Lende, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lende · Nominativ Plural: Lenden
Aussprache
WorttrennungLen-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Lende‹ als Erstglied: ↗Lendchen · ↗Lendenbraten · ↗Lendenschurz · ↗Lendenstück · ↗Lendenwirbel · ↗lendenlahm
 ·  mit ›Lende‹ als Letztglied: ↗Rinderlende · ↗Rindslende · ↗Schweinslende
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
dichterisch Körperteil des Menschen hinter und über den Hüftknochen
Beispiele:
historisch seine Lenden mit dem Schwert gürten
Ich aber bringe die liebliche Braut, / Daß ich zur Seite sie leg dir, Lende an Lende [HacksFriedenII]
von den Lenden fiel das weite weiße Beinkleid hinab [Stifter2,40]
bildlich
Beispiel:
er gürtet seine Lenden (= bereitet sich vor), um ...
übertragen
Beispiel:
er würde sicherlich ... etwas Verwendbareres für den arggeplagten, den sehr gedrückten und geknickten Sprößling seiner Lenden (= seiner Zeugungskraft) mitgegeben haben [RaabeII 1,297]
2.
das Fleisch vom Schlachtvieh zwischen den Nieren unterhalb des Rückgrats
Beispiele:
ich möchte ein Stück Lende
die Lende braten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lende · Lendenbraten · lendenlahm
Lende f. Körperteil hinter und über den Hüftknochen, das Fleisch vom Schlachtvieh unterhalb des Rückgrats, ahd. lentī, lentin ‘Nieren, Lende’ (8. Jh.), mhd. lende, älter lente, asächs. lendin, mnd. mnl. nl. lende, aengl. lendenu Pl., anord. lend, schwed. länd führen mit schwundstufigem ahd. lunda ‘Talg’ (9. Jh.), aengl. lundlaga ‘Niere’, (ge)lynde ‘Fett’, anord. lund ‘Lende, Nierenfett’ und mit lat. lumbus (aus *londhu̯os) ‘Lende’, aslaw. lędvịję Plur. ‘Lenden’, russ. (älter) ljádveja (лядбея) ‘Lende, Schenkel’ auf ie. *lendh- ‘Lende, Niere’. Lendenbraten m. ahd. lentibrāto (9. Jh.), mhd. lendebrāte. lendenlahm Adj. ‘kreuzlahm’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Filet · Lende · ↗Lendenbraten  ●  ↗Lungenbraten  österr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Badetuch Brust Feuer Filet Frucht Gürtel Handtuch Hüfte Kraft Rücken Schulter Schurz Tuch binden entspringen gürten link österreichisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lende‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf der Linie konnte er eine Ecke von Rahn nur mit ausgestreckter Lende abwehren.
Bild, 16.04.2005
Zwar ist man, zeitlich versetzt, denselben Lenden entsprossen und lebt, notgedrungen, lange unter einem Dach.
Süddeutsche Zeitung, 20.03.1997
Zwei Männer hatten die Lenden gegürtet, die Säbel gewetzt, das Pulver bis auf ihre alten Tage trockengehalten.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 459
Hiob rief mir zu: Gürte deine Lenden wie ein Mann - ich will dich fragen, lehre mich!
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30239
Dann pumpte sie sich wieder denselben Weg durch und ungezählte Male immer denselben Weg von den Lenden ins Hirn.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 154
Zitationshilfe
„Lende“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Lende>, abgerufen am 20.08.2019.

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