Lebenserinnerung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lebenserinnerung · Nominativ Plural: Lebenserinnerungen
WorttrennungLe-bens-er-in-ne-rung
WortzerlegungLebenErinnerung
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
Erinnerung einer Person an Ereignisse und Stationen des eigenen Lebens
Beispiele:
In meiner Lebenserinnerung sind vor allem die 1950er und 60er Jahre sehr dominant. [Die Zeit, 19.09.2011, Nr. 38]
Im Foyer des Nationaltheaters gab es mit Mats Staubs »21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden« eine Langzeitstudie mit Videomonitoren, auf denen Bürgerinnen und Bürger sich selbst zuhören, wie sie Lebenserinnerungen preisgeben. [Süddeutsche Zeitung, 04.10.2018]
Die zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen 103-jährige Dame erzählt im Film ihre Lebenserinnerungen bis zum Ende des zweiten Weltkriegs. [Itʼs all happening!, 03.07.2016, aufgerufen am 14.09.2018]
Eine einzige Lebenserinnerung der Verstorbenen […] wird von einem Filmteam […] nachgestellt, gefilmt und damit konserviert. [Neue Zürcher Zeitung, 10.04.2005]
Was Luther bei Tisch an eigener Lebenserinnerung mitteilte, wurde […] mit besonderem Interesse von Freunden und Verehrern schriftlich festgehalten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.1995]
Kollokation:
als Akkusativobjekt: Lebenserinnerungen schreiben, aufschreiben, niederschreiben, zu Papier bringen
2.
meist im Plural
schriftlich verfasste Schilderung von Ereignissen aus dem Leben des Verfassers
Beispiele:
Auch Caspar von Voght schwärmt in seinen Lebenserinnerungen rückblickend, er habe damals die seligsten Tage seines bisherigen Lebens verbracht. [Die Zeit, 28.12.2013 (online)]
Darwin selbst hat in seinen bestürzend harmlosen Lebenserinnerungen den Rückzug nach Downe als Schlüssel für seinen Erfolg bezeichnet. [Welt am Sonntag, 12.08.2018, Nr. 32]
Im ersten Satz der »Lebenserinnerungen eines streitbaren Pazifisten« schwingt die Skepsis eines reflektierten Praktikers gegenüber meist belanglosen Autobiografien mit. [Forschungsjournal Soziale Bewegungen, 04.11.2016, aufgerufen am 14.09.2018]
Melanie Mandl ist Ghostwriterin für Lebenserinnerungen. Ihr kann man entweder seine eigene Biografie erzählen, oder aber auch Erinnerungen an Freunde oder Familie, die sie dann niederschreibt. [Der Standard, 17.12.2014]
allgemeiner Doch weil auch die Wirklichkeit selbst zunehmend den Charakter einer Reality-Show annimmt, erfreut sich das Genre der Lebenserinnerungen in den USA besonderer Aufmerksamkeit. [Neue Zürcher Zeitung, 21.01.2006]
Seine im Jahr darauf veröffentlichten Lebenserinnerungen »Geschichte eines Deutschen« wurden zu einem großen Bucherfolg. [Süddeutsche Zeitung, 20.12.2003]
Ich liebe dieses Buch. Eine – im sprachlichen Sinn – grafisch aufgearbeitete Lebenserinnerung auf wenigen Seiten. [Die Zeit, 07.01.2014 (online)] ungewöhnl. Sg.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: unveröffentlichte, veröffentlichte Lebenserinnerungen
als Akkusativobjekt: Lebenserinnerungen veröffentlichen, vorlegen
in Präpositionalgruppe/-objekt: (etw.) in seinen Lebenserinnerungen behaupten, berichten, beschreiben, erzählen, schreiben, schildern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Band Botschafter Bäuerin Erscheinen Kapitel Lektüre Maler Niederschrift Schulze Tagebuch Tiergärtner Titel Verlag aufschreiben berichten beschreiben erscheinen erschienen erwähnen erzählen lesen nachlesen niederschreiben schildern schreiben unveröffentlicht verfassen veröffentlichen veröffentlicht überschreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lebenserinnerung‹.

Zitationshilfe
„Lebenserinnerung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Lebenserinnerung>, abgerufen am 19.08.2019.

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