufloch · ↗Abstichloch · ↗Abzugsloch · ↗Armloch · ↗Arschloch · ↗Astloch · ↗Bohrloch · ↗Brandloch · ↗Dreckloch · ↗Drecksloch · ↗Einflugloch · ↗Einschussloch · ↗Eisloch · ↗Erdloch · ↗Felsloch · ↗Fensterloch · ↗Feuerloch · ↗Finanzierungsloch · ↗Finanzloch · ↗Flugloch · ↗Frostloch · ↗Fuchsloch · ↗Funkloch · ↗Guckloch · ↗Haushaltloch · ↗Haushaltsloch · ↗Hinterhauptloch · ↗Hinterhauptsloch · ↗Hundeloch · ↗Kaninchenloch · ↗Kellerloch · ↗Kerkerloch · ↗Knopfloch · ↗Luftloch · ↗Mauerloch · ↗Mauseloch · ↗Mäuseloch · ↗Nasenloch · ↗Ofenloch · ↗Ozonloch · ↗Rattenloch · ↗Restloch · ↗Riesenloch · ↗Sandloch · ↗Schießloch · ↗Schlagloch · ↗Schlupfloch · ↗Schlüsselloch · ↗Schneeloch · ↗Schützenloch · ↗Sicherheitsloch · ↗Sommerloch · ↗Sprengloch · ↗Spundloch · ↗Startloch · ↗Steinloch · ↗Strudelloch · ↗Sumpfloch · ↗Waidloch · ↗Wasserloch · ↗Weidloch · ↗Wohnloch · ↗Wolkenloch · ↗Wurmloch · ↗Zaunloch
 ·  mit ›Loch‹ als Grundform: ↗lochen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
runde oder längliche Öffnung, die im Laufe der Zeit oder versehentlich entstanden oder von jmdm. geschaffen worden ist
Beispiele:
ein großes, kleines, rundes Loch
ein Loch bohren, stemmen, ausheben, stanzen
ein Loch ins Kleid brennen, sengen
sie hat sich [Dativ] ein Loch in den Strumpf gerissen
der Zaun, das Wasserrohr hat ein Loch
er schlägt ein Loch in das Eis
sie sah durch das Loch in der Wand, was im Zimmer vorging
sie schnallt den Gürtel ein Loch enger
der Zahnarzt füllt das Loch im Zahn aus
die Mutter stopft die Löcher der Jacke
sich [Dativ] ein Loch in den Kopf schlagen, stoßen (= sich am Kopf verletzen)
salopp, derb er säuft wie ein Loch (= trinkt unmäßig)
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich das neue Auto hat ein großes Loch in den Beutel gerissen, gefressen (= hat viel Geld gekostet)
umgangssprachlich ein Loch stopfen (= einen Schaden ausgleichen)
salopp ich werde ihm zeigen, wo der Zimmermann das Loch gelassen, gemacht hat (= ich werde ihn zur Tür hinauswerfen)
salopp jetzt pfeift's, da pfeift der Wind aus einem anderen Loch (= jetzt wird strenger durchgegriffen)
salopp Löcher in die Luft gucken (= vor sich hinstarren)
salopp jmdm. ein Loch in den Bauch reden (= unermüdlich auf jmdn. einreden)
salopp auf dem letzten Loch pfeifen (= mit seinem Können, seiner Kraft am Ende sein)
2.
salopp dunkler, enger Raum
a)
armselige Wohnung
Beispiele:
sie hausen in einem dumpfen, feuchten Loch
»Wir müssen ein anderes Quartier für dich finden. In diesem Loch gehst du ja ein.« [UhsePatrioten1,368]
b)
Gefängnis
Beispiele:
im Loch sitzen
jmdn. ins Loch stecken, sperren
3.
Tierbau, Höhle
Beispiele:
die Maus schlüpft ins Loch
der Fuchs kommt aus dem Loch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Loch · lochen · einlochen · löcherig · löchern
Loch n. ‘offene Stelle, Öffnung, Spalte, Vertiefung, Lücke’, ahd. loh ‘Verschluß, Versteck, Höhle, Loch, Gefängnis’ (8. Jh.), mhd. loch ‘Versteck, Höhle, Loch, Öffnung, Gefängnis, Hölle’, asächs. lok ‘Loch’, mnd. lok, mnl. loc ‘Loch, Öffnung’, aengl. loc ‘Schloß, Riegel, verschlossener Raum, Gefängnis’, engl. lock ‘Schloß, Verschluß’, anord. lok ‘Schloß, Riegel, Raum, Schluß, Ende’, schwed. lock ‘Deckel’ (germ. *luka-) sind Abstrakta zu dem starken Verb germ. *lūkan ‘(ver)schließen’ (s. ↗Luke). Anschluß an die Wurzel ie. *leug-, *lŭg- ‘biegen’ (wozu auch ↗Lauch und ↗Locke, s. d.) ist möglich, wenn von einer Bedeutungsentwicklung ‘biegen, zusammenbiegen, zumachen, schließen, verschließen’ ausgegangen wird (zu denken ist an ein Verschließen der Öffnung, einer Lücke im geflochtenen Zaun durch zu biegende Äste, Zweige). lochen Vb. ‘Löcher machen, mit Löchern versehen’, mhd. lochen. einlochen Vb. ‘in ein Loch einfügen, einpassen’ (16. Jh.), ‘ins Gefängnis stecken’ (19. Jh.). löcherig Adj. ‘Löcher aufweisend, durch-, zerlöchert’ (15. Jh.), mhd. lochereht. löchern Vb. ‘Löcher machen’, mhd. löchern, bis ins 19. Jh. Iterativum zu lochen (danach noch in den Zusammensetzungen durch-, zerlöchern); das Simplex neuerdings nur noch in übertragenem Sinne ‘durch anhaltendes Fragen oder Bitten jmdm. keine Ruhe lassen’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauch Birdie Bundeshaushalt Etat Haushalt Kasse Käse Loch Mauer Rentenkasse Riß Staatshaushalt Wand Zaun auftun bohren dunkel graben gähnen klaffen klaffend neun pfeifen reißen riesig schneiden schwarz stopfen tief winzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Loch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch ein Loch im Netz gelangte der Ball aber ins Tor.
Die Zeit, 19.10.2013 (online)
Dabei schaute er vor sich hin wie in ein Loch.
Arjouni, Jakob: Chez Max, Zürich: Diogenes 2006, S. 139
Sie war ringsum verziert mit einem Muster aus winzigen Löchern.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 466
Und man entdeckt auch bald, wie sich ein Raum unterteilen läßt, ohne daß dadurch zwei winzige "Löcher" entstehen.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 376
Das Zimmer dahinter ist genauso ein Loch, vier kahle Wände, vier schmale Schränke, vier unbezogene Betten.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 102
Zitationshilfe
„Loch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Loch>, abgerufen am 19.10.2019.

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