Lästerung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungLäs-te-rung (computergeneriert)
Wortzerlegunglästern-ung
Wortbildung mit ›Lästerung‹ als Letztglied: ↗Gotteslästerung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laster2 · lasterhaft · lästerlich · lästern · Lästerung · Lästermaul · Lästerzunge
Laster2 n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n. Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gott

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lästerung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für jeden guten Christen war es unmöglich, sich einer solchen Lästerung zu beugen.
Die Zeit, 28.01.1980, Nr. 04
Was die anderen für ein Vergnügen erklärten, galt ihr als Lästerung.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 196
Das siebenköpfige Tier der Lästerung scheint allerdings bereits in der Welt zu sein.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 180
Handelt es sich gar um Lästerung, wenn nicht Gottes, dann doch seines Stellvertreters auf Erden?
Die Welt, 17.01.2001
Aber gleich habe er die Lästerung bitter bereut und auf den Knien zu Gott um ein Wiedersehen gebetet.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 752
Zitationshilfe
„Lästerung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Lästerung>, abgerufen am 24.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Lästersucht
Lästerrede
lästern
Lästermaul
Lästerlichkeit
Lästerzunge
Lastesel
Lastex
Lastfahrer
Lastfahrzeug