Kulturbolschewismus

WorttrennungKul-tur-bol-sche-wis-mus
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
historisch Bestrebungen, auf marxistischer Grundlage eine revolutionär-proletarische Kultur und Kunst zu schaffen, Kultur und Kunst in den Dienst des Aufbaus von Sozialismus und Kommunismus zu stellen
  bes. in der nationalsozialistischer Zeit häufig benutztes Schlagwort zur Diffamierung der als artfremd bezeichneten darstellenden und bildenden Kunst der 20er-Jahre
2.
veraltend, scherzhaft Verhaltensweise, die von wenig Kunstverständnis zeugt; Banausentum

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und als den eigentlichen Agenten dieser Bedrohung identifizierten sie den »jüdischen Kulturbolschewismus«.
Reichel, Peter: Kunst - Bildende Kunst und Architektur. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 369
Jedenfalls hatte der sogenannte „Kulturbolschewismus“ den Sport früher entdeckt als seine späteren nationalistischen Schönfärber.
Die Zeit, 25.02.1963, Nr. 08
Deswegen wurde die Literatur als "Asphaltliteratur" verschrien, die Kunst als "Kulturbolschewismus", die Musik als "wurzellos und destruktiv".
Die Zeit, 13.03.1970, Nr. 11
Und derselbe Goebbels, der gegen den "Kulturbolschewismus" angiftete, schulte sich so eifrig wie neidisch am Stil und an den Inszenierungen der sowjetischen Agitprop-Kunst.
Die Welt, 17.09.2005
Der hierdurch zwangsläufig folgenden moralischen Zermürbung, verschärft durch den Klassenkampf und das fressende Gift des Kulturbolschewismus, müsse in letzter Stunde Einhalt geboten werden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1932]
Zitationshilfe
„Kulturbolschewismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kulturbolschewismus>, abgerufen am 17.10.2019.

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