Liebhaber, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Liebhabers · Nominativ Plural: Liebhaber
WorttrennungLieb-ha-ber
Wortzerlegungliebhaben-er
Wortbildung mit ›Liebhaber‹ als Erstglied: ↗Liebhaberbühne · ↗Liebhaberfach · ↗Liebhaberin · ↗Liebhaberpreis · ↗Liebhabertheater · ↗Liebhaberwert
 ·  mit ›Liebhaber‹ als Letztglied: ↗Blumenliebhaber · ↗Buchliebhaber · ↗Bücherliebhaber · ↗Filmliebhaber · ↗Hundeliebhaber · ↗Kunstliebhaber · ↗Musikliebhaber · ↗Naturliebhaber · ↗Pferdeliebhaber · ↗Rosenliebhaber · ↗Tulpenliebhaber · ↗Vogelliebhaber · ↗Weinliebhaber
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Mann, der eine Frau liebt
a)
abwertend Mann, der mit einer Frau ein Liebesverhältnis hat, Geliebter einer Frau
Beispiele:
sie hat viele, schon wieder einen neuen Liebhaber
Das alles wäre genügender Anlaß gewesen, dich zu meinem Liebhaber für jene Nacht zu machen [KafkaSchloß206]
b)
veraltend Verehrer einer Frau, Bewerber um eine Frau
Beispiele:
ein stürmischer, aufdringlicher, verschmähter Liebhaber
es fiel ihr ... ein, daß ihr Liebhaber ein Kaufmann sei, welcher am Ende nur ihr Vermögen zu erlangen wünsche [G. Keller6,267]
c)
Theater
Beispiel:
er spielt die Rolle des jugendlichen Liebhabers, ging vom Liebhaber ins Charakterfach über
2.
jmd., der für etw. eine Vorliebe hat, Freund, Verehrer von etw.
Beispiele:
er ist ein Liebhaber moderner Kunst, alter Stiche, Bachscher Musik, von Pferden
diese alte Truhe ist nur etw. für Liebhaber, hat nur für Liebhaber (= Kenner, Sammler) Wert
die neue Kaffeesorte, der Motorroller hat viele Liebhaber (= guten Anklang, Absatz) gefunden
Drüben wartet für Liebhaber eine Zigarre [Th. MannBuddenbrooks1,35]
3.
Amateur
Beispiel:
er ist auf dem Gebiet der Fotografie, Funkerei nur Liebhaber
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lieb · Lieb · Liebchen · Liebe · lieben · verlieben · Verliebtheit · liebeln · lieblich · Liebling · Liebschaft · liebenswert · liebenswürdig · Liebeserklärung · Liebhaber · Liebhaberei · lieblos · Liebreiz · liebreizend
lieb Adj. ‘geliebt, wert, herzlich, liebenswert, freundlich, angenehm, artig’, ahd. liob (um 800), mhd. liep, asächs. liof, mnd. lēf, mnl. nl. lief, aengl. lēof, engl. (älter) lief, anord. ljūfr, schwed. ljuv, got. liufs (germ. *leuba-) führt mit den verwandten (ablautenden) Verben ↗erlauben, ↗glauben, ↗loben (s. d.) und mit aind. lúbhyati ‘ist gierig, empfindet Verlangen’, lōbha- ‘Gier, Habsucht’, lubdha- ‘gierig, habsüchtig’, lat. libēre ‘belieben, gefällig sein’, libēns, lubēns ‘willig, gern’, libīdo, lubīdo ‘Lust, Begierde’, lit. liaupsẽ ‘Lob(lied)’, liáupsinti ‘loben, lobpreisen, verherrlichen’, aslaw. l’ubъ ‘lieb, wert’, russ. (umgangssprachlich) ljúbo (любо) ‘lieb, angenehm, geliebt, freundlich’, aslaw. l’ubiti, russ. ljubít’ (любить) ‘lieben, mögen’, aslaw. l’uby, russ. ljubóv’ (любовь) ‘Liebe’ auf eine Wurzel ie. *leubh- ‘gern haben, begehren, lieb’, auch ‘gutheißen, loben’ und (im Germ.) ‘Zutrauen, Vertrauen, Glaube’. lieb hat im älteren Sprachgebrauch die allgemeinere Bedeutung ‘angenehm, erfreulich’, vgl. noch heute es ist mir lieb. Lieb n. heute nur noch dichterisch für ‘Geliebte(r)’, besonders in der Fügung mein Lieb, ahd. liob n. (9. Jh.), mhd. liep ‘das Liebe, Angenehme, Erfreuliche, Freude, Geliebte(r)’, Substantivierung des Adjektivs; dazu das Deminutivum Liebchen n. ‘Liebste, Geliebte, Schatz’ (15. Jh. liebchin). Liebe f. ‘starkes Gefühl der Zuneigung, Barmherzigkeit, Mildtätigkeit’, auch als Objekt der Zuneigung ‘geliebte Person’, ahd. liubī (9. Jh.), lioba (11. Jh.), mhd. liebe ‘das Wohlgefallen, das man über oder durch etw. empfindet, das Liebsein, Freude, das Liebhaben, Freundlichkeit, Gunst’, dann (15./16. Jh.) in den heutigen Sinn übergehend, älteres, anstößig gewordenes ↗Minne (s. d.) verdrängend. Abstraktbildung zum Adjektiv. lieben Vb. ‘ein starkes Gefühl der Zuneigung empfinden, gern haben’, ahd. liobōn (8. Jh.), liuben (9. Jh.) ‘angenehm, lieb machen oder sein, empfehlen, begehren, wohltun’, mhd. lieben ‘angenehm, lieb machen, sein oder werden, gefallen, Freundlichkeit erweisen’; in heutiger