Kuttel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kuttel · Nominativ Plural: Kutteln · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungKut-tel
Wortbildung mit ›Kuttel‹ als Erstglied: ↗Kuttelflecken
eWDG, 1969 und DWDS, 2018

Bedeutung

süddeutsch, österreichisch, schweizerisch Eingeweide
a)
Innerei, besonders vom Rind
Beispiele:
ein Kilo Kutteln kaufen
Kutteln werden meist säuerlich zubereitet
Kein Metzger hierzulande wird […] eine Kuttel verkaufen, die nicht ausgiebig gereinigt, gesäubert und vorgekocht, kurz beinahe tafelfertig gemacht wurde. [Neue Zürcher Zeitung, 25.10.2015]Quelle: DWDS, 2018
b)
salopp vom Menschen
Beispiel:
ich will [den Bürgern] […] den Bauch schlitzen, daß ihnen die Kutteln schuhlang herausplatzen [SchillerRäuberII 3]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuttel f. meist Plur. Kutteln (südd.) ‘eßbare Eingeweide’, mhd. kutel, (md.) kotel ‘Eingeweide von Tieren’. Herkunft ungewiß. Vergleichbar sind mnd. kōder, kodder ‘Doppelkinn, Schwellung am Hals’, (ablautend) ahd. quiti ‘weibliche Scham’ (9. Jh.), aengl. cwiþ, anord. kviðr ‘Bauch, Magen, Leib’, schwed. kved ‘Mutterleib’, mnd. quede ‘Bauchfell des Eichhörnchens’ und got. qiþus ‘Magen, Mutterschoß’. Falls sich auch lat. botulus (aus *g‧ͧot-) ‘Wurst, Darm, Eingeweide’, guttur ‘Kehle, Kropf’ heranziehen lassen, ist Anschluß an die Dentalerweiterung ie. *gū̌t-, *geut- der Wurzel ie. *geu-, *gū- ‘biegen, wölben’ möglich (s. ↗kauern, ↗Keule, ↗Kugel, ↗Kuhle, ↗Kate). Zu got. qiþus vgl. jedoch Meid in: Sprachwiss. Forsch. (1985) 253 (= Festschr. Knobloch). Für südd. Kutteln steht nordd. md. Kaldaunen, obsächs. Flecke, westmd. Rampen, thür. Rampanjen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kalbskopf Niere Weißwein essen kochen sauer zubereiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kuttel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Per Gesetz würde er die Kutteln am liebsten verschwinden lassen.
Die Zeit, 21.04.2008, Nr. 18
Lange Zeit sind die Kutteln gut gegangen, aber die gehen zur Zeit nicht mehr.
Süddeutsche Zeitung, 22.01.1999
Haben Sie schon mal Kutteln mit Blutwurst und Zander gegessen?
Bild, 18.04.2000
Manchmal esse ich auch gerne Kutteln oder Schweinskopf mit Remoulade.
Der Tagesspiegel, 13.02.2005
Immerhin, das Großvieh ergab, bis auf Knochen und Blut verwertet, mit Schwanz, Haut, Huf und Kutteln, mächtige Nahrungsberge, welche die Mägen zugleich füllten und peinigten.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 312
Zitationshilfe
„Kuttel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kuttel>, abgerufen am 23.08.2019.

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