Krume, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Krume · Nominativ Plural: Krumen
Aussprache
WorttrennungKru-me (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Krume‹ als Erstglied: ↗Krümchen · ↗Krümlein  ·  mit ›Krume‹ als Letztglied: ↗Ackerkrume · ↗Bodenkrume · ↗Brotkrume · ↗Kuchenkrume
 ·  mit ›Krume‹ als Grundform: ↗krumen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
oberste (lockere) Schicht des Ackerbodens, Ackerkrume
Beispiele:
eine lockere, feuchte, schwere, fette Krume
der Boden hatte die richtige Feuchte, und die Krume war dabei mürbe [WelkHeiden77]
2.
Kochkunst das weiche Innere des Brotes
Beispiel:
gutes Brot muss eine lockere, gleichmäßig ausgebackene Krume haben
3.
kleines abgebröckeltes Stück von Gebackenem
Beispiele:
die Krumen vom Boden auflesen
die Krümchen auf der Tischdecke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krume · Krümel · krümeln · verkrümeln · krümelig
Krume f. ‘abgebröckeltes kleines (Brot)stückchen, weiches Inneres (von Brot), oberste lockere Schicht des Bodens’ (vgl. Ackerkrume), mhd. (md.) krume, mnd. krōme, krůme, mnl. crōme, crūme, nl. kruim, aengl. cruma, engl. crumb, schwed. (in)kråm ‘Krume, Eingeweide’ lassen sich vielleicht mit griech. grȳméa (γρυμέα) ‘(Kasten für) Gerümpel’, lat. grūmus ‘Erdhaufen, Hügel’ vergleichen und als Bildungen mit m-Suffix im Sinne von ‘Zusammengekratztes’ an ie. *greu-, *grū- (s. ↗krauen), eine Erweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’, anschließen. Das Wort erlangt erst nach Luther (der Brosame verwendet) allgemeine Geltung. Krümel m. n. ‘kleines Teilchen’ (besonders von Backwerk) (15. Jh.). krümeln Vb. ‘in kleine Krumen zerfallen’ (15. Jh.). verkrümeln Vb. ‘sich unauffällig entfernen’, eigentlich ‘sich in Krümel auflösen’ (2. Hälfte 18. Jh.). krümelig Adj. ‘in Krümel zerfallend, aus ihnen bestehend’ (19. Jh.), älter krümelicht (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Brosamen · ↗Brotkrume · Krume  ●  ↗Bröckchen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kruste Tisch dünn fruchtbar karg

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krume‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um den zu testen, pult man mit dem Finger etwas von der gelblichweißen Krume heraus.
Süddeutsche Zeitung, 23.04.2004
Aber ebensowenig wie man aus Krumen Brot machen kann, wird aus der Addition von Büchern eine Literatur entstehen.
Die Zeit, 23.09.1960, Nr. 39
Das letzte Brotstückchen habe ich für heute morgen verfüttert, die Krumen von meinem Mantel geklopft.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 57
Er zerbröckelte die Reste eines Brotes mit den Fingern und warf die Krumen den Vögeln vor.
Haase, Lene: Abenteuer einer weißen Frau in Afrika. In: Exotische Jagdabenteuer, Reutlingen: Enßlin & Laiblin 1927 [1926], S. 18
Der Oberst pickte Krumen vom Tisch und schob sie zwischen die Lippen.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 877
Zitationshilfe
„Krume“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Krume>, abgerufen am 19.07.2019.

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