Leder, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Leders · Nominativ Plural: Leder
Aussprache
WorttrennungLe-der
Wortbildung mit ›Leder‹ als Erstglied: ↗Lederabsatz · ↗Lederbalg · ↗Lederball · ↗Lederband1 · ↗Lederband2 · ↗Lederbar · ↗Lederbeutel · ↗Lederbranche · ↗Lederbrieftasche · ↗Ledercouch · ↗Ledercreme · ↗Ledercrème · ↗Lederdress · ↗Lederei · ↗Ledereinband · ↗Lederfetischist · ↗Lederfett · ↗Ledergamasche · ↗Ledergürtel · ↗Lederhandschuh · ↗Lederhaut · ↗Lederhose · ↗Lederimitation · ↗Lederjacke · ↗Lederknopf · ↗Lederkoffer · ↗Lederkoller · ↗Lederlappen · ↗Ledermantel · ↗Ledermappe · ↗Ledernacken · ↗Lederoptik · ↗Lederpolster · ↗Lederranzen · ↗Lederriemen · ↗Lederrücken · ↗Lederschuh · ↗Lederschurz · ↗Ledersessel · ↗Ledersofa · ↗Ledersohle · ↗Lederstiefel · ↗Lederstollen · ↗Ledertapete · ↗Ledertasche · ↗Ledertäubling · ↗Lederware · ↗Lederzeug · ↗lederartig · ↗lederbesetzt · ↗lederbraun · ↗lederfarben · ↗lederfarbig · ↗ledergebunden · ↗lederig · ↗ledrig
 ·  mit ›Leder‹ als Letztglied: ↗Abfall-Leder · ↗Abfallleder · ↗Absatzleder · ↗Arschleder · ↗Bergleder · ↗Brandleder · ↗Büffelleder · ↗Eidechsenleder · ↗Fensterleder · ↗Galanterieleder · ↗Ganzleder · ↗Glaceeleder · ↗Glacéleder · ↗Glanzleder · ↗Goldleder · ↗Halbleder · ↗Handleder · ↗Handschuhleder · ↗Hirschleder · ↗Juchtenleder · ↗Kalbleder · ↗Kalbsleder · ↗Kernleder · ↗Knautschlackleder · ↗Knautschleder · ↗Korduanleder · ↗Krokodilleder · ↗Kunstleder · ↗Nackenleder · ↗Oberleder · ↗Pressleder · ↗Putzleder · ↗Rindleder · ↗Rindsleder · ↗Rohleder · ↗Rückenleder · ↗Saffianleder · ↗Schafleder · ↗Schafsleder · ↗Schaftleder · ↗Schlangenleder · ↗Schleifboxleder · ↗Schuhleder · ↗Schutzleder · ↗Schweinsleder · ↗Sohlenleder · ↗Sohlleder · ↗Sämischleder · ↗Unterleder · ↗Velourleder · ↗Veloursleder · ↗Wildleder · ↗Ziegenleder
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
gegerbte Tierhaut
Beispiele:
ein glattes, geschmeidiges, genarbtes, gepresstes Leder
eine Handtasche aus Leder
Leder verarbeiten, pressen, färben, pflegen, (ein)fetten
ein Buch in Leder binden
seine Haut ist derb wie Leder
das Fleisch ist zäh wie Leder
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich der Braten ist das reinste Leder (= ist sehr zäh)
salopp, übertragen
Beispiele:
jmdm. das Leder gerben (= jmdn. verprügeln)
jmdm. ans Leder wollen (= jmdn. angreifen wollen)
jmdm. auf dem Leder knien (= jmdn. bedrängen)
(gegen jmdn.) vom Leder ziehen (= zu schimpfen beginnen) (= jmdn. scharf angreifen)
und wenn es ihnen im Getümmel allzu dicht ans Leder geht (= wenn sie zu sehr in Bedrängnis geraten) [HagelstangeSpielball179]
2.
Dinge, die aus 1 gefertigt sind
a)
lederne Kleidung
Beispiel:
ein in Leder gekleideter Rennfahrer
b)
lederner Sitz
Beispiel:
Aber als er sich ins Leder [des Wagens] zurücklehnte [ZuckmayerLeben u. Tod89]
c)
Schurz der Handwerker, Bergleute
d)
umgangssprachlich Fußball
Beispiele:
das Leder ins Tor, Netz schießen
am Leder (= Ball) bleiben
e)
umgangssprachlich Fensterleder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leder · Lederer · ledern
Leder n. ‘gegerbte Tierhaut’, ahd. ledar (um 1000; vgl. halsledar, 9. Jh.), mhd. leder, asächs. leðar, mnd. ledder, mnl. leder, nl. leder, leer, aengl. -leþer, engl. leather, anord. leðr, schwed. läder (germ. *leþra-) finden Entsprechungen in den kelt. Formen air. lethar, kymr. lledr, wobei unklar bleibt, ob das germ. Wort aus dem Kelt. entlehnt oder mit diesem verwandt ist. Da weitere Anknüpfungsversuche ungewiß sind, erwägt de Vries Nl. 387 Herkunft aus einer vorie. Substratsprache. Das Substantiv bezeichnet seit dem Mhd. auch unterschiedliche aus Leder gefertigte Gegenstände, u. a. die ‘Schwertscheide’ (hierzu vom Leder ziehen ‘jmdn. hart angreifen, sich hart äußern’), das ‘Sitzleder’ des Bergmanns (auch Arsch-, Bergleder) und seit 1. Hälfte 20. Jh. den ‘Fußball’. Lederer m. ‘Gerber’, ahd. ledarāri, ledareri (Hs. 12. Jh.), mhd. lederære, lederer; im 17./18. Jh. durch Gerber verdrängt, doch noch mundartlich. ledern Adj. ‘aus Leder, zäh, langweilig’, ahd. lidirīn (9. Jh.), mhd. liderīn, lederīn, lidern, asächs. liðarīn, aengl. liþeren, leþeren, engl. leathern. Das auf Vokalharmonie zurückzuführende i der Stammsilbe in den älteren Sprachstufen hält sich literatursprachlich (besonders im Obd.) bis ins 17. Jh., wird jedoch von dem vom Md. ausgehenden ledern (ähnlich wie gülden durch golden) verdrängt.

Thesaurus

Sport
Synonymgruppe
Fußball  ●  Leder  ugs. · ↗Pille  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Fußball  ●  Fussi  ugs. · König Fußball  ugs. · Spiel um das runde Leder  ugs.
Synonymgruppe
Leder · ↗Tierhaut
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aluminium Chrom Edelholz Fell Filz Gummi Holz Kunststoff Lack Latex Metall Pelz Pergament Samt Schuh Seide Sportsitz Textil Textilie Wolle Wurzelholz braun edel fein gegerbt nachjagen riechen rund schwarz weich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte einen großen, altmodischen Rucksack aus dunkelgrünem Leinen, der bauchig nach unten durchhing und schwerbeladen schien, eine schwarze Umhängetasche aus Leder, offensichtlich für Werkzeug.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 403
An sich wollten wir ja einen Ranzen aus Leder kaufen, aber die sind doch zu teuer.
Der Tagesspiegel, 01.09.2000
Denen könnte man ohne Schaden für die glorreiche Nation getrost ans Leder.
Die Welt, 17.04.1999
Und schöne Etuis gibt es hier auch, aus Leder sogar.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 21.10.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es ist in Leder gebunden und riecht, je älter es wird, um so mehr danach.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 46
Zitationshilfe
„Leder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Leder>, abgerufen am 20.05.2019.

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