Kumpel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kumpels · Nominativ Plural: Kumpel
Nebenform umgangssprachlich Kumpel · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kumpels · Nominativ Plural: Kumpels
Aussprache
WorttrennungKum-pel
Wortbildung mit ›Kumpel‹ als Erstglied: ↗kumpelhaft  ·  mit ›Kumpel‹ als Letztglied: ↗Ruhrkumpel · ↗Schulkumpel
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Bergmann
Beispiele:
die Kumpel der französischen Kohlengruben sind in den Streik getreten
die Kumpel fahren ein
2.
salopp Kamerad, Arbeitskamerad, Kollege
Beispiele:
er, das ist ein alter Kumpel von mir
hast du bitte eine Zigarette für mich, Kumpel?
Die Kumpels hatten mich nicht verpfiffen [MundstockMann66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kumpan · Kumpel · Kumpanei
Kumpan m. ‘Gefährte, Kamerad’, auch in Zusammensetzungen wie Trink-, Saufkumpan, wodurch Kumpan wahrscheinlich einen pejorativen Sinn (in Richtung auf ‘Mittäter, Spießgeselle’) erhält. Mhd. kompān, kumpān ‘Geselle, Genosse, Beisitzer einer städtischen Behörde’ geht zurück auf spätlat. compānio ‘Brot-, Speise-, Tischgenosse, Kamerad’ (s. ↗Kompagnon). Durch Vermittlung von afrz. compain findet der Ausdruck Eingang in die klassische mhd. Dichtung, wird aber gegen Ende des 16. Jhs. selten. Am Ende des 18. Jhs. wird er in der Annahme, es handele sich um ein verschollenes dt. Wort, von den Sprachreinigern bewußt und mit offensichtlichem Erfolg wiederbelebt. Kumpel m. ‘Kamerad, Vertrauter, (Arbeits)kollege’, in Anlehnung an Kumpe ‘Innungsmitglied, Bergknappe, Geselle’ (16. Jh.), eine eingedeutschte Form von Kumpan, im 19. Jh. entstanden und wohl als Deminutivum aufzufassen; zunächst nur unter Bergleuten üblich, hat es in neuester Zeit seinen Verwendungsbereich stark erweitert und als gehoben empfundenes Geselle, Kamerad, Kollege in der Umgangssprache verdrängt. Kumpanei f. ‘(fröhliche) Gesellschaft, Gemeinschaft’, auch ‘Komplizenschaft’, mhd. kompānīe, kumpānīe ‘Gesellschaft, Genossenschaft’ (s. ↗Kompanie).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bergarbeiter · ↗Bergmann · ↗Grubenarbeiter  ●  Kumpel  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Freund · ↗Gefährte · ↗Genosse · Getreuer · ↗Kamerad · ↗Kumpan · Vertrauter  ●  ↗Gevatter  veraltet, scherzhaft · ↗Buddy  ugs., engl. · ↗Intimus  geh. · ↗Kollege  ugs. · Kumpel  ugs. · ↗Spezi  ugs. · Spezl  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bergung Bergwerk Freundin Grube Knast Kneipe Kohlerevier Kumpel Mine Revier Ruhr Ruhrgebiet Zeche alt arbeitslos dick eingeschlossen gerettet gleichaltrig hilfsbereit losziehen nett saufen streiken streikend vermisst verpfeifen verschütten verschüttet wiedertreffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kumpel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von einst rund 600000 Kumpels sind heute nur noch 34000 übrig.
Die Zeit, 11.12.2006, Nr. 51
Mike M. versuchte alles, seinen Kumpel aus dem Geschehen herauszuhalten.
Der Tagesspiegel, 10.03.2005
Von den wirklich alten Kumpels ist nur noch einer da.
Der Spiegel, 09.07.1990
Was er dazu sage, fragte Hein und blickte den Kumpel unsicher an.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 450
Der blieb immer derselbe normale, zuverlässige, gutmütige und mutige Kumpel.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 26
Zitationshilfe
„Kumpel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kumpel>, abgerufen am 19.05.2019.

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