Lebensbeichte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lebensbeichte · Nominativ Plural: Lebensbeichten
WorttrennungLe-bens-beich-te
WortzerlegungLebenBeichte
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
erzählte Geschichte des eigenen Lebens in Form eines Bekenntnisses, oft mit der Suche um Vergebung für begangene Sünden
Beispiele:
Und er diktiert seine Lebensbeichte, nichts als die ungeschminkte Wahrheit, allerdings mit dem Gespür für Pointen. [Der Spiegel, 24.09.2012, Nr. 39]
Der Markt wird überschwemmt von Ratgebern und Lebensbeichten. Mit Hape Kerkelings Buch »Ich bin dann mal weg« ging es los, seitdem gibt es keine Karenz mehr ohne öffentliches Protokoll. [Süddeutsche Zeitung, 17.11.2018]
Der anspruchsvolle Thriller »Adler und Engel« besteht aus der in eine Rahmenhandlung eingebetteten Lebensbeichte des Ich-Erzählers. [lesertagebuch, 17.04.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Schostakowitsch, so legten die »Memoiren« nahe, war nicht der angepasste Staatskünstler, sondern ein heroischer Dissident. […] Für die einen erscheint der Komponist in einem neuen, viel helleren Licht. Für die anderen ist die nachgereichte Lebensbeichte ein Reinwaschungsversuch. [Die Zeit, 28.09.2006, Nr. 40]
Es ist die große, schonungslose, offene Lebensbeichte von Deutschlands beliebtestem Schauspieler. Mario Adorf (73) hat seine Autobiografie geschrieben – »Himmel und Erde«. [Bild, 27.03.2004]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine schonungslose Lebensbeichte
als Akkusativobjekt: eine Lebensbeichte ablegen, schreiben
2.
Religion vor einem Wendepunkt im Leben abgelegte, umfassende Beichte
Beispiele:
Zum Entsetzen der Familie brach Iñigo mit seinem bisherigen Leben. Er ging zum Kloster Montserrat und legte dort eine drei Tage dauernde Lebensbeichte ab. In Ritterrüstung und auf Knien hielt er eine Nacht Wache vor dem Gnadenbild der schwarzen Madonna. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2006]
Ich befasste mich nachher mit dem Wort Gottes, es folgte eine Lebensbeichte usw.[;] kurzum, es ging zurück zum Glauben, freilich mit Hindernissen, auf und ab, wie es im Leben so ist … [CHRISTLICHES FORUM, 02.08.2016, aufgerufen am 14.09.2018]
Was ist eigentlich eine Lebensbeichte? Als »Lebensbeichte« bezeichnet man eine Beichte (Beichtgespräch), die man vor entscheidenden Situationen im Leben ablegt (z. B. vor der Firmung, vor der Hochzeit, vor einer langen Reise, vor einer Operation usw.). Man möchte sein ganzes bisheriges Leben noch einmal vor Christus hintragen, sich von Ihm umarmen lassen und seine Liebe, seine Gnade und seine Vergebung erfahren. [Die Beichte, 2002, aufgerufen am 03.08.2015]
Er [Voltaire] legt auf dem Totenbett die Lebensbeichte ab, verweigert aber sowohl den vollen Widerruf seines Werks als auch die Kommunion. [Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2005]
Der Pfarrer sagte ihm dies zu, und nachdem er uns noch aufgetragen hatte, den Tag vor der Hochzeit eine Lebensbeichte abzulegen und am Hochzeitsmorgen noch die Kommunion zu empfangen, gab er uns den Segen […]. [Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 12714]

Thesaurus

Synonymgruppe
Autobiografie · ↗Autobiographie · Lebensbeichte · Lebenserinnerungen · ↗Memoiren  ●  ↗Selbstbiografie  veraltend · ↗Selbstbiographie  veraltend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ballade ablegen schonungslos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lebensbeichte‹.

Zitationshilfe
„Lebensbeichte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Lebensbeichte>, abgerufen am 23.10.2019.

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