Landstrich, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungLand-strich (computergeneriert)
WortzerlegungLandStrich
eWDG, 1969

Bedeutung

Teil, Streifen eines Gebietes, einer Landschaft
Beispiele:
ein fruchtbarer, klimatisch günstiger Landstrich
ein schmaler, kahler, schwer zugänglicher Landstrich
ganze Landstriche wurden durch den Krieg, die Pest entvölkert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strich · Landstrich · stricheln · Strichpunkt
Strich m. ‘das Streichen, Linie’, ahd. strih (10. Jh.), mhd. strich ‘Linie, Richtung, Weg, Landstrich, das Streichen, Schlag’, mnd. mnl. strēke, nl. streek, aengl. strica, engl. streak, got. striks sowie (mit anderer Stammbildung) anord. strik n. ‘gestreiftes Zeug, Haube’, schwed. streck ‘Strich, Richtung, Streich’, ablautende Abstraktbildung zu dem unter ↗streichen (s. d.) behandelten Verb. Bezeichnet wird damit der Vorgang des Streichens (im Sinne von ‘gehen’), auch ‘Vogelflug’ sowie ‘Weg, Richtung, Erstreckung, Gebiet’, (im Sinne von ‘streifend berühren’) ‘das Hinwegstreichen über eine Oberfläche’ und die ‘gezogene, gestrichene Linie’ (beim Schreiben und Zeichnen; in der frühen Geometrie Übersetzung von lat. līnea). Vgl. einen Strich durch die Rechnung machen ‘jmds. Pläne zunichte machen’, einen Strich darunter machen ‘etw. abschließen, als beendet betrachten’ (18. Jh.); jmdn. auf dem Strich haben ‘jmdm. nicht gewogen sein’ (19. Jh., vgl. Strich ‘Visierlinie des Gewehrs’?, ‘Zielstrich’ bei Zielfernrohren?); wider, gegen den Strich gehen ‘zuwider sein, mißfallen’ (18. Jh., vgl. Strich ‘natürliche Richtung und Lage’ von Haaren, Fäden, Fasern oder dgl.). Landstrich m. ‘Gebiet’ (17. Jh.). stricheln Vb. ‘mit kleinen Strichen versehen’, zuerst gestrichelt Part. Prät. (17. Jh.). Strichpunkt m. ‘Semikolon’ (18. Jh.); s. ↗semi-.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bezirk · ↗Kreis · Landstrich
Unterbegriffe
  • Greyerzbezirk  ●  Greyerzerland  volkstümlich
Synonymgruppe
Gebiet · ↗Gegend · Land · ↗Landschaft · Landstrich  ●  ↗Ecke  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Heide · ↗Heideland  ●  Haide  veraltet
  • Wagerland · Wagrien · Waierland
  • Golf · ↗Meerbusen
  • Große Walachei · Muntenien  ●  Muntenia  rumänisch
  • Dobrudscha · Transdanubien  ●  Dobrogea  rumänisch
  • Bukowina  ●  Buchenland  veraltet
  • (schöne) Landschaft · ↗Gefilde
  • Einöde · ↗Wüste · ↗Wüstenei · ↗Öde · ↗Ödland  ●  (am) Arsch der Welt  derb · ↗Pampa  ugs. · ↗Walachei  ugs. · ↗Ödnis  geh.
  • Kappadokien · Kappadozien
  • Pommerellen  ●  Pomerellen  veraltet
  • Koilesyrien  ●  Cölesyrien  veraltet
  • Nordböhmisches Becken  ●  Teplitz-Komotauer Becken  veraltet
  • Mesopotamien · ↗Zweistromland
  • Turkestan · Turkistan · Türkistan
  • Hochebene · ↗Hochfläche · ↗Hochland · ↗Plateau
  • Isthmus · ↗Landbrücke · ↗Landenge
  • Megrelien · Mingrelien  ●  Odischi  veraltet
  • Ciskaukasien · Nordkaukasus
  • Südkaukasus · Transkaukasien
  • Kaukasusvorland · Vorkaukasus
  • Schwäbisch-Fränkische Schichtstufenlandschaft · Schwäbisch-Fränkisches Schichtstufenland · Süddeutsche Schichtstufenlandschaft · Süddeutsches Schichtstufenland · Südwestdeutsche Schichtstufenlandschaft · Südwestdeutsches Schichtstufenland
  • Mandschurei · Manjurei
  • Choresm · Choresmien
  • Hallertau · Holledau · Hollerdau
  • Bergland · ↗Bergwelt · bergiges Land · bergreiches Land · gebirgiges Land
  • Bucklige Welt · Land der 1000 Hügel
  • Kleine Walachei · Oltenien
  • Raszien  ●  Raizen  veraltet · Ratzen  veraltet
  • Uthlande · Utlande
  • Kuban-Gebiet  ●  Kubanscher Landstrich  veraltet
  • Dungau · Gäuboden
  • Côte d'Azur · französische Riviera
  • Culmer Land · Culmerland · Kulmer Land · Kulmerland
  • Cyrenaika · Kyrenaika
  • Tuscien · Tuszien
  • Oberschwaben · Schwäbisches Oberland
  • Thesprotia · Thesprotien
  • Pruntruter Zipfel  ●  Elsgau  veraltet
  • Livland  ●  Liefland  veraltet
  • Hintere Mongolei · Nordmongolei · Äußere Mongolei
  • Thrakien · Thrazien
  • Grasebene · Grassavanne · ↗Grassteppe · ↗Prärie
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besiedlung Entvölkerung Verseuchung Verödung abgelegen abgeschieden besiedeln besiedelt dünnbesiedelt entlegen entvölkern entvölkert fruchtbar ganz gebirgig gesegnet karg menschenleer strukturschwach unwirtlich vergessen verheeren verseuchen verwüsten verwüstet veröden verödet öde überfluten überschwemmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Landstrich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerade noch lagen weite Landstriche wie für immer ausgestorben da.
Die Zeit, 24.06.1999, Nr. 26
Dafür gibt es in wohlhabenderen Landstrichen maximal acht DM pro Tag.
Süddeutsche Zeitung, 02.09.1997
Leider sind sie bis heute noch nicht für alle Landstriche flächendeckend veröffentlicht worden.
Van der Plas, Rob: Das Fahrrad, Ravensburg: Maier 1989, S. 73
Wir wissen aber auch, daß in anderen Landstrichen des Reiches ähnliche paganisierende Tendenzen zu beobachten waren.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21186
Erst seit 1450 begann das Vordringen der Litauer in die einst preußisch besiedelten Landstriche.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 472
Zitationshilfe
„Landstrich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Landstrich>, abgerufen am 14.10.2019.

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