Leinwand, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungLein-wand
WortzerlegungLeinenWand
Wortbildung mit ›Leinwand‹ als Letztglied: ↗Breitleinwand · ↗Filmleinwand · ↗Großbildleinwand · ↗Großleinwand · ↗Kinoleinwand · ↗Packleinwand · ↗Rohleinwand · ↗Rundumleinwand · ↗Sackleinwand · ↗Videoleinwand · ↗Zeltleinwand
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
nur im Singular
sehr haltbares Gewebe aus Flachs
Beispiele:
selbstgewebte, feine Leinwand
Ich nehme ein weißes Säckchen von grober Leinwand aus Großmutters Kommode [StrittmatterTinko209]
2.
Fläche aus 1, auf die der Kunstmaler seine Farben aufträgt
Beispiele:
er trug Öl auf die Leinwand auf
bemalte Leinwände
ein schönes Bild, eine großartige Leinwand des großartigen Malers [Feuchtw.Füchse754]
3.
große, weiße Fläche in einem Filmtheater, auf der der Film vorgeführt wird, Bildwand
Beispiele:
die flimmernde Leinwand des Kinos
vor der Leinwand sitzen
das Geschehen auf der Leinwand gebannt verfolgen
dieser Film wird in den nächsten Wochen über die Leinwand, Leinwände laufen
übertragen Film
Beispiele:
jmd. erscheint auf der Leinwand
Chaplin ist der König der Leinwand
jmdn. von der Leinwand kennen, auf der Leinwand sehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lein · leinen · Leinen · Linnen · Leinöl · Leinwand · Lein(e)weber
Lein m. ‘Leinpflanze, Flachs’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. aengl. anord. līn ‘Flachs’ (auch ‘Leinen, leinenes Gewand’), asächs. līn ‘Leintuch’, nl. lijn, engl. (mundartlich) line, schwed. lin ‘Flachs’, got. lein ‘Leinwand’ (germ. *leina-) vergleicht sich außergerm. zunächst mit air. līn ‘Netz’ und alban. (geg.) lîn(ni) ‘Lein, Flachs’, die sämtlich aus lat. līnum ‘Lein, Flachs, Leinen, Leine’ entlehnt sein können. Daneben stehen mit kurzem Vokal griech. línon (λίνον) ‘Lein, Flachs, Leinwand, Bettlaken’, lit. lìnas ‘Flachsstengel, -pflanze’, lìnaĩ Plur. ‘Lein, Flachs’, aslaw. lьnъ ‘Lein’, lьněnъ ‘leinen, linnen’, russ. lën (лён) ‘Lein, Flachs’. Angesichts des hohen Alters des Flachsanbaus sind Lehnbeziehungen ungewiß. Vielleicht ist für alle Formen von ie. *lī̌no- ‘Lein, Flachs’ auszugehen, das freilich selbst aus einer nicht-ie. Sprache stammen könnte. leinen Adj. ‘aus Flachs gewebt’, ahd. (8. Jh.), mhd. līnīn; dazu die Substantivierung Leinen n. ‘haltbares Gewebe aus Flachs, Leinentuch, Leinwand’ (16. Jh.). Linnen n. ‘Leinwand, Stoff aus Leinen’, im 18. Jh. über den westfälischen Leinwandhandel erfolgte Übernahme von nd. Linnen, mnd. linnen, Substantivierung von mnd. linnen Adj., mit Vokalkürzung gegenüber asächs. līnīn ‘leinen’. Leinöl n. ‘aus Leinsamen gepreßtes Öl’ (15. Jh.), vgl. mhd. līnsātöl. Leinwand f. älter Leinewand ‘Gewebe aus Flachs’, frühnhd. (vereinzelt) lingewand und (Luther) Linwand. Diese wohl aus dem Nd. (vgl. mnd. līn-, līne-, linne(n)-, lēnewant) stammende und zu mnd. want ‘Gewand, Tuch, Zeug’ (s. ↗Gewand) gehörende Form wird im 17. Jh. sprachüblich und verdrängt älteres Leinwat (bis 17. Jh.), ahd. (11. Jh.), mhd. līnwāt, zu (im Nhd. ebenfalls untergegangenem) ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. wāt ‘Kleidung, Kleidungsstück, Gewandstoff’, das wie asächs. wād, aengl. wǣd, engl. weed, anord. vāð ‘Gewebe, Zeug’, schwed. våd ‘(Tuch)bahn’ mit lit. ū̃dis ‘Gewebe’, áusti ‘weben’ sich an ie. *ā̌udh-, *u̯ē̌dh-, *ūdh-, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *au̯-, *au̯ə- ‘flechten, weben’ (wozu unmittelbar aind. ṓtum ‘weben’), anschließen läßt. Nach heutigem Sprachempfinden wird das Grundwort von Leinwand als zu Wand gehörig empfunden, vgl. Leinwand für ‘Bildwand’. Lein(e)weber m. ‘Weber von Leinen’, mhd. līnweber, (md.) līnenweber.

Thesaurus

Synonymgruppe
Leinwand · ↗Schirm · ↗Wandschirm
Synonymgruppe
Leinwand · Reifengewebe
Synonymgruppe
Bildwand · Leinwand · ↗Projektionswand
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acryl Bildschirm Bühne Farbe Holz Kino Papier Pinsel Projektor Staffelei auftragen bannen bemalen bemalt dämonisch flackern flimmern golden großformatig grundiert leer malen projizieren riesig weiß zaubern Öl Ölfarbe überdimensional übertragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leinwand‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gegenüber 549 Streifen 2005 kamen im letzten Jahr 607 Filme auf die Leinwand.
Die Zeit, 08.03.2007 (online)
Heiß her geht es auf der Leinwand trotzdem, doch bei allen aufwendig von Chan choreographierten Kämpfen fließt kein einziger Tropfen Blut.
Der Tagesspiegel, 13.12.2004
Du läßt die fertig bezogene Leinwand so lange gespannt, bis sie völlig getrocknet ist.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 115
Es ist mir zu tot, zu leblos auf der glatten Leinwand.
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Vor einigen Jahren sah ich ein modernes Gemälde, eine etwa metergroße dunkelgrau grundierte Leinwand.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„Leinwand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Leinwand>, abgerufen am 17.07.2019.

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