Krug, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kruges · Nominativ Plural: Krüge
Aussprache
Wortbildung mit ›Krug‹ als Erstglied: ↗Krügel · ↗Krüglein  ·  mit ›Krug‹ als Letztglied: ↗Bierkrug · ↗Deckelkrug · ↗Dorfkrug · ↗Fayencekrug · ↗Glaskrug · ↗Heidekrug · ↗Henkelkrug · ↗Maßkrug · ↗Milchkrug · ↗Nobiskrug · ↗Porzellankrug · ↗Stadtkrug · ↗Steinkrug · ↗Tonkrug · ↗Waldkrug · ↗Waschkrug · ↗Wasserkrug · ↗Weinkrug · ↗Zinnkrug
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
zylindrisches oder bauchiges Gefäß mit einem Henkel, das zum Transport, zu kürzerer Aufbewahrung oder zum Ausschank von etw. dient
Beispiele:
die Milch, das Wasser, der Wein im Krug
Bier im Krug holen
einen Krug (voll) Bier holen
ein tönerner Krug
ein Krug aus Glas
die Blumen in den Krug stellen
sprichwörtlich der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht (= Geduld erschöpft sich eines Tages)
Der zerbrochene Krug [KleistZerbrochener KrugTitel]
2.
landschaftlich, (besonders) norddeutsch Schenke, Gasthof
Beispiele:
im Krug saßen die Bauern zusammen
am Sonntag ist Tanz im Krug
Vergeblich hatte er dann im Krug der Ortschaft angeklopft und um Obdach gebeten [G. Hauptm.Quint1,31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krug1 m. ‘kannenartiges Gefäß’, ahd. kruog (9. Jh.), mhd. kruoc, (md.) krug, mnl. croech, aengl. crōg. Die Herleitung des westgerm. Wortes bereitet Schwierigkeiten. Da Gefäße vielfach aus Flechtwerk bestanden, ist Anschluß an eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. ↗krumm) möglich. S. auch wahrscheinlich verwandtes ↗Kruke. Erwogen wird jedoch auch eine Lehnbeziehung zu griech. krōssós (κρωσσός) ‘(Misch)krug, Salbgefäß’, das wohl mediterranen Ursprungs ist.

Krug2 m. ‘Schenke, Wirtshaus’ gelangt im 16. Jh. aus dem Nd. ins Hd. Die Herkunft von mnd. krōch, krůch ‘Wirtshaus, Schenke’ (woraus nl. kroeg, schwed. krog) ist ungewiß. Vielleicht stellt es sich zu der unter ↗Kragen, das ursprünglich ‘Hals, Kehle’ bedeutet (s. d.), genannten gh-Erweiterung der Wurzel ie. *gu̯er(ə)- ‘verschlingen, Schlund’. Ein vergleichbares Bedeutungsverhältnis liegt vor zwischen lat. gurges ‘Strudel, Wirbel, Schlund’, spätlat. auch ‘Gurgel’, und lat. gurgustium ‘ärmliche Wohnung, Hütte, Kneipe’ (im Sinne von ‘Schlund, dunkles Loch’ zu gurges gebildet).

Thesaurus

Synonymgruppe
Amphore (antik) · ↗Karaffe · Krug
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amphore Becher Brauer Dorfrichter Gefäß Humpen Kachel Kanne Karaffe Krug Merk Obstschale Schale Scherbe Schüssel Stilleben Stillleben Tasse Teller Topf Vase bauchig bemalt gefüllt irden leeren tönern violett zerbrechen zerbrochen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Krug‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der zerbrochene Krug liest man unter einer temperamentvoll geschwungenen weißen Plastik.
Die Zeit, 07.10.2011, Nr. 16
Der Krug ist lange brav zum Brunnen gegangen, ist er nun zerbrochen?
Süddeutsche Zeitung, 14.05.1999
Oft bietet man andern sein Glas zum Trinken an oder es trinken alle aus einem gemeinsamen Krug.
Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 65
Die Schwester brachte den Krug und kniete schwerfällig nieder, denn sie war hochschwanger.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 18
Den Krug schmückte eine ähnliche Szene; das Geschirr war alt und kostbar, und der Name des Künstlers stand darauf geschrieben.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 16970
Zitationshilfe
„Krug“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Krug>, abgerufen am 24.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Krudität
Krudheit
Krudelität
krude
krud
Krügel
Krügelchen
Krüger
Krügerklappe
Krüglein