Laster, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Lasters · Nominativ Plural: Laster
Aussprache
WorttrennungLas-ter
Wortbildung mit ›Laster‹ als Erstglied: ↗Lasterhöhle · ↗Lasterleben · ↗lasterhaft
 ·  mit ›Laster‹ als Letztglied: ↗Jugendlaster · ↗Volkslaster
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
verwerfliches, ausschweifendes Verhalten, das dem Menschen zur Gewohnheit geworden ist und ihm schadet
Beispiele:
ein hässliches, abscheuliches, verächtliches Laster
bei ihm ist das Trinken zum Laster geworden
du darfst nicht in dieses Laster verfallen
gehoben dem Laster frönen
einem Laster unterworfen sein
ein Laster unterdrücken, verbergen
gegen das Laster des Rauchens ankämpfen
sprichwörtlich Müßiggang ist aller Laster Anfang
2.
salopp, scherzhaft ein langes Lasterein großer und dünner Mensch
Beispiel:
ob sie nicht doch noch irgendwo ihren Gustav Schmelow mit dem langen Laster, der Emma, erblickte [G. HermannKubinke115]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Last · lasten · belasten · entlasten · Laster1 · Lastkraftwagen · Lasttier · Lastwagen · lästig · belästigen
Last f. ‘etw. Schweres, Beschwerendes’, ahd. hlast, last ‘Last, Bedrückung’ (9. Jh.), mhd. last, auch ‘Menge, Masse, Fülle’, mnd. mnl. nl. last, aengl. hlæst, engl. last sind nur westgerm. bezeugte Abstrakta mit sti-Suffix (bei Verlust des dentalen Wurzelauslauts) von den unter ↗laden (s. d.) dargestellten Formen. Last bezeichnet in zahlreichen übertragenen Verwendungen das den Menschen Bedrückende, das, was ihm zur Last werden kann. Ursprünglich kaufmannssprachlich ist die feste Verbindung jmdm. etw. zur Last schreiben, legen; zu Lasten entspricht auf Kosten; Abgaben und Steuern sind Lasten (vgl. Steuerlast, Soziallasten). Als Maß- und Mengeneinheit (eine Last Bier, eine Last Getreide) ist Last heute veraltet. In der Verwendung für die einem Schiff Tiefgang und Gleichgewicht gebende Sandladung ist es durch ↗Ballast (s. d.) ersetzt. lasten Vb. ‘schwer sein, drückend auf etw. liegen’, als intransitives Verb meist in der Fügung auf etw. lasten (18. Jh.). Vorauf gehen in transitive Verwendung mhd. lesten ‘wohin legen, beladen, belasten mit etw.’, frühnhd. lasten. Die transitive Bedeutung ist bis ins 18. Jh. bezeugt und lebt in Präfixbildungen weiter. belasten Vb. ‘mit Last versehen’ (16. Jh.); vgl. mhd. belesten ‘belästigen’. entlasten Vb. ‘von einer Last befreien’, mhd. entlesten, entlasten. Laster1 m. (20. Jh.), verkürzende umgangssprachliche Bildung zu Lastkraftwagen bzw. Lastwagen. Lastkraftwagen m. (20. Jh.). Lasttier n. (18. Jh.). Lastwagen m. ‘Kraftwagen zum Transport von Lasten’ (Ende 19. Jh.), für einen durch Pferde gezogenen Wagen bereits seit dem 16. Jh. lästig Adj. ‘belastend, beschwerlich, störend, unangenehm’, Ableitung des 15. Jhs. von Last. belästigen Vb. ‘unbequem sein, lästig, zudringlich werden’ (15. Jh.).

Laster2 · lasterhaft · lästerlich · lästern · Lästerung · Lästermaul · Lästerzunge
Laster2 n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n. Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Busse Führerhaus Hänger Ladefläche Laster Lust Sittlichkeit Sünde Tugend abbiegend auffahren beladen donnern entgegenkommend fahrend frönen geparkt kollidieren krachen parkend prallen rammen rasen rasten tonnenschwer umkippen verladen überfahren überrollen

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nein, die Laster interessieren mich viel, viel weniger als die Tugenden.
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 18
Dazu kommt das Laster eines Teils der Politik, der nur auf die Wahlen schaut und nichts anderes im Kopf hat, als sie irgendwie zu gewinnen.
Die Zeit, 05.12.2007, Nr. 49
Eigentlich haben wir uns dieses Laster vor vielen Jahren abgewöhnt.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 294
Aber es gibt kein Laster, das sie nicht beherrschte, kein Verbrechen, das nicht unter ihnen verbreitet wäre.
Bauer, Wolfgang: China. Verwirklichungen einer Utopie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25512
Ich habe das Laster studiert wie ein Botaniker die Pflanze.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 196
Zitationshilfe
„Laster“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Laster#1>, abgerufen am 20.04.2019.

