Lethargie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lethargie · Nominativ Plural: Lethargien · wird meist im Singular verwendet
WorttrennungLe-thar-gie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Lethargie‹ als Grundform: ↗lethargisch
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Medizin anhaltende Bewusstlosigkeit, Schlafsucht
Beispiel:
Ärzte und Schwestern bemühten sich um den Kranken, bis er aus der Lethargie erwachte
2.
übertragen Teilnahmslosigkeit, Interesselosigkeit, Stumpfheit
Beispiele:
in trübe Lethargie versinken
gegen seinen Willen, aus einer Lethargie heraus ... gab er nach [UhsePatrioten1,492]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lethargie · lethargisch
Lethargie f. ‘starke Schläfrigkeit mit Bewußtseinsstörungen, Schlafsucht’, als Krankheitsbezeichnung im 16. Jh. aus spätlat. lēthargia, griech. lēthargía (ληθαργία) ‘Schlafsucht’ entlehnt, aber erst seit dem 18. Jh. allgemein geläufig, vielfach in der übertragenen Bedeutung ‘Trägheit, Gleichgültigkeit, Teilnahms-, Interesselosigkeit’. Der Ausdruck ist abgeleitet von griech. lḗthargos (λήθαργος) ‘vergeßlich’ (eigentlich ‘durch Vergeßlichkeit untätig oder träge’), substantiviert ‘schlummerähnlicher Zustand, Schlafsucht, lethargisches Fieber’; vgl. griech. lḗthē (λήθη) ‘Vergessenheit, Vergeßlichkeit’ und ārgós (ἀργός) ‘untätig, unwirksam’. lethargisch Adj. ‘schlafsüchtig, träge, gleichgültig, teilnahms-, interesselos’ (um 1800); vgl. lat. lēthargicus, griech. lēthargikós (ληθαργικός) ‘von Lethargie betroffen, schlafsüchtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Apathie · ↗Desinteresse · ↗Gleichgültigkeit · ↗Gleichmut · ↗Indifferenz · ↗Interessenlosigkeit · Lethargie · ↗Passivität · ↗Phlegma · ↗Saumseligkeit · ↗Teilnahmslosigkeit · ↗Trägheit · ↗Untätigkeit  ●  Abnegation  geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Lethargie · ↗Schlafmützigkeit · Tranigkeit  ●  Transusigkeit  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apathie Desinteresse Fatalismus Gleichgültigkeit Larmoyanz Lustlosigkeit Mißmut Orientierungslosigkeit Passivität Resignation Zurücklehnen abschütteln aufrütteln aufschrecken aufwecken breitmachen dumpf erwachen herausführen herausreißen lähmend reißen sommerlich verfallen verfällen verharren versinken wachrütteln weitverbreitet überwinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lethargie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Uns sind sie indes vor allem Ausdruck der psychischen wie physischen Lethargie der Kuh.
Die Zeit, 02.04.2009, Nr. 15
Vielleicht war der Zoff sogar hilfreich, hat uns aus der Lethargie gerissen.
Bild, 15.05.2004
Sie befindet sich also während des größten Teils ihres Lebens in einem erstarrten Zustande der Lethargie.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 193
Hilde, die dem neuen Gast zunächst keine Beachtung geschenkt hatte, erwachte allmählich aus ihrer Lethargie.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2543
Sie wußten um die Verbreitung sozialistischen, kommunistischen und anarchistischen Gedankenguts, sie kannten die religiöse Lethargie und Antipathie weiter Kreise.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 14915
Zitationshilfe
„Lethargie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Lethargie>, abgerufen am 19.04.2019.

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