Kuli, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kulis · Nominativ Plural: Kulis
WorttrennungKu-li
HerkunftHindustanisch → Englisch
eWDG, 1969

Bedeutung

schlecht bezahlter eingeborener Arbeiter Ostasiens und Südasiens
Beispiele:
abwertend arbeiten, schuften müssen wie ein Kuli
Ihr Sieg [der chinesischen Volksrevolution] im Jahre 1949 gab einer halben Milliarde Kulis, die bisher unter unmenschlichen halbkolonialen Bedingungen vegetiert hatte, die Möglichkeit, als Menschen ... zu leben [Weiskopf8,82]
jmd., dessen Arbeitskraft rücksichtslos ausgenutzt wird
Beispiele:
ich bin hier nur der Kuli
ich bin ... nicht Ihr Kuli, Herr Müller! [NollHolt2,7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuli1 m. ‘indischer oder chinesischer Lastenträger, Tagelöhner’, allgemein ‘stark ausgebeuteter, schlecht bezahlter eingeborener Arbeiter’. Herkunft ungewiß. Der Ausdruck geht möglicherweise zurück auf den Namen eines im westlichen Indien beheimateten Stammes Kulī, Kolī. Dieser wird durch die Portugiesen (älter port. coles Plur.) nach Südindien und nach China im Sinne von ‘Lastenträger’ weitergetragen (Einfluß von Tamil kūli ‘Lohn, Bezahlung für Gelegenheitsarbeiter’ ist fraglich) und von den ansässigen Europäern übernommen. In engl. Texten erscheint seit der Mitte des 16. Jhs. Col(l)es, Coolies, Collees für die Angehörigen des genannten indischen Stammes, danach (17. Jh.) engl. coolie, cooly ‘eingeborener Träger, Dienstmann’, woraus nhd. Kuli (2. Hälfte 19. Jh.).

Kuli2 m. verkürzt (1928) aus Tintenkuli, wie zunächst ein mit Tinte und Röhrenfeder ausgestattetes Schreibgerät benannt wird. Die Kurzform Kuli wird danach übertragen auf den ↗Kugelschreiber (s. d.), einen Schreibstift, der eine Mine mit über eine Kugel abfließender Tintenpaste enthält.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Hochträger  ●  ↗Sherpa  ugs.
  • Knochenarbeit · ↗Quälerei · ↗Schinderei · ↗Schufterei · ↗Schwerarbeit · ↗Schwerstarbeit · ↗Strapaze · harte körperliche Arbeit · schwere Arbeit  ●  ↗Kärrnerarbeit  fig. · ↗Sklavenarbeit  fig. · Sträflingsarbeit  fig. · ↗Tortur  fig. · Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat  ugs., fig. · ↗Maloche  ugs. · ↗Mühsal  geh., veraltend · ↗Plackerei  ugs. · ↗Plagerei  ugs. · ↗Rackerei  ugs. · ↗Schlauch  ugs. · Steine klopfen  derb, fig.
  • (sich) (mächtig) ins Geschirr legen · (sich) (mächtig) ins Zeug legen · arbeiten wie ein Pferd · bis zur Erschöpfung arbeiten · ↗rackern · schwer arbeiten · viel arbeiten · ↗werken  ●  (sich) in die Sielen legen  veraltet · hart arbeiten  Hauptform · (schwer) am Wirken sein  ugs., regional · ↗(sich) abfretten  ugs., süddt. · ↗(sich) fretten  ugs. · ↗ackern  ugs. · ackern wie 'ne Hafendirne  ugs. · ackern wie ein Hafenkuli  ugs. · ↗hackeln  ugs., österr. · ↗keulen  ugs., ruhrdt., regional · ↗malochen  ugs. · nicht kleckern, sondern klotzen  ugs. · plockern  ugs., regional · rabotten (regional, teilw. veraltet)  ugs. · ↗ranklotzen  ugs. · ↗reinhauen  ugs. · reinklotzen  ugs. · ↗roboten  ugs. · ↗rödeln  ugs. · schaffe, schaffe, Häusle baue  ugs., schwäbisch, Spruch · ↗schuften  ugs. · schwer zugange sein  ugs., ruhrdt. · ↗werkeln  ugs. · wullachen  ugs., ruhrdt. · wullacken  ugs., ruhrdt.
  • Möbelpacker · ↗Packer
Synonymgruppe
Kugelschreiber  ●  Kuli  ugs.
Oberbegriffe
Zitationshilfe
„Kuli“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kuli#1>, abgerufen am 26.05.2019.

