Kritik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kritik · Nominativ Plural: Kritiken
Aussprache
WorttrennungKri-tik
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungkritisch-ik
Wortbildung mit ›Kritik‹ als Erstglied: ↗Kritiker · ↗kritikfest · ↗kritikfähig · ↗kritiklos · ↗kritikwürdig
 ·  mit ›Kritik‹ als Letztglied: ↗Aktionärskritik · ↗Asylkritik · ↗Bibelkritik · ↗Buchkritik · ↗Dauerkritik · ↗Erkenntniskritik · ↗Fachkritik · ↗Fernsehkritik · ↗Filmkritik · ↗Fundamentalkritik · ↗Gegenkritik · ↗Generalkritik · ↗Gerichtskritik · ↗Gesellschaftskritik · ↗Israelkritik · ↗Kapitalismuskritik · ↗Konsumkritik · ↗Kulturkritik · ↗Kunstkritik · ↗Literarkritik · ↗Literaturkritik · ↗Medienkritik · ↗Metakritik · ↗Metaphysikkritik · ↗Musikkritik · ↗Oppositionskritik · ↗Pauschalkritik · ↗Pressekritik · ↗Quellenkritik · ↗Regierungskritik · ↗Regimekritik · ↗Religionskritik · ↗Restaurantkritik · ↗Schmähkritik · ↗Selbstkritik · ↗Sozialkritik · ↗Sprachkritik · ↗TV-Kritik · ↗Textkritik · ↗Theaterkritik · ↗Vernunftkritik · ↗Wissenschaftskritik · ↗Zeitkritik · ↗Zeitungskritik
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
meist im Singular
Beurteilung, Einschätzung
Beispiele:
eine aufbauende, helfende, schöpferische, gerechte, kameradschaftliche, objektive, offene, harte, negative, sachliche Kritik
die Kritik herausfordern
sich der Kritik entziehen, unterwerfen
etw. einer Kritik unterziehen
DDR das Prinzip der Kritik und Selbstkritik (= Methode zur ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Weiterentwicklung der sozialistischen Gesellschaftsordnung)
umgangssprachlich das ist ja unter aller Kritik (= sehr schlecht)
In deinen Augen sind Recht und Gesetz Institutionen, die gegen die menschliche Kritik gefeit sind [Wasserm.Maurizius457]
Beanstandung, Tadel
Beispiele:
jede Kritik unterdrücken
umgangssprachlich jede Kritik abwürgen
keine Kritik vertragen
Kritik einstecken, vorbringen
Kritik an jmdm. üben
eine beißende, schonungslose Kritik
2.
wissenschaftliche oder künstlerische Besprechung in einer Zeitung, Zeitschrift
Beispiele:
eine Kritik schreiben
die Kritik soll bald erscheinen
die Kritiken zur Aufführung des neuen Theaterstücks waren durchweg gut
der Künstler hatte gute Kritiken
eine schlechte Kritik bekommen
die Kritik des Konzerts wurde dem Komponisten nicht gerecht
3.
nur im Singular
Gesamtheit der Kritiker
Beispiele:
die moderne, internationale, zeitgenössische Kritik
im Kreuzfeuer der Kritik stehen
die Kritik war des Lobes über die Neuinszenierung voll, war sich in der Ablehnung dieses Experiments einig
die Kritik reagierte kaum auf diese neue Oper
das Bild ... wurde auf der Bezirksausstellung von der Kritik gelobt [StrittmatterBienkopp183]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kritisch · Kritik · Kritiker · kritisieren · Kriterium
kritisch Adj. ‘entscheidend, bedrohlich, gefährlich’. Spätlat. diēs criticī bezeichnet in der Sprache der Ärzte ‘die entscheidenden Tage (im Ablauf einer Krankheit)’ als Nachbildung von gleichbed. griech. hēmérai kritiká͞i (ἡμέραι κριτικαί); vgl. spätlat. criticus, griech. kritikós (κριτικός) ‘entscheidend, zur Entscheidung gehörig’, zu griech. krī́nein (s. ↗Krise). Die lat. Fügung wird zu Anfang des 16. Jhs. in dt. medizinische Texte aufgenommen und daraus (2. Hälfte 17. Jh.) das Adjektiv kritisch im Sinne von ‘entscheidend’ in bezug auf einen Zeitpunkt oder Zeitabschnitt entlehnt, das dann (Ende 18. Jh.) in ‘bedrohlich, gefährlich’ in bezug auf eine Situation oder Lage übergeht. In der im 17. Jh. aufkommenden Bedeutung ‘wertend, prüfend, streng feststellend’ im Sinne philologischer Textüberprüfung, dann (18. Jh.) zur Charakterisierung wissenschaftlicher Arbeiten (vgl. Critische Dichtkunst, Critische Beyträge) und schließlich allgemein für ‘genau, streng beurteilend’ knüpft kritisch unmittelbar an griech. kritikós ‘entscheidend, zur Entscheidung gehörig, zum (Be)urteilen gehörig’, substantiviert ‘Beurteiler der Sprache und der Schriftwerke, Kunstrichter’ an. Kritik f. ‘Beurteilung, Bewertung, Besprechung’, auch ‘Beanstandung’, Übernahme (Critique, Ende 17. Jh., dann Critic, Critik, 18. Jh.) von frz. critique als Ausdruck des (zuerst in Frankreich beginnenden) ästhetischen Kunstrichtertums. Dem frz. Ausdruck liegt griech. kritikḗ (téchnē) (κριτικὴ τέχνη) ‘Beurteilungskunst’, also das substantivierte Femininum von griech. kritikós (s. oben) zugrunde. Redensartlich unter aller Kritik ‘sehr schlecht’ (zuerst in der Journalistik, 2. Hälfte 18. Jh.). Kritiker m. ‘wer Kritik übt, Beurteiler, Kunstrichter’ (18. Jh.), älteres (heute nur noch geringschätzig gebrauchtes) Criticus (17. Jh.) ablösend, lat. criticus, griech. kritikós ‘Kunstrichter’ (s. oben). kritisieren Vb. ‘beurteilen, beanstanden’ (17. Jh.). Kriterium n. ‘unterscheidendes und entscheidendes Merkmal’ (17. Jh.), latinisierte Übernahme von griech. kritḗrion (κριτήριον) ‘entscheidendes Kennzeichen, Merkmal’.

Thesaurus

Kunst
Synonymgruppe
Besprechung · ↗Durchsicht · ↗Einschätzung · Kritik · ↗Rezension · ↗Urteil · kritische Würdigung  ●  ↗Beurteilung  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Beanstandung · ↗Bemängelung · Kritik
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kreuzfeuer Opposition Vernunft Vorgehen berechtigt deutlich einstecken erneuern ernten geraten geäußert hageln harsch hart heftig herb hinweisen laut massiv raten reagieren richten scharf stoßen verteidigen wachsend zurückweisen äußern öffentlich üben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kritik‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch nur einen einzigen Satz der Kritik sucht man vergebens.
konkret, 1998
Ignoriert man sie aber, trägt man kaum zur Durchsetzung der eigenen Kritik bei.
konkret, 1991
Die Kritik an anderen erspart euch allerdings nicht die eigene Leistung!
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 166
Hier setzt nun die Kritik an den Dichtern, besonders an Homer ein.
Blättner, Fritz: Geschichte der Pädagogik, Heidelberg: Quelle & Meyer 1961 [1951], S. 19
Nichts in ihren großen Systemen hat sich vor der Kritik weniger bewährt als diese hochfliegenden Ableitungen.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 6
Zitationshilfe
„Kritik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kritik>, abgerufen am 20.04.2019.

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