Leiche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Leiche · Nominativ Plural: Leichen
Aussprache
WorttrennungLei-che (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Leiche‹ als Erstglied: ↗Leichenauto · ↗Leichenbefund · ↗Leichenbegängnis · ↗Leichenberg · ↗Leichenbeschauer · ↗Leichenbestatter · ↗Leichenbitter · ↗Leichenbittermiene · ↗Leichenblässe · ↗Leicheneule · ↗Leichenfeier · ↗Leichenfeld · ↗Leichenfledderei · ↗Leichenfledderer · ↗Leichenfrau · ↗Leichengeruch · ↗Leichengift · ↗Leichenhalle · ↗Leichenhaus · ↗Leichenhemd · ↗Leichenkammer · ↗Leichenmahl · ↗Leichenobduktion · ↗Leichenrede · ↗Leichenredner · ↗Leichenschau · ↗Leichenschmaus · ↗Leichenschänder · ↗Leichenschändung · ↗Leichenstarre · ↗Leichenstein · ↗Leichenteil · ↗Leichentransport · ↗Leichentuch · ↗Leichenverbrennung · ↗Leichenwagen · ↗Leichenzug · ↗Leichenöffnung · ↗leichenblass · ↗leichenfahl · ↗leichenhaft
 ·  mit ›Leiche‹ als Letztglied: ↗Bierleiche · ↗Kinderleiche · ↗Pestleiche · ↗Schnapsleiche · ↗Tierleiche · ↗Wasserleiche
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
toter menschlicher oder tierischer Körper
Beispiele:
eine Leiche begraben, beisetzen, verbrennen, exhumieren, identifizieren
die Leiche wurde öffentlich aufgebahrt, in die Heimatstadt überführt
im Wasser trieb die Leiche eines Hundes
die Passagiere des abgestürzten Flugzeugs konnten nur noch als Leichen geborgen werden
verstümmelte Leichen
er ist blass wie eine Leiche
salopp wie eine wandelnde, lebende Leiche (= sehr blass, elend) aussehen
bildlich
Beispiele:
nach zehn Flaschen Bier war er eine Leiche (= stark betrunken)
er geht über Leichen (= nimmt keinerlei Rücksicht auf andere)
umgangssprachlich nur über meine Leiche! (= das geschieht nicht, solange ich lebe!)
umgangssprachlich aber nur über meine Leiche kommt ihr ins Billardzimmer [BöllBillard39]
2.
veraltend, süddeutsch, österreichisch Begräbnis, Leichenbegängnis
Beispiele:
es war eine schöne, große Leiche
salopp, scherzhaft Spaß muss sein bei der Leiche! (= Entschuldigung für unpassende Lustigkeit)
Das war die letzte Leiche; von nun an geh ich zu keiner mehr [Wasserm.Gänsemännchen270]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leiche · Leichdorn · Leichenbegängnis · Leichenbitter · Leichenbittermiene · leichenblaß
Leiche f. ‘toter menschlicher oder tierischer Körper, Leichnam’, südd. auch ‘Leichenbegängnis’. Ahd. līh ‘Körper, Leib, Leichnam’ (8. Jh.), mhd. līch, asächs. mnd. līk, mnl. lijc, nl. lijk, aengl. līc, anord. līk, norw. schwed. lik, dän. lig, got. leik führen auf germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’, das schon früh als verhüllender Ausdruck für ‘toter Körper, toter Mensch’ gebraucht wird. Die Bedeutung ‘Körper, Gestalt’ ist bewahrt in Leichdorn m. ‘Hühnerauge’ (eigentlich ‘Dorn im Körper’), ahd. līhthorn (11. Jh.), mhd. līchdorn, mnd. līkdōrn; auf ihr beruht ferner ↗gleich (eigentlich ‘denselben Körper, dieselbe Gestalt habend’, s. d. Weiteres zur Herkunft) und das Kompositionssuffix ↗-lich (‘die Gestalt habend’, s. d.). Gegenüber dem Germ. vollzieht sich beim dt. Substantiv ein Genuswandel. Ahd. līh zeigt neben ererbtem neutr. auch fem. Genus, das sich im Mhd. durchsetzt. Die gleiche Neuerung weist mnd. līk gegenüber dem Asächs. auf. Nhd. Leiche (mit auslautendem -e) seit dem 16. Jh. (mhd. līche nur vereinzelt). Leichenbegängnis n. ‘Totenfeier, Beerdigung, Bestattung’ (17. Jh.). Leichenbitter m. ‘wer im Namen der Hinterbliebenen zur Beerdigung einlädt’ (17. Jh.); Leichenbittermiene f. ‘trauriges, verzweifeltes Gesicht’ (wie es ein Leichenbitter zeigt, 18. Jh.). leichenblaß Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Leiche · ↗Leichnam · Toter · sterbliche Hülle · sterbliche Überreste · toter Körper
Unterbegriffe
  • Fettleiche · Wachsleiche
Assoziationen
