Lästerzunge, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungLäs-ter-zun-ge
WortzerlegunglästernZunge
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend
Synonym zu Lästermaul
Beispiele:
es fehlte in dem kleinen Ort nicht an Lästerzungen
alles machte sie mit ihrer Lästerzunge schlecht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laster2 · lasterhaft · lästerlich · lästern · Lästerung · Lästermaul · Lästerzunge
Laster2 n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n. Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Lästerer  ●  ↗Lästermaul  ugs. · Lästerzunge  ugs. · ↗Schandmaul  ugs. · ↗Stänkerer  ugs. · böse Zunge  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

behaupten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lästerzunge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nichts kann ihn erschüttern, niemand ist vor seiner Lästerzunge sicher.
Die Zeit, 21.03.1980, Nr. 13
Lästerzungen meinen, dann sei endlich genug Platz für den Museumsshop.
Der Tagesspiegel, 04.08.1997
Und mit den Lästerzungen des Städtchens würde er rasch fertig werden.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 195
Lästerzungen behaupteten, sie hätte sich die sichere Niederlage gegen eine Chinesin nicht antun wollen.
Süddeutsche Zeitung, 05.01.1999
Im März war die Lästerzunge nach sechs Wochen Büffeln in der RTL-Live-Sendung "Der große Führerscheintest" durch die Prüfung gerasselt.
Bild, 07.05.2005
Zitationshilfe
„Lästerzunge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Lästerzunge>, abgerufen am 21.05.2019.

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