Bedeutung seit dem 16. Jh. üblich, zuvor dafür mhd. liep haben, älteres ↗minnen (s. d.) verdrängend. verlieben Vb. reflexiv ‘von Liebe ergriffen werden, in Liebe entbrennen, liebgewinnen’ (2. Hälfte 16. Jh.), anfangs transitiv ‘als angenehm anstreben, belieben’ (16. Jh.); Verliebtheit f. (19. Jh.). liebeln Vb. ‘mit der Liebe spielen, flirten’ (18. Jh.), zuvor ‘seine Liebe bezeugen, liebkosen, schmeicheln’ (16. Jh.); Iterativum zu lieben. lieblich Adj. ‘anmutig, reizvoll, entzückend, hübsch und zart, heiter und freundlich’, ahd. liublīh (8. Jh.), mhd. lieplich ‘freundlich, angenehm’; vgl. ahd. liublīhho Adv. ‘freundlich, zärtlich’ (9. Jh.). Liebling m. ‘Geliebte(r), vor allen geliebte, bevorzugte, begünstigte Person’ (17. Jh.), anfangs im Sinne von ‘Günstling’ (eines Fürsten). Liebschaft f. ‘Liebesverhältnis’, mhd. liebeschaft, liepschaft. liebenswert Adj. ‘von gewinnender Art, sympathisch’ (17. Jh.). liebenswürdig Adj. ‘freundlich, höflich, zuvorkommend’ (18. Jh.), zuvor Liebens würdig (Opitz), vermutlich Wiedergabe von nl. liefwaardig. Liebeserklärung f. ‘Geständnis der Liebe’ (18. Jh.). Liebhaber m. ‘Mann, der mit einer Frau ein Liebesverhältnis hat, Geliebter einer Frau’ (oft abschätzig), auch ‘Mann, der eine Frau liebt und sich um sie bewirbt, wer für etw. eine Vorliebe hat, Amateur’, mhd. liephaber ‘Liebender, Freund, Anhänger’, gebildet zu mhd. liep haben; Liebhaberei f. ‘aus Neigung, Freude an der Sache ausgeübte Tätigkeit, Steckenpferd’ (Adelung 1777). lieblos Adj. ‘unfreundlich, herzlos’, mhd. liebelōs ‘ohne Liebe, freudlos’. Liebreiz m. ‘Anmut, reizendes Aussehen, bezauberndes Wesen, Grazie, Charme’, liebreizend Adj. (beide 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anbeter · ↗Bewunderer · Liebhaber · ↗Verehrer  ●  ↗Fan  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Bettgenosse · ↗Beziehung · ↗Freund · Geliebter · ↗Gespiele · ↗Günstling · ↗Hausfreund · Mann ihres Herzens · ↗Verhältnis · ständiger Begleiter  ●  ↗Kavalier  ironisch, veraltet · Liebhaber  Hauptform · ↗Lover  engl. · ↗Beschäler  derb · Boyfriend  ugs., engl. · ↗Galan  geh., veraltet, ironisch · ↗Kerl  ugs., salopp · ↗Stecher  vulg.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
...anhänger · ...begeisterter · ...enthusiast · ...fetischist · ...freak · ...freund · ...liebhaber · ...narr · ↗Anhänger · ↗Enthusiast · ↗Fan · ↗Freund · Liebhaber · ↗Sympathisant  ●  ↗Tifoso  ital. · ...fan  ugs. · ...philer  geh. · ...ratte  ugs. · ↗Fex  ugs. · ↗Freak  ugs., engl.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kenner · Liebhaber · ↗Sammler
Assoziationen
  • biblioman · ↗bibliophil · buchverliebt · büchernärrisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dieb Ehefrau Ehemann Geliebte Kenner Koch Liebhaberin Literatur Sammler Vulkan abgelegt abgewiesen betrogen eifersüchtig enttäuscht feurig heimlich jugendlich leidenschaftlich passioniert romantisch schmachtend treulos unglücklich untreu verflossen verlassen verschmäht wechselnd zärtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Liebhaber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie mußte auch bleiben, was sie gewesen war, trotz aller Veränderungen, trotz der Ehe, trotz des Kindes und trotz des Liebhabers.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 254
Er war ein sehr feuriger Liebhaber und wurde nicht müde, Hanna den Hof zu machen.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 460
Der gewissenhafte Liebhaber und Betreuer eines Autos braucht geistige Anregung und Bestätigung durch die Unterhaltung mit Gleichgesinnten.
o. A.: Eva und das Auto, Hamburg: BP Benzin und Petroleum Aktiengesellschaft Verl. 1966, S. 379
Einen besseren Liebhaber gibt es auf der ganzen Welt nicht!
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 226
Nur ein einziges Mal, als er zufällig vorzeitig nachts nach Hause kommt, da schmeißt er den Liebhaber aus seinem Bett.
Der Tagesspiegel, 11.10.2000
Zitationshilfe
„Liebhaber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Liebhaber>, abgerufen am 23.08.2019.

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