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Laster, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lasters · Nominativ Plural: Laster
Aussprache
WorttrennungLas-ter
Wortbildung mit ›Laster‹ als Letztglied: ↗Kleinlaster
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich Lastkraftwagen
Beispiele:
einen Laster beladen
er fährt einen Laster
über die Brücke rollen schwere Laster
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Last · lasten · belasten · entlasten · Laster1 · Lastkraftwagen · Lasttier · Lastwagen · lästig · belästigen
Last f. ‘etw. Schweres, Beschwerendes’, ahd. hlast, last ‘Last, Bedrückung’ (9. Jh.), mhd. last, auch ‘Menge, Masse, Fülle’, mnd. mnl. nl. last, aengl. hlæst, engl. last sind nur westgerm. bezeugte Abstrakta mit sti-Suffix (bei Verlust des dentalen Wurzelauslauts) von den unter ↗laden (s. d.) dargestellten Formen. Last bezeichnet in zahlreichen übertragenen Verwendungen das den Menschen Bedrückende, das, was ihm zur Last werden kann. Ursprünglich kaufmannssprachlich ist die feste Verbindung jmdm. etw. zur Last schreiben, legen; zu Lasten entspricht auf Kosten; Abgaben und Steuern sind Lasten (vgl. Steuerlast, Soziallasten). Als Maß- und Mengeneinheit (eine Last Bier, eine Last Getreide) ist Last heute veraltet. In der Verwendung für die einem Schiff Tiefgang und Gleichgewicht gebende Sandladung ist es durch ↗Ballast (s. d.) ersetzt. lasten Vb. ‘schwer sein, drückend auf etw. liegen’, als intransitives Verb meist in der Fügung auf etw. lasten (18. Jh.). Vorauf gehen in transitive Verwendung mhd. lesten ‘wohin legen, beladen, belasten mit etw.’, frühnhd. lasten. Die transitive Bedeutung ist bis ins 18. Jh. bezeugt und lebt in Präfixbildungen weiter. belasten Vb. ‘mit Last versehen’ (16. Jh.); vgl. mhd. belesten ‘belästigen’. entlasten Vb. ‘von einer Last befreien’, mhd. entlesten, entlasten. Laster1 m. (20. Jh.), verkürzende umgangssprachliche Bildung zu Lastkraftwagen bzw. Lastwagen. Lastkraftwagen m. (20. Jh.). Lasttier n. (18. Jh.). Lastwagen m. ‘Kraftwagen zum Transport von Lasten’ (Ende 19. Jh.), für einen durch Pferde gezogenen Wagen bereits seit dem 16. Jh. lästig Adj. ‘belastend, beschwerlich, störend, unangenehm’, Ableitung des 15. Jhs. von Last. belästigen Vb. ‘unbequem sein, lästig, zudringlich werden’ (15. Jh.).

Laster2 · lasterhaft · lästerlich · lästern · Lästerung · Lästermaul · Lästerzunge
Laster2 n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n. Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Busse Führerhaus Hänger Ladefläche Laster Lust Sittlichkeit Sünde Tugend abbiegend auffahren beladen donnern entgegenkommend fahrend frönen geparkt kollidieren krachen parkend prallen rammen rasen rasten tonnenschwer umkippen verladen überfahren überrollen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Laster‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um 9.45 Uhr raste gestern morgen ein Laster im Tunnel frontal gegen einen anderen Lkw, der Reifen geladen hatte.
Bild, 25.10.2001
Gegen 14 Uhr war der Laster mit einem zweiten Lkw zusammengestoßen.
Die Welt, 21.06.2000
Sobald es nicht mehr knisterte, fuhren die Laster wieder weiter.
Der Tagesspiegel, 16.12.1999
Ein Laster, der schon ausgeladen war, stand auf dem Kai neben dem Boot.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 259
Als er drei Schritte entfernt von ihr stehenblieb, fuhr ein Laster vorbei.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 15
Zitationshilfe
„Laster“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Laster#2>, abgerufen am 20.04.2019.

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