Leichtsinnigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungLeicht-sin-nig-keit
Wortzerlegungleichtsinnig-keit
eWDG, 1969

Bedeutung

Leichtsinn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leicht · leichtern · erleichtern · Leichtigkeit · leichtfertig · Leichtfertigkeit · leichtgläubig · leichtsinnig · Leichtsinnigkeit · Leichtsinn
leicht Adj. ‘von geringem Gewicht, nicht schwierig, bekömmlich, schnell, unbeschwert, heiter, leichtsinnig’, ahd. līhti (8. Jh.), līht (11. Jh.), mhd. līht(e), asächs. līht- (in līhtlīk), mnd. licht, lucht, mnl. licht, lecht, nl. licht, aengl. lēoht, līht, engl. light, anord. lēttr, schwed. lätt, got. leihts führen auf eine Adjektivbildung germ. *lenhta- bzw. *līht(j)a- mit Nasalausfall und Ersatzdehnung, so daß als verwandt auch ↗gelingen (s. d.) und (schwundstufig) ↗Lunge und ↗lungern (s. d.) herangezogen werden können. Vergleicht man ferner ebenfalls Nasalausfall aufweisendes, doch ohne t-Suffix gebildetes aind. laghúḥ ‘leicht, unschwer, gering’, (älter) raghúḥ ‘eilend, schnell, geschwind, Renner’, griech. elachýs (ἐλαχύς) ‘klein, gering’ sowie lit. leñgvas ‘leicht’, so kann von ie. *lengu̯h- bzw. *lṇgu̯h- ausgegangen werden, einer nasalierten Form der Wurzel ie. *legu̯h- ‘leicht in Bewegung und Gewicht’, an die lat. levis ‘leicht, schnell, sanft, unbedeutend’, air. (Komp.) laigiu ‘kleiner, schlechter’, aslaw. lьgъkъ, russ. lëgkij (лёгкий) ‘leicht’ anschließbar wären. leichtern Vb. ‘leichter machen’, vom Komparativ des Adjektivs abgeleitet, ahd. līhterōn ‘leichter machen, erleichtern, mildern’ (um 1000), mhd. līhtern, auch ‘leichter werden’; dazu erleichtern Vb. ‘leichter machen, von einer Last befreien’, ahd. irlīhterōn (11. Jh.), mhd. erlīhter(e)n. Leichtigkeit f. ‘das Leichtsein, Mühelosigkeit, Ungezwungenheit’, mhd. līhtecheit, līhtekeit, līhtikeit. leichtfertig Adj. ‘unbesonnen, unüberlegt, leichtsinnig’, mhd. līhtvertec, līhtvertic ‘leicht, schnell in der Bewegung, fein’, auch ‘schwächlich’; Leichtfertigkeit f. mhd. līhtvertecheit. leichtgläubig Adj. ‘schnell etw. glaubend, leicht zu täuschen’ (16. Jh.). leichtsinnig Adj. ‘leichten Sinnes, fröhlich, unbekümmert, lustig’ (16. Jh.), dann ‘leichtfertig, unüberlegt, unbedacht’ (17. Jh.); entsprechend Leichtsinnigkeit f. ‘unbekümmerter, heiterer Sinn’ (16. Jh.), dann ‘Leichtlebigkeit, Mangel an Überlegtheit, Unvorsichtigkeit’ (17. Jh.), in dieser Verwendung vom 18. Jh. an allmählich von Leichtsinn m. zurückgedrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Leichtfertigkeit · Leichtsinn · Leichtsinnigkeit · ↗Sorglosigkeit · ↗Unbedarftheit · ↗Unbekümmertheit · ↗Unvorsichtigkeit
Assoziationen
  • Jugendtorheit · jugendlicher Leichtsinn  ●  ↗Jugendsünde  Hauptform · ich war jung und brauchte das Geld  ugs., Spruch
Synonymgruppe
Blauäugigkeit · ↗Leichtgläubigkeit · Leichtsinnigkeit · ↗Naivität
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem Lächeln eines Gentleman quittierte derweil Bella seine Leichtsinnigkeit.
Süddeutsche Zeitung, 01.10.2002
Man muss sich helfen mit der Erkenntnis, dass das Schicksal nicht gleich bei jeder Leichtsinnigkeit zuschlägt, sonst hätte man selbst diese Phase wohl nie überlebt.
Die Zeit, 25.07.2011, Nr. 30
Nur haben wir uns, wie auch schon gegen Brasilien, durch Leichtsinnigkeiten in der Abwehr selber in Schwierigkeiten gebracht.
Die Welt, 22.06.2001
Du weißt, daß Du mich durch irgendeine Unvorsichtigkeit oder Leichtsinnigkeit zum unglücklichsten Menschen machen kannst.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 09.12.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Im Zuge des Umbruchs 1990 sei "kollektive Leichtsinnigkeit zur Staatsräson geworden", polterte Claus Noé, Ex-Staatssekretär von Oskar Lafontaine.
Der Tagesspiegel, 16.01.2001
Zitationshilfe
„Leichtsinnigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Leichtsinnigkeit>, abgerufen am 15.10.2019.

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