Weitere Informationen …

Kuli, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kulis · Nominativ Plural: Kulis
WorttrennungKu-li
GrundformTintenkuli
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich
Beispiel:
mein Kuli schreibt gut, kleckst
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuli1 m. ‘indischer oder chinesischer Lastenträger, Tagelöhner’, allgemein ‘stark ausgebeuteter, schlecht bezahlter eingeborener Arbeiter’. Herkunft ungewiß. Der Ausdruck geht möglicherweise zurück auf den Namen eines im westlichen Indien beheimateten Stammes Kulī, Kolī. Dieser wird durch die Portugiesen (älter port. coles Plur.) nach Südindien und nach China im Sinne von ‘Lastenträger’ weitergetragen (Einfluß von Tamil kūli ‘Lohn, Bezahlung für Gelegenheitsarbeiter’ ist fraglich) und von den ansässigen Europäern übernommen. In engl. Texten erscheint seit der Mitte des 16. Jhs. Col(l)es, Coolies, Collees für die Angehörigen des genannten indischen Stammes, danach (17. Jh.) engl. coolie, cooly ‘eingeborener Träger, Dienstmann’, woraus nhd. Kuli (2. Hälfte 19. Jh.).

Kuli2 m. verkürzt (1928) aus Tintenkuli, wie zunächst ein mit Tinte und Röhrenfeder ausgestattetes Schreibgerät benannt wird. Die Kurzform Kuli wird danach übertragen auf den ↗Kugelschreiber (s. d.), einen Schreibstift, der eine Mine mit über eine Kugel abfließender Tintenpaste enthält.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Hochträger  ●  ↗Sherpa  ugs.
  • Knochenarbeit · ↗Quälerei · ↗Schinderei · ↗Schufterei · ↗Schwerarbeit · ↗Schwerstarbeit · ↗Strapaze · harte körperliche Arbeit · schwere Arbeit  ●  ↗Kärrnerarbeit  fig. · ↗Sklavenarbeit  fig. · Sträflingsarbeit  fig. · ↗Tortur  fig. · Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat  ugs., fig. · ↗Maloche  ugs. · ↗Mühsal  geh., veraltend · ↗Plackerei  ugs. · ↗Plagerei  ugs. · ↗Rackerei  ugs. · ↗Schlauch  ugs. · Steine klopfen  derb, fig.
  • (sich) (mächtig) ins Geschirr legen · (sich) (mächtig) ins Zeug legen · arbeiten wie ein Pferd · bis zur Erschöpfung arbeiten · ↗rackern · schwer arbeiten · viel arbeiten · ↗werken  ●  (sich) in die Sielen legen  veraltet · hart arbeiten  Hauptform · (schwer) am Wirken sein  ugs., regional · ↗(sich) abfretten  ugs., süddt. · ↗(sich) fretten  ugs. · ↗ackern  ugs. · ackern wie 'ne Hafendirne  ugs. · ackern wie ein Hafenkuli  ugs. · ↗hackeln  ugs., österr. · ↗keulen  ugs., ruhrdt., regional · ↗malochen  ugs. · nicht kleckern, sondern klotzen  ugs. · plockern  ugs., regional · rabotten (regional, teilw. veraltet)  ugs. · ↗ranklotzen  ugs. · ↗reinhauen  ugs. · reinklotzen  ugs. · ↗roboten  ugs. · ↗rödeln  ugs. · schaffe, schaffe, Häusle baue  ugs., schwäbisch, Spruch · ↗schuften  ugs. · schwer zugange sein  ugs., ruhrdt. · ↗werkeln  ugs. · wullachen  ugs., ruhrdt. · wullacken  ugs., ruhrdt.
  • Möbelpacker · ↗Packer
Synonymgruppe
Kugelschreiber  ●  Kuli  ugs.
Oberbegriffe
Zitationshilfe
„Kuli“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kuli#2>, abgerufen am 26.05.2019.

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