Liege, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Liege · Nominativ Plural: Liegen
Aussprache
WorttrennungLie-ge (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Liege‹ als Letztglied: ↗Holzliege · ↗Sprudelliege
eWDG, 1969

Bedeutung

flache Liegestatt ohne Rückenlehne und Seitenlehne
Beispiele:
eine moderne, bequeme Liege
die Liege ist mit Schaumgummi gepolstert
die übereck gestellten Liegen bilden eine Sitzecke
auf der Liege schlafen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

liegen · abliegen · abgelegen · anliegen · Anliegen · Anlieger · angelegen · Angelegenheit · angelegentlich · erliegen · unterliegen · Liege · Liegenschaft
liegen Vb. ‘sich (in waagerechter Lage) befinden, der Länge nach ausgestreckt sein’. Das gemeingerm. starke Verb ahd. liggen (um 800), mhd. ligen, asächs. liggian, mnd. lig(g)en, mnl. ligghen, nl. liggen, aengl. licgan, engl. to lie, anord. liggja, schwed. ligga, got. (ohne j-Präsens) ligan, im germ. Bereich verwandt mit ↗Lage, ↗Lager, ↗Gelichter (s. d.) und den kausativen Verben ↗legen, eigentlich ‘liegen machen’, und ↗löschen, eigentlich ‘sich legen machen’, sowie ↗löschen, eigentlich ‘sich legen’ (s. d.), setzt mit griech. léchos, léktron (λέχος, λέκτρον) ‘Lager, (Ehe)bett’, lóchos (λόχος) ‘das Lagern, Kindbett’, gewöhnlich ‘Hinterhalt, (die im Hinterhalt liegende) Schar’, lat. lectus ‘Lagerstatt, Bett’, air. lige ‘Bett, Lager’, laigid ‘legt sich’, gall. legasit ‘legte’, lit. (pa)lė́gti ‘niederlegen, schwächlich, kränklich werden’, palėgỹs ‘Bettlägerigkeit’, aslaw. ležati, russ. ležát’ (лежать) ‘liegen’, aslaw. lešti, russ. leč’ (лечь) ‘sich hin-, niederlegen’, aslaw. lože ‘Lager, Bett’ eine Wurzel ie. *legh- ‘(sich) legen, liegen’ voraus. abliegen Vb. ‘in einigem Abstand, entfernt liegen, entlegen sein’ (15. Jh.), (landschaftlich) ‘durch Lagern oder Liegen an Güte zunehmen, ablagern’ (16. Jh.); dazu abgelegen Part.adj. ‘fern, abseits gelegen, entfernt, entlegen’ (16. Jh.). anliegen Vb. ‘eng am Körper sitzen, wichtig sein, am Herzen liegen, zur Bearbeitung anstehen, jmdn. bewegen, beschäftigen, mit etw. behelligen, beigefügt sein, daneben liegen, benachbart sein’, ahd. analiggen ‘liegen, lasten auf, vorliegen, jmdn. bestürmen, sich erheben, sich jmds. bemächtigen’ (9. Jh.), mhd. aneligen ‘lasten auf, angelegentlich bitten, antreiben, bevorstehen’; substantiviert Anliegen n. ‘Angelegenheit, die einen betrifft, Bitte, Wunsch’ (15. Jh.); Anlieger m. ‘Anwohner, Angrenzer’ (19. Jh.); angelegen Part.adj. besonders in der Wendung sich etw. angelegen sein lassen ‘sich um etw. kümmern, bemühen’ (um 1400), zu anliegen im Sinne von ‘wichtig sein, am Herzen liegen’; Angelegenheit f. ‘Sache, Fall, Affäre’ (17. Jh.); angelegentlich Adj. ‘nachdrücklich, eindringlich, eifrig’ (16. Jh.), ursprünglich zu angelegen, doch schon von Anfang an, wohl unter Einfluß von ↗gelegentlich (s. d.), mit sekundärem t, zuweilen (im 17. Jh.) noch angelegenlich. erliegen Vb. ‘kraftlos werden, ermatten, umkommen, sterben, besiegt werden’, ahd. irliggen (8. Jh.), mhd. erligen. unterliegen Vb. ‘besiegt, bezwungen werden, einer Sache ausgesetzt, unterworfen sein’, ahd. untarliggen (um 800), mhd. underligen ‘nach unten zu liegen kommen, sich unterwerfen, unterworfen sein’. Liege f. ‘gepolstertes Möbel ohne Lehnen zum Liegen’ (1. Hälfte 20. Jh.). Liegenschaft f. ‘Grundstück, Grundbesitz, Immobilien’ (Anfang 19. Jh.), älter liegendes Gut, liegende Güter.

Thesaurus

Synonymgruppe
Couch · ↗Diwan · ↗Kanapee · Liege · ↗Ruhemöbel  ●  ↗Sofa  Hauptform · ↗Chaiselongue  geh., veraltend, franz. · ↗Ottomane  geh., historisch · Récamière  geh. · Triclinium (Antike)  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Liege · ↗Liegestuhl
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Handtuch Hocker Kopfende Liege Matratze Pool Ruheraum Schirm Schlafsack Sessel Sitzen Sofa Sonnenschirm Strandkorb Stuhl Swimmingpool ausruhen ausstrecken bequem betten bezogen entspannen gepolstert hölzern komfortabel leeren reservieren räkeln schmal schnallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Liege‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unsere Liege bricht aber bei mehr als 120 Kilo zusammen.
Bild, 19.10.2002
Nach etwa zwei Minuten erreicht er die Liege und dreht ihr langsam den Rücken zu.
Der Tagesspiegel, 09.12.2000
Im zartrosa getünchten Zimmer reizt mich vor allem die sanft nachfedernde Liege.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 234
Doch das Liegen war ihm jetzt, da die Lok erkämpft war, zu einer neuen Qual geworden.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 241
Karl saß jetzt aufrecht auf der Liege und ließ den Kopf hängen.
Regener, Sven: Herr Lehmann, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2006 [2001], S. 267
Zitationshilfe
„Liege“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Liege>, abgerufen am 24.08.2019.

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