Kulisse, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kulisse · Nominativ Plural: Kulissen
Aussprache
WorttrennungKu-lis-se (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Kulisse‹ als Erstglied: ↗Kulissenpapier · ↗Kulissenschieber · ↗kulissenhaft
 ·  mit ›Kulisse‹ als Letztglied: ↗Bergkulisse · ↗Drohkulisse · ↗Filmkulisse · ↗Geräuschkulisse · ↗Lärmkulisse · ↗Seitenkulisse · ↗Stimmungskulisse · ↗Theaterkulisse · ↗Waldkulisse · ↗Zuschauerkulisse
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Theater, Film, Fernsehen, veraltend verschiebbares Teil der Dekoration, das meist aus einem mit bemalter Leinwand bespannten Holzgestell besteht und einen Schauplatz vortäuschen soll
Beispiele:
Kulissen entwerfen, malen
die Bühnenarbeiter bauen die Kulissen auf, wechseln (in der Pause) die Kulissen aus
umgangssprachlich Kulissen schieben (= auswechseln)
der Schauspieler kam, trat aus der rechten Kulisse
übertragen
Beispiele:
etw. spielt sich hinter den Kulissen (= im Geheimen, nicht vor der Öffentlichkeit) ab
hinter die Kulissen sehen, einen Blick hinter die Kulissen tun, werfen (= Dinge sehen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind)
umgangssprachlich, abwertend das ist doch alles nur Kulisse! (= vorgetäuscht!)
2.
Hintergrund
Beispiele:
50000 Zuschauer bildeten eine imposante Kulisse bei dem Radrennen
vor der markanten Kulisse des Auersberges [liegt] ... Johanngeorgenstadt [Natur u. Heimat1962]
die von Zille ... gewählte Kulisse, der lichtarme Hinterhof [Gesundheit1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kulisse f. ‘gemalte, verschiebbare Bühnendekoration’, Übernahme (Coulisse, 18. Jh.) von gleichbed. frz. coulisse, eigentlich ‘Rinne, Schiebetür, -fenster’, afrz. colëice ‘Fallgatter, -tür’, der substantivierten femininen Form des Adj. afrz. colëiz ‘gleitend, flüssig’ (frz. coulis ‘hindurchdringend, durchgeseiht’); zugrunde liegt afrz. coler ‘seihen, gießen, gleiten, fließen’ (frz. couler ‘durchseihen, gleiten lassen, fließen’), das auf lat. cōlāre ‘durchseihen, reinigen, läutern’ beruht (s. ↗kulant). Vgl. den Blick hinter die Kulissen werfen (Ende 18. Jh.), einen Blick hinter die Kulissen tun (19. Jh.) ‘der Öffentlichkeit Verborgenes aufspüren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bühnenbild · Kulisse · ↗Theaterkulisse
Synonymgruppe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blick Kostüm Requisit Tauziehen abspielen agieren beeindruckend blicken brodeln dienen eindrucksvoll exotisch gemalt gigantisch grandios heimisch historisch ideal imposant malerisch passend perfekt prächtig ringen romantisch rumoren schauen stimmungsvoll toben toll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kulisse‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hinter den Kulissen unken sie, dass sich die Idee der multilateralen Überwachung schnell als Flop herausstellen werde.
Die Zeit, 20.09.2006, Nr. 39
Der andere ist unwichtig geworden, zur Kulisse, zur Masse, in der jeder ebenso in sich verloren ist wie man selbst.
Illies, Florian: Generation Golf, Berlin: Argon 2000, S. 157
Er glaubte dem Tod schon lange vor seinem Ende hinter die Kulisse geschaut zu haben.
Der Spiegel, 19.10.1981
Nur ich, hinter den Kulissen, schlug die Hände über dem Kopf zusammen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26176
Er hatte sie genehmigt, folgte aus den Kulissen ihren Leistungen, war mit ihr verknüpft und führte sie gewissermaßen selber vor!
Mann, Heinrich: Professor Unrat, Berlin: Aufbau-Verl. 1958 [1905], S. 86
Zitationshilfe
„Kulisse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kulisse>, abgerufen am 27.06.2019.

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