Lasur, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lasur · Nominativ Plural: Lasuren
Aussprache
WorttrennungLa-sur (computergeneriert)
HerkunftPersisch → Arabisch → Latein
Wortbildung mit ›Lasur‹ als Erstglied: ↗Lasurfarbe · ↗Lasurlack · ↗Lasurstein
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
meist im Singular
Anstrich, Übermalung mit durchsichtiger Farbe oder durchsichtigem Lack
Beispiel:
was alles noch eine Lasur erhalten sollte [FrischStiller372]
2.
Lasurfarbe, Lasurlack
Beispiel:
es war für ihn ein Ding der Selbstverständlichkeit, daß man die Lasuren mit dem Finger auftrug [HildesheimerParadies37]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lasur · lasieren
Lasur f. ‘durchsichtige Farb- oder Lackschicht’. Mhd. lāsūr, lāzūr f. ‘Blaustein, blauer Farbstoff’ führt über gleichbed. mlat. lazur(i)um, lazur, arab. lāzaward auf pers. lāǧward ‘Lapislazuli, Lasurstein’. Das pers. Wort kommt offenbar durch den arabischen Handel mit dem Farbstoff nach Europa und gelangt in unterschiedlicher Form und teilweise mit neuer Bedeutung in zahlreiche Sprachen; s. ↗Azur und ↗Lapislazuli. Seit dem 18. Jh. hat Lasur nur noch den Sinn ‘durchsichtiger Farbüberzug’ (stets mit femininem Genus), der sich aus ‘Übermalung mit (ursprünglich) blauer Farbe’ entwickelt (vgl. schon mhd. mit rōter lāsūre, Hs. 15. Jh.). lasieren Vb. ‘mit Lasur überziehen’, gebräuchlich seit dem 18. Jh.; vereinzelt bleiben mhd. lāsūren ‘mit blauer Farbe überziehen’ und frühnhd. laseuren ‘farblos übermalen, lackieren’ (Anfang 15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Farbe Wachs auftragen dünn farbig fein hauchdünn versehen zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lasur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt ist der Beton mit einer schützenden Lasur versehen und strahlt in makellos hellem Grau.
Der Tagesspiegel, 06.12.2003
Mancher hätte das edle Stück lieber unbemalt gesehen, doch auch für die zurückhaltende Lasur gibt es viele Stimmen.
Süddeutsche Zeitung, 28.09.1995
Die Meister der Renaissance nutzten ohne vorherige Weißhöhung oft nur den weißen Gipsgrund zu Lasuren, in die dünn und halbdeckend die Lichter eingesetzt wurden.
o. A.: Lexikon der Kunst - L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 32969
Auf diese Art machte sich das Todesbild schlecht und recht zu einem ästhetischen Wunschbild, zu einem mit ästhetischer Lasur.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 230
Jene Übermalungen hat Hauser mit Glück beseitigt, aber die Lasuren und was sonst an den alten Bildern abgerieben war, konnte er nur notdürftig ersetzen.
Bode, Wilhelm von: Mein Leben, 2 Bde. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 1774
Zitationshilfe
„Lasur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Lasur>, abgerufen am 17.07.2019.

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