  • (die) Augen für immer schließen · (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · ↗ableben · das Zeitliche segnen · den Tod erleiden · ↗erlöschen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aushauchen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗dahinscheiden  verhüllend · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne des Lebens abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · über die Klinge springen (lassen)  salopp · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · den Geist aufgeben  ugs. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Grube fahren  ugs., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · seinen Geist aufgeben  ugs. · vor seinen Richter treten  geh., fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
  • Abgelebter · Dahingegangener · Dahingeschiedener · Ermordeter · Gefallener · Leiche · Verblichener  ●  Entschlafener  verhüllend · Toter  Hauptform · Verstorbener  Hauptform · Getöteter  geh. · Verschiedener  geh.
  • Aas · ↗Kadaver · ↗Tierkörper · ↗Tierleiche
  • Begräbnisplatz · ↗Grabfeld · ↗Gräberfeld · ↗Totenacker  ●  ↗Friedhof  Hauptform · ↗Gottesacker  veraltet · ↗Kirchhof  veraltet · Leichenhof  veraltet
  • L-Schein · ↗Leichenschauschein · ↗Todesbescheinigung · ↗Totenschein
  • Bahre · ↗Totenbahre
  • Fettwachs · Leichenfett · Leichenlipid · ↗Leichenwachs  ●  Adipocire  fachspr., franz., lat.
Synonymgruppe
Abgelebter · Dahingegangener · Dahingeschiedener · Ermordeter · Gefallener · Leiche · Verblichener  ●  Entschlafener  verhüllend · Toter  Hauptform · Verstorbener  Hauptform · Getöteter  geh. · Verschiedener  geh.
Assoziationen
  • Ableben · ↗Abschied · ↗Exitus · Hinscheiden · ↗Lebensende · ↗Sterben · Versterben  ●  ↗(jemandes) Tod  Hauptform · ↗Abberufung  verhüllend, fig. · ↗Heimgang  religiös · ↗Hinschied  schweiz. · ↗Sterbefall  fachspr., Amtsdeutsch
  • (die) Augen für immer schließen · (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · ↗ableben · das Zeitliche segnen · den Tod erleiden · ↗erlöschen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aushauchen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗dahinscheiden  verhüllend · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne des Lebens abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · über die Klinge springen (lassen)  salopp · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · den Geist aufgeben  ugs. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Grube fahren  ugs., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · seinen Geist aufgeben  ugs. · vor seinen Richter treten  geh., fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
  • Leiche · ↗Leichnam · Toter · sterbliche Hülle · sterbliche Überreste · toter Körper

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bergung Fundort Keller Massengrab Obduktion Trumm abtransportieren auffinden ausgraben bergen entdecken erfinden exhumieren finden identifizieren mumifiziert nackt obduzieren pflastern skelettiert verbrannt verbrennen verkohlt verscharren verstümmelt verwesen verwesend verwest zerstückeln zerstückelt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leiche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Entlang der Straßen liegen überall Leichen, notdürftig mit Planen abgedeckt.
Die Zeit, 10.11.2013 (online)
Es gibt keine Leiche, und wo man keine finden kann, liegt auch kein Verbrechen vor.
konkret, 1984
Zu seinem Schrecken fand der Forscher am nächsten Morgen nur noch ihre Leichen.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 334
So stauen sich die Leichen um den ruhigen Arbeiter auf.
Rilke, Rainer Maria: Der Totengräber. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1903], S. 6085
Wie angenehm ist es jedoch eigentlich, über Leichen zu weinen.
Altenberg, Peter: Was der Tag mir zuträgt. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1901], S. 641
Zitationshilfe
„Leiche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Leiche>, abgerufen am 21.10.2019.

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