Kuhfuß, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKuh-fuß
WortzerlegungKuhFuß
eWDG, 1969

Bedeutung

fachsprachlich Brechstange, deren unteres Ende gebogen und geteilt ist
Beispiel:
so langte er ... einen eisernen Kuhfuß herein [JahnnHolzschiff197]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuh · Kuhfuß · Kuhhandel · Kuhhaut
Kuh f. ‘weibliches Rind’ (nach dem ersten Kalben), ahd. (8. Jh.), mhd. kuo, asächs. mnd. , mnl. coe, nl. koe, aengl. , engl. cow, anord. kȳr, schwed. ko (germ. *k(w)ōu-) und aind. gáuḥ ‘Rind’, griech. bū́s (βοῦς), lat. bōs, air. , lett. govs, aslaw. govęždь Adj. ‘Rinder-’, russ. (älter) govjádo (говядо) ‘Rindvieh’ führen auf ie. *gu̯ō̌u- m. f. ‘Rind’. Möglicherweise ist der Name eines der ältesten Nutztiere der Indoeuropäer lautmalenden Ursprungs. Kuhfuß m. ‘Brechstange mit klauenförmig gespaltenem Ende’, Kühefuß (Anfang 18. Jh.), auch (in der Soldatensprache im Hinblick auf den Kolben) ‘Gewehr’ (Ende 18. Jh.); früher belegt ist Kuhfußträger ‘Musketier’ (2. Hälfte 17. Jh.). Kuhhandel m. ‘kleinliches Feilschen bei politischen Abmachungen, zweifelhafte Absprachen’ (Ende 19. Jh.). Kuhhaut f. in der Wendung das geht auf keine Kuhhaut ‘das übersteigt jedes Maß, ist unerträglich’ (17. Jh.), das läßt sich auf keine Kuhhaut (Pergament von der Größe einer Kuhhaut) schreiben ‘das ist zuviel’ (Campe).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geißfuß · Kuhfuß · ↗Nageleisen · ↗Ziegenfuß  ●  Gashaxn  österr. · Goashaxn  österr., bair.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

sogenannt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kuhfuß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann schlagen sie mit einem Kuhfuß ein Fenster ein, schnappen sich drinnen neun hochwertige expressionistische Bilder.
Bild, 22.04.2002
Man hörte nur das Tatschen der nachgiebigen Kuhfüße auf der neuerdings geteerten Straße.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 26
Im gleichen Moment sprang ihnen ein maskierter Mann, noch mit Kuhfuß in der Hand, vor die Motorhaube.
Die Welt, 10.09.2003
Er ist so dumm wie ein Kuhfuß, schimpft auf alle Schriftsteller und taugt selber nichts, hat verrenkte Beine, schielende Augen und ein fades Affengesicht!
Tucholsky, Kurt: Berliner Theater. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929]
Andreas Kuhfuß lockt seine Gruppe auf schmalen Wegen durch den Wald wie eine Entenmutter ihre Jungen.
Die Zeit, 10.08.2009, Nr. 32
Zitationshilfe
„Kuhfuß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kuhfuß>, abgerufen am 18.08.2019.

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