Kriterium, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kriteriums · Nominativ Plural: Kriterien
Aussprache
WorttrennungKri-te-ri-um (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Kennzeichen, unterscheidendes Merkmal
Beispiele:
Kriterien erschließen, suchen, finden, aufstellen, verwerfen
Kriterien geltend machen
Kriterien für die Zugehörigkeit zu einer Kategorie
brauchbare Kriterien für die Anerkennung einer Leistung
objektive Kriterien für eine Auswahl
ein Kriterium nicht anerkennen
etw. zum Kriterium seiner Entscheidung machen
2.
Radsport Rundenrennen mit und ohne Wertungsspurt
Beispiele:
er ging beim diesjährigen Kriterium in seiner Heimatstadt nicht an den Start
beim Kriterium in N gab es den ersten ausländischen Sieg
bei Kriterien schnitt er immer gut ab
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kritisch · Kritik · Kritiker · kritisieren · Kriterium
kritisch Adj. ‘entscheidend, bedrohlich, gefährlich’. Spätlat. diēs criticī bezeichnet in der Sprache der Ärzte ‘die entscheidenden Tage (im Ablauf einer Krankheit)’ als Nachbildung von gleichbed. griech. hēmérai kritiká͞i (ἡμέραι κριτικαί); vgl. spätlat. criticus, griech. kritikós (κριτικός) ‘entscheidend, zur Entscheidung gehörig’, zu griech. krī́nein (s. ↗Krise). Die lat. Fügung wird zu Anfang des 16. Jhs. in dt. medizinische Texte aufgenommen und daraus (2. Hälfte 17. Jh.) das Adjektiv kritisch im Sinne von ‘entscheidend’ in bezug auf einen Zeitpunkt oder Zeitabschnitt entlehnt, das dann (Ende 18. Jh.) in ‘bedrohlich, gefährlich’ in bezug auf eine Situation oder Lage übergeht. In der im 17. Jh. aufkommenden Bedeutung ‘wertend, prüfend, streng feststellend’ im Sinne philologischer Textüberprüfung, dann (18. Jh.) zur Charakterisierung wissenschaftlicher Arbeiten (vgl. Critische Dichtkunst, Critische Beyträge) und schließlich allgemein für ‘genau, streng beurteilend’ knüpft kritisch unmittelbar an griech. kritikós ‘entscheidend, zur Entscheidung gehörig, zum (Be)urteilen gehörig’, substantiviert ‘Beurteiler der Sprache und der Schriftwerke, Kunstrichter’ an. Kritik f. ‘Beurteilung, Bewertung, Besprechung’, auch ‘Beanstandung’, Übernahme (Critique, Ende 17. Jh., dann Critic, Critik, 18. Jh.) von frz. critique als Ausdruck des (zuerst in Frankreich beginnenden) ästhetischen Kunstrichtertums. Dem frz. Ausdruck liegt griech. kritikḗ (téchnē) (κριτικὴ τέχνη) ‘Beurteilungskunst’, also das substantivierte Femininum von griech. kritikós (s. oben) zugrunde. Redensartlich unter aller Kritik ‘sehr schlecht’ (zuerst in der Journalistik, 2. Hälfte 18. Jh.). Kritiker m. ‘wer Kritik übt, Beurteiler, Kunstrichter’ (18. Jh.), älteres (heute nur noch geringschätzig gebrauchtes) Criticus (17. Jh.) ablösend, lat. criticus, griech. kritikós ‘Kunstrichter’ (s. oben). kritisieren Vb. ‘beurteilen, beanstanden’ (17. Jh.). Kriterium n. ‘unterscheidendes und entscheidendes Merkmal’ (17. Jh.), latinisierte Übernahme von griech. kritḗrion (κριτήριον) ‘entscheidendes Kennzeichen, Merkmal’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Annahme · ↗Bedingung · ↗Grundannahme · ↗Grundlage · ↗Grundsatz · ↗Grundvoraussetzung · ↗Grundwahrheit · ↗Kondition · Kriterium · ↗Notwendigkeit · ↗Prämisse · ↗These · ↗Vorannahme · ↗Voraussetzung · ↗Vorbedingung  ●  ↗Axiom  fachspr.
Unterbegriffe
  • Prämisse · ↗Vordersatz
  • Rationalprinzip · Wirtschaftlichkeitsprinzip · Ökonomisches Prinzip
  • kosmologisches Postulat · kosmologisches Prinzip
  • Dedekind-Peano-Axiom · Peano-Axiom · Peano-Postulat
  • Zahlungsbedingung · Zahlungskondition
Assoziationen
Synonymgruppe
Faktor · ↗Kennzeichen · Kriterium · ↗Merkmal
Unterbegriffe
  • Stabilitätskriterium von Nyquist · Strecker-Nyquist-Kriterium
  • (n-1)-Kriterium · (n-1)-Regel
Synonymgruppe
Aspekt · ↗Beziehung · ↗Gesichtspunkt · ↗Hinsicht · Kriterium  ●  ↗Thematik  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auswahl Beurteilung Einhaltung Erfüllung Vergabe Währungsunion ausschlaggebend auswählen bestimmt betriebswirtschaftlich beurteilen bewerten einhalten einheitlich entscheidend erfüllen ethisch festgelegt festlegen formal heranziehen objektiv orientieren streng wesentlich wichtig wissenschaftlich ästhetisch ökologisch ökonomisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kriterium‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich lassen sich bestimmte Kriterien ansetzen, mit deren Hilfe am Ende die Uni X als beste ermittelt werden kann.
Die Zeit, 06.02.2012, Nr. 0
Beruflicher Erfolg galt als ein Kriterium, doch wie ist der zu messen?
konkret, 1998
Die technischen Kriterien sind in ihrer Zuordnung weit weniger problematisch.
Hauschildt, Jürgen: Entscheidungsziele, Tübingen: Mohr 1977, S. 272
Für uns sind wir weltoffen, und wir haben dafür auch noch andere als pragmatische Kriterien.
Plessner, Helmuth: Conditio Humana. In: Mann, Golo u. a. (Hgg.) Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 104
Das Kriterium der »abendländischen Kultur« erscheint ihm allerdings nicht als genügend für eine Einheit.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1936, S. 984
Zitationshilfe
„Kriterium“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Kriterium>, abgerufen am 20.04.2